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Alpe Hohenschwand

Unsere Alpe Hohenschwand bei Steibis

Die historische Alpe wurde von uns seit 2015 behutsam saniert. Es stehen nun ein Lager mit fünf Betten und zwei Zimmer mit je einem Doppelbett zur Verfügung. Eine komplett ausgestattete Küche ist ebenso vorhanden wie ein Bad mit Dusche und ein WC-Raum. Die Alpe wird durch eine eigene Quelle versorgt, außerhalb der Frostperiode ist fließend Warm- und Kaltwasser vorhanden. Eine Solarstromanlage erzeugt Strom für Licht und Kleinverbraucher. Max. drei Autos dürfen in der schneefreien Zeit direkt zur Alpe fahren. Die Alpe liegt mitten im Wald in einer sensiblen Gegend. Deshalb wird ein entsprechend rücksichtsvolles Verhalten der Gäste erwartet.

folder hohenschwand

Eine Einzelübernachtung für DAV-Mitglieder kostet 8 € und für Nichtmitglieder 16 €. Kinder bis 16 Jahre die Hälfte. Die Endreinigung wird selbst gemacht. Die Hütte ist eine reine Selbstversorgerhütte. Schlafsack, Betttuch und Handtücher sind selbst mitzubringen. Eine dataillierte Betriebsanleitung steht zur Verfügung. Die Dinge, die mitzubringen sind, sind in der Hüttenordnung aufgeführt.

Belegungsplan mit Reservierungsanfrage

Abrechnung Alpe Hohenschwand 2017

Checkliste Hohenschwand

Hüttenordnung

Ausstattung Hohenschwand

Sicherheitshinweise

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Die Geschichte der Alpe Hohenschwand bei Steibis

Zusammenfassung nach der Bachelorarbeit von Carolin Heine am Institut für Geographie der Universität Augsburg, Mai 2017

Ein Geschirrschrank aus dem 18. Jahrhundert, ein Spind des ehemaligen Deutschen Heeres, eine ehemalige DDR-Reichsbahn-Porzellan-Toilette, sowie viele alte Gegenstände ergänzt durch neue Gestaltungselemente wie großflächige Fotos prägen das Innenleben der Alpe Hohenschwand. Die bunte Sammlung erzählt von einer weit zurück reichenden und ereignisreichen Vergangenheit und tatsächlich, die zur Gemeinde Oberstaufen gehörende Alpe ist eine der ältesten Alphütten im Allgäu. Im Jahr 1638 wurde sie zum ersten Mal erwähnt. Bezeichnenderweise in einer Steuerakte! Die Rede ist von einem „Vorsäß im Hohenschwandt“, welcher „durch Holzschlag erweitert“ wurde. Dies erklärt auch den Namen der Alpe: „schwand“ geht auf die Rodung zurück. 1695 wurde Hohenschwandt dann von „herrschaftlichen und gemeindlichen“ Steuern befreit. Innerhalb von 158 Jahren (von 1802/1803 bis 1960) wechselte die Alpe im Gesamten sieben Mal ihren Besitzer bis sie schließlich 1960 an das Fürstenhaus Waldburg-Zeil überging, das die Alpe Hohenschwand mit anderen Alpen zum sogenannten „Alprevier“ vereinigte. Im Laufe der Zeit gelang es den Wert der Alpe von Verkauf zu Verkauf hinweg zu steigern. Betrug der Verkaufspreis 1806 noch 2880 Gulden, betrug er 1865 schon 6000 Gulden. Neben dem Begriff „Hohenschwand“ gibt es übrigens ein paar weitere, ähnlich klingende wie beispielsweise „Hoch Schwand“ oder auch „Hohenschwandt“. Heute wird aber meist die Bezeichnung „Hohenschwand“ benutzt.

Sehr mühsam klingt die Beschreibung des Lebens auf der Alpe in den 1950er Jahren, als die Familie von Martin Fäßler, der heute noch in Steibis lebt, die Hohenschwand bewirtschaftete: die Mutter bewirtschaftete mit den zwei Söhnen die Alpe, weil der Vater einen landwirtschaftlichen Betrieb in Steibis hatte. Alpauftrieb war Anfang Juni, das Vieh war dann den ganzen Sommer lang oben. Nach der Viehscheid wurde Ende September auch schon das Horn zur Jagdzeit geblasen. Diese Zeit endete 1961 mit der Auflösung des Pachtvertrags. Infolge dessen verfiel das Wohngebäude aufgrund des Leerstands. Ein paar Jahre darauf, wohl 1967, endete auch die Viehälpung. Zumindest ist dies das letzte Jahr, in dem der Einzug des Viehs an der Innenseite Eingangstüre notiert worden war. Danach wurden die Weideflächen aufgeforstet.

Ein paar Jahre später ging es jedoch wieder bergauf mit der Alpe. Von 1981 bis 1998 wurde sie an die Familie des Forstdirektors des Haus Waldburg-Zeils vermietet, man verbrachte dort die Ferien und auch manch schönes Wochenende. Um das Jahr 2003 wurde die Alpe sogar von einer Filmgesellschaft aus München als Drehort verwendet.

Im Rahmen eines Gebietstauschs ging die Alpe 2006 an die Bayerischen Staatsforsten. Diese verlängerten dann das Pachtverhältnis mit dem privaten Pächter nicht und bot der DAV-Sektion SSV Ulm 1846  das stark in Mitleidenschaft gezogene und in der Zwischenzeit mitten im Wald liegende Gebäude an. Die Sektion renovierte dann ab 2015 die Alpe, fast 60 000 Euro, größtenteils durch von Spenden finanziert, wurden investiert. Die Alpe verfügt nun über neun Schlafplätze, Küche, Bad und Toilette.

Die Alpe Hohenschwand hat somit schon eine turbulente Vergangenheit hinter sich. Sie wurde mehrfach wieder aufgebaut, da sie abbrannte, abgerissen wurde oder vom Schneedruck zusammenbrach. Sie wurden als Sennalpe  zur Viehälpung errichtet, wurde zur Galtalpe umgewandelt, war Unterkunft für Jäger und diente als Schutzhütte.
Bleibt nur zu hoffen, dass die folgenden Jahre genauso ereignisreich werden…

Erste urkundliche Erwähnung der Alpe Hohenschwand:
Eine Steuerakte aus dem Jahr 1638

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pressemitteilung 12.9.2015

Über insgesamt drei Hütten im Allgäu verfügt nun die DAV Sektion SSV Ulm 1846. Nach der Alpe Birkach im Gunzesrieder Tal, deren 60-jähriges Jubiläum im nächsten Jahr gefeiert wird und dem Bergheim „Alte Schule“ in Missen steht nun die Alpe Hohenschwand bei Steibis den Mitgliedern und auch Gästen als Urlaubsziel zur Verfügung. Nach Einschätzung des Vermieters, den Bay. Staatsforsten handelt es sich bei der Hohenschwand um eine der ältesten Hütten im Allgäu. Von den Mitgliedern und auch Fachfirmen liebevoll restauriert erstrahlt dieses Schmuckstück in neuem Glanz. Ermöglicht wurde dieüber 50.000 Euro teure Renovierung auch durch Sponsoren. Genannt seien hier die Fa. Geiger aus Oberstdorf, die Sparkasse Ulm und Pistenbully aus Laupheim, dessen Finanzvorstand Alexander Schöllhorn, ebenso wie der Unternehmer Albert Handtmann aus Biberach, persönlich bei der offiziellen Eröffnung anwesend war. Die komplette Kücheneinrichtung und Ausstattung mit Geschirr wurde von der Fa. Abt gespendet. Für die Getränke bei der Eröffnung sorgte die Brauerei Gold Ochsen.

Der Vorsitzende der Sektion Martin Rivoir, der die Sanierung in den letzten Monaten koordinierte, begrüßte die etwa 80 Gäste, die sich im Laufe des Tages einen Eindruck von der Hütte verschafften. In seiner Rede dankte er den Sponsoren und Helfern und erzählte z. b. wie mit Hilfe einer Mitfahrgelegenheit ein bei Ebay ersteigertes spezielles Plumpsklo aus DDR-Staatsbahnbeständen den Weg auf die Hütte gefunden hat. Ein Mitglied schenkte zur Eröffnung ein Ölgemälde des nahe gelegenen Hochgrats, welches nun in der Stube einen Platz gefunden hat.

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