2011 Sardinien

Wanderreise nach Sardinien

Seit Jahren heißt es in den Pfingstferien für Mitglieder des Alpenvereins „Ab auf die Insel“. Dieses Jahr hatte sich Wanderführer Konne Leitte Sardinien ausgesucht, und 16 Bergfreunde folgten gerne der Einladung auf die zweitgrößte Insel des Mittelmeers. Sie erlebten eine Woche voller neuer Eindrücke in einer faszinierenden, abwechslungsreichen Landschaft.
Der Anreisetag war ausgefüllt von der Fahrt zum Flughafen Zürich, dem Flug nach Olbia, dem Transfer zum Hotel bei Siniscola und der Erkundung des kleinen Badeorts La Caletta. Natürlich durfte auch ein kurzes Bad im Meer nicht fehlen, bevor am Abend die hervorragende Küche des Hotels getestet wurde.
Zur ersten Wanderung fuhr die Gruppe in den zwei gemieteten Kleinbussen auf die Hochebene bei Orgosolo in das Waldgebiet von Montes. Bei der vierstündigen Rundtour wurden mit dem Monte Fumai und dem Monte Novo San Giovanni zwei Gipfel mit prachtvollen Ausblicken über die Berggebiete Supramonte und Gennargentu bestiegen. Daneben sorgten auch Begegnungen mit verwilderten Schweinen für Überraschungsmomente. Auf der Rückfahrt wurde im Bergdorf Orgosolo, früher berüchtigt als „Banditendorf“, Halt gemacht, um die vielen meist sozialkritischen Wandgemälde zu besichtigen.
Die Fahrt des folgenden Tages führte zur Halbinsel Capo Testa an der
nördlichsten Spitze Sardiniens. Mit ihren bizarr geformten ranitfelsen gehört sie zu den landschaftlichen Highlights der Insel. Teils durch dichte Macchia, teils in leichter Kraxelei ging es von Bucht zu Bucht bis zum Belvedere auf riesigem Granitblock, von wo die Nachbarinsel Korsika zum Greifen nahe war. Bei der Heimfahrt wurde zunächst ein Abstecher zum Capo d’Orso gemacht. Leider ist der riesige Granitblock des „Bären von Palau“ durch die touristische Erschließung nicht mehr zu erkennen. Im Anschluss wurde bei Arzachena eine der vielen Nuraghen besichtigt.
Unmittelbar hinter Siniscola erhebt sich das Monte-Albo-Massiv. Sein höchster Punkt, die Punta Gurturgius, war Ziel der folgenden Bergtour. Hier faszinierte vor allem die Kargheit der Landschaft, die mit riesigen Karstflächen überzogen ist, auf denen nur noch zähe Macchia-Pflanzen überleben können.
Ein völlig anderes Bild bot sich bei der Wanderung zur „schönsten Badebucht Sardiniens“, der Cala di Luna an der Ostküste. Bei glühender Hitze durchquerte man dichte Steineichenwälder bis man zur Sandbucht absteigen konnte. Sie wird eingerahmt von steilen Kalkfelsen, die gerne von Extremkletterern erstiegen werden. Der Rückweg wurde mit dem Schiff angetreten.
Für Bergsteiger darf natürlich die Besteigung der Punta Marmora, mit 1834 m höchster Gipfel Sardiniens, nicht fehlen. Wege und Landschaft erinnern hier stark an Touren in den Alpen. Sogar die ersten Wegmarkierungen der Woche waren zu sehen. Vom Gipfelkreuz hat man einen Blick beinahe über die ganze Insel, und sogar die meisten Wanderziele der vergangenen Tage waren erkennbar.
Der Monte Pino war letztes Ziel der Woche. Von seinem Gipfel bietet sich ein beeindruckender Blick auf Olbia und die Costa Smeralda, am Wegrand stehen mächtige Felstürme und Granitblöcke, in denen sich abenteuerliche Gestalten erkennen lassen. Den Abschluss des Tages bildete nochmals ein Bad im Meer, bevor die Koffer für den Heimflug gepackt wurden.

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