2010 Maderaner Tal

Wochentour in den Urner Alpen

Eine abwechslungsreiche Wanderwoche erlebten Mitglieder der Ortsgruppe Laupheim in den Schweizer Bergen. Sie war geprägt von Wetterkapriolen, die immer wieder Flexibilität und Improvisieren vom Tourenleiter forderte.
Trotz leichtem Regen startete die Gruppe am frühen Samstag Morgen in bester Stimmung und ließ sich auch vom Nieselregen beim Start in Erstfeld an der Gotthardstraße nicht beirren, denn der Wetterbericht hatte ja eine deutliche Wetterbesserung versprochen. Beim 5-stündigen Aufstieg zur Seewlialm ging das Nieseln allerdings zunächst in kräftigen Dauerregen und im höheren Bereich in Schnee- und Graupelschauer über, die von einem heftigen Wind begleitet wurden. Dazu kamen dichte Nebelschwaden, die die Orientierung schwierig machten. Triefend nass erreichten die Wanderer die winzige Almhütte und verwandelten den einzigen beheizbaren Raum in kürzester Zeit in ein dampfendes Gewirr nasser Kleidungsstücke.
Am folgenden Tag weckte strahlender Sonnenschein wieder den Tatendrang. Mit herrlichen Ausblicken auf die Gipfel der Urner Alpen begann der Tag mit einem genussvollen Abstieg durch saftige Almwiesen nach Chilcherbergen. Hoch über dem Maderaner Tal, angeblich dem schönsten Alpental der Schweiz, führte der Weg anschließend durch lichte Lärchenwälder hinüber nach Golzern, das nur mit der Seilbahn erreichbar ist. Unweit des Sees stärkte sich die Gruppe nochmals und nahm dann den steilen Aufstieg zur Windgällenhütte in Angriff. Hier machte der Hüttenwirt den Bergsteigern wenig Hoffnung auf gutes Wetter sondern versprach für die Nacht Schneefall.
Der nächste Morgen präsentierte rund um die Hütte eine Winterlandschaft. Da der Hüttenwirt vom Aufstieg auf die höher gelegene Hüfihütte abriet, wurde die geplante Route geändert. Durch die Viehherden, die wegen des Schnees zu Tal getrieben wurden, führte der Abstieg bis zum Hotel Maderanertal. Dort begann der Weg über einen steilen Felsensteig zur 1862 m hoch gelegenen Hinterbalm-Hütte, wo die Laupheimer als einzige Gäste bestens versorgt wurden.
Der morgendliche Blick vor die Hütte brachte die nächste Überraschung: In der Nacht waren 25 cm Schnee gefallen. Damit waren die geplanten Touren auf den Oberalpstock und über den Brunnifirn unmöglich geworden. Nach kurzer Beratung stand der Entschluss fest, die Aktivitäten weiter südlich ins Tessin zu verlegen. Nach dem Abstieg ins Tal wurde die Fahrt ins Maggiatal angetreten, wo man in Bignasco eine Unterkunft fand – die Frauen in einer Suite, die Männer auf dem Dachboden..

In den folgenden Tagen genossen die Alpinisten schöne Bergtouren unter südlicher Sonne. Zunächst kletterten sie über einen alpinen Steig vom Lago di Robiei zum Lago die Cavagnöö mit prächtigem Blick auf den eisgepanzerten Basodino und neugierig bestaunt von einem Rudel Steinböcke. Am letzten Tourentag schließlich unternahmen sie eine mehrstündige Rundwanderung vom Walserdorf Bosco Gurin hinauf zur Grossalp und zum Passo Quadrella, bevor es über den Bernadinopass wieder in die Heimat ging.

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