2011 Lessinigruppe

Klettersteige in der Lessini-Gruppe

Weiterweg zur Bocchetta dei Fondi

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Weiterweg zur Bocchetta dei Fondi


Mit gemischten Gefühlen wegen der schlechten Wetterprognosen machten sich am Sonntag 17.7. die 6 Teilnehmer auf den Weg in die Lessini-Gruppe. Über den Brenner ging es weiter nach Rovereto, wo wir die Autobahn verließen und über die SS 46 Richtung Passo Pian delle Fugazze 1162 m weiter fuhren. Kurz vor der Passhöhe erreichten wir unser Domizil für die nächsten Tage, das Albergo Streva 1120 m.

Am nächsten Tag gingen wir vom Fugazze-Pass zunächst über Wiesen, dann auf ordentlichem Weg im Wald hinauf zur Selletta Nord-Ovest 1611 m. Ab hier stiegen wir auf „Brenta-Bändern“ mit Tunnels durch die senkrechten Felsabstürze weiter zum Passo dei Onari und von der Forcella del Coretto führte ein kurzer Klettersteig hinauf zum nahen Gipfel des Monte Cornetto 1899 m. Beim Blick nach Süden wurde nun der Weiterweg zum Monte Baffelan sichtbar. Zunächst aber gingen wir zurück zum Passo die Onari von wo aus wir der Kammüberschreitung bis zur Forcella del  Baffelan folgten. In leichter und luftiger Kletterei im II. Schwierigkeitsgrad erklommen wir noch den Monte Baffelan 1793 m und stiegen von dort zum Rif. Campogrosso 1457 m ab. Von hier aus erfolgte nach einer gemütlichen Einkehr der Rückweg zu unserer Unterkunft, die wir nach 7 ½ Stunden und 1000 Höhenmeter erreichten.
Am Dienstag fuhren wir zunächst die 12 km bis zur Bocchetta di Campiglia 1216 m am Ostfuß des Pasubiostockes. Von hier ging es zunächst steil hinauf zum Einstieg des Sentiero attrezato Gaetano Falcipieri. Es handelte sich dabei um einen nur teilweise gesicherten, großartigen Aussichtsweg über den Forni-Alti-Kamm. Lang, aber mit großartigen Tiefblicken, zog sich der Weg über die 5 Gipfel, Bella Laita (1881 m), Cima Cuaro (1939 m), Monte Forni Alti (2023 m), Cimon del Soglio Rosso (2040 m) und Cima dell` Osservatorio (2027 m) bis zum Rif. Papa (1928 m), wo wir nach 6 ½ Stunden eine verdiente Rast einlegten. Der Abstieg über die „Strada delle 52 Gallerie“ führte 6,5 km durch 52 Tunnel (der längste misst 370 m)  zurück zum Ausgangspunkt, der nach 9 ½ Stunden und 1205 Höhenmetern erreicht wurde. Nach der Rückkehr zu unserem Albergo setzte starker Regen ein, der erst am nächsten Morgen kurz vor 9 Uhr wieder aufhörte.
So zogen wir um 9 Uhr vom Albergo aus los. Das Wetter lockerte immer mehr auf, und als wir in freies Gelände gelangten, bot sich wieder eine gute Fernsicht. Wir stiegen zunächst zum Soglio dell Incudine 2114 m auf, bevor es zur Cima Palon (Pasubio) 2232 m, dem höchsten Gipfel dieses Gebiets weiter ging. Zahllose Unterstände und Schützengräben aus dem Ersten Weltkrieg durchziehen das Gebiet. Wir erstiegen noch den Dente Italiano 2220 m, bevor wir über das Rif. Papa zu unserer Unterkunft zurück kehrten. Erneut waren wir 8 ½ Stunden unterwegs und bewältigten 1500 Höhenmeter.
Am letzten Tourentag zog es uns noch zum Caregakamm. Vom Rif. Campogrosso 1457 m starteten wir und folgten die erste halbe Stunde dem E 5. Dann folgten wir dem Weg 195 und auf steilem Pfad ging es an bizarren Felstürmen vorbei zu einer Scharte, von der aus wir noch den kühnen Felsgipfel der Punta Lovaraste 1942 m erstiegen. Es war sehr schwierig, den rechten Weg zu finden, da keine Wegweiser vorhanden waren und die Markierungen völlig verblasst waren. Aber mit vereinten Kräften schafften wir es, wieder auf den richtigen Weg zu kommen. Wir überschritten den Felskamm, der zur Bocchetta Mosca 2029 m hinüber führte und erstiegen von dort aus die Cima Carega 2259 m. Der Rückweg über die Bocchetta Fondi 2040 m hinunter zum Ausgangspunkt führte durch steiles Geröll und erforderte nochmals erhöhte Aufmerksamkeit. Aber nach 1154 Höhenmetern und 7:20 Stunden war auch diese Tour geschafft.
Entgegen der schlechten Wetterprognosen erlebten wir schöne und sonnige Tage in einem recht einsamen Gebiet. Neben herrlichen Ausblicken bis zur Adria im Süden und dem Gardasee im Westen bietet das Gebiet eine traumhafte Flora. Bemerkenswert vor allem, die Mengen an Edelweiß, die man überall im Gebiet findet. So fuhren wir mit vielen schönen Eindrücken zurück ins verregnete und kühle Oberschwaben.

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