2010 MTB Lechtal

Durch Allgäu und Bregenzer Wald
3-Tages-Tour mit dem MTB

Freitag: Das Ende des  Sommers kam schon Anfang August, es regnete schon den ganzen Tag. Trotzdem machten sich 10 unentwegte Bergradler am frühen Nachmittag auf, um die erste Etappe von Immenstadt aus anzugehen. Anfangs noch über Asphalt und Schotter ging es von Blaichach über Gunzesried, Säge und   das Ostertal auf den Panoramaweg vom Rangiswanger Horn zum Weiherkopf. Das  Dreitages-Gepäck, Schiebestrecken, Regen und Kälte verlangten von den 2 Damen und 8 Herren ein gehöriges Maß an Motivation und Durchhaltevermögen.
Am Gipfel gab‘s dann leider nichts zu sehen außer einer Ahnung von Neuschnee in den schemenhaft erkennbaren Oberstdorfer Bergen. Wenigstens hatten wir bei der folgenden Abfahrt noch etliche schöne Passagen und keine Fußgänger.
Als Quartier hatten wir das Schwabenhaus gewählt. Eine spezielle Mischung aus Hinweisschildern und Verhaltensregeln sorgt dort für Ordnung, wenn an Spitzentagen bis zu 700 Gäste vorbeikommen ist das wohl notwendig. So hatten wir jedenfalls Freude an den schönen Blumenbeeten und der warmen Stube, die sich bis in die Nacht mit Radfahrern und Wanderern zunehmend füllte.
Am Samstag war es dann wie angekündigt sonnig, und wir zogen über den Riedbergpass hinab ins einsame Rohrmoos. Die Weiterfahrt ins Kleinwalsertal führt auf recht langweiligen Alpstraßen so dass man die herrliche Landschaft während der Fahrt ausgiebig genießen kann.
Spannend wurde dann wieder die Auffahrt zum Söllereck. Ordentlich Höhenmeter und Hundertschaften von tapferen Seilbahn-Absteigern würzten die Strecke  zurück auf deutsches Staatsgebiet. Nachdem wir uns seit dem Frühstück ohne Vesperpause durchschlagen mussten, war die Mittagspause dringend nötig. Auf der Sölleralp konnten wir mit traumhafter Aussicht ins Stillachtal und auf den Allgäuer Hauptkamm  die geplagten Beine und Mägen wieder beruhigen.
Bei der Abfahrt nach Oberstdorf haben wir dann die obligatorische Tragestrecke bewältigen müssen, auf Schotterstraßen zu fahren wäre nicht so ehrenhaft, macht aber sicher mehr Spaß und bringt kaum mitleidige Kommentare der Fußgänger ein.
Nach Querung der Breitachschlucht hatten wir jetzt das komplette Rohrmoos bis in den Bregenzer Wald durchfahren und kamen zur Abendessenszeit im Gasthaus Hirschen in Sibratsgfäll an. Dieses war lecker, wir wurden freundlich bewirtet und das Schlafquartier im alten Zollhaus bot reichlich Platz.
Der Sonntag startete mit Sonnenschein, der rasch von heranziehenden Wolken verdrängt wurde. Auf der Strasse kamen wir bald nach Hittisau, wo sich dann  der Glaube an eine Alternativen zur Fahrstrasse furchtbar zerschlug: Über etliche Höhenmeter mussten wir die Fahrräder schieben, tragen und durch steilen Bergwald zerren, da ein Weg in Falllinie zumindest bergauf ganz selten für Bergräder gemacht ist. Aber auch hier hat unsere Gruppe ihre professionelle Einstellung behalten, und meisterte diese unnötige Plagerei. Mehr Glück hatten wir bei der
anschließenden Mittagsrast in der Alpe Hörmoos. Der heftige und lange Schüttler ließ sich in der Stube prächtig aussitzen, und auf diese Weise blieben wir an diesem Tag zumindest von oben trocken.
Nach dem Gipfel des Imbergkamms resignierten wir vor dem überdeutlichen Radfahrverbot, was in Anbetracht des zunehmenden Ausbaus und Asphaltierung der Bergwege sehr zynisch anmutete. Die steile Abfahrt zum Lanzenbach sorgte dann an den Rädern für stinkende Bremsen. Im Weissach zwischen Nagelfluhkette und Prodel ging es noch ein letztes Mal lange bergauf, und als Belohnung haben wir auf derM Mittelbergalpe dann die gesamten Kuchenvorräte der netten Sennerin verputzt. Bei der Abfahrt durch das Steigbachtal über Almagmach mussten wir mit Bedauern feststellen, dass auch dieser ehemals interessante Karrenweg mit  EU-Mitteln verbreitert, nivelliert und asphaltiert ist.
Insgesamt waren wir eine sehr flotte Truppe, die wie ein Team harmonierte und trotz mancher Pannen toll zusammen hielt. Bei der Rückkunft in Immenstadt geht unser besonderer Dank nochmals an Thomas für die großzügige Mitfahrgelegenheit.

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