2012 BW Madeira

Madeira – Levadas, Gipfel, Meer und Blumen


Madeira, die Blumeninsel im Atlantik, war für 17 Mitglieder des Alpenvereins das Ziel einer Wanderreise in den Pfingstferien. Die Gruppe erlebte auf der im ersten Moment schroff und abweisend wirkenden Insel ein Paradies mit einer faszinierenden Blütenpracht und hervorragend angelegten Wanderwegen entlang der Wasserkanäle (Levadas) und auf die höchsten Gipfel, die über 1800 m aus dem Meer aufragen.

Nach dem Stadtbummel und dem Besuch der Markthalle in Funchal am Anreisetag ließen sich die Wanderer am nächsten Morgen mit dem Taxi nach Ribeiro Frio, dem Ausgangspunkt der ersten Wanderung bringen. Von hier folgten sie der Levada do Furado, auch „Königin der Levadas“ genannt, zum Portela-Pass. Durch Lorbeerwald schlängelte sich der Bewässerungskanal entlang der steilen Hänge, war an einigen Stellen abenteuerlich an Felswände gebaut und führte durch etliche Tunnel bis schließlich durch ein Meer von blühenden Hortensien der Pass erreicht war. Hier warteten schon die Taxis für die Rückfahrt zum Hotel nach Funchal.
Der nächste Tag hatte die Lavada del Norte zum Ziel. Vom Encumeada-Pass aus durchwanderte die Gruppe an der dicht mit Blumen bewachsenen Levada eine herbe Gebirgswelt und erlebte nach einem langen, dunklen Tunnel im Folhadal einen dichten Urwald, wie er in dieser Unberührtheit nur nach hier existiert.
Am Sonntag erlebten die Wanderer den Höhepunkt der Woche. Vom Pico do Ariero (1818 m) begingen sie den Panoramaweg auf den höchsten Gipfel der Insel, den Pico Ruivo (1862 m). Der Weg ist kühn in den Fels geschlagen, durchquert einige dunkle Tunnel und vermittelt beeindruckende Einblicke in die bizarre Gebirgswelt aus rotem Vulkangestein, an dem Nebelfetzen vom Meer herauf treiben. Nach drei Stunden war bei strahlendem Sonnenschein die Pico-Ruivo-Hütte erreicht, von wo nach kurzer Pause die letzten Höhenmeter zum Gipfel in Angriff genommen wurden. Nach ausgedehnter Gipfelrast ging es vorbei an der Hütte auf gepflastertem Weg zur Achada do Teixera, wo schon die Fahrzeuge für die Rückfahrt bereit standen.
Ganz neue Eindrücke vermittelten die Wanderungen der folgenden Tage. Die erste führte vom Encumeada-Pass durch Lorbeerwald hinauf zur Boca du Cerro und im dichten Nebel weiter zur Boca da Corrida, die zweite folgte von Camacha der Levada dos Tornos zur Wallfahrtskirche von Monte, von wo man sich mit dem Korbschlitten nach Funchal fahren lassen kann.
Am letzten Wandertag ging es zunächst im fruchtbaren Tal von Machico an einer Levada gemütlich durch üppige Äcker, bis an der Boca do Risco diese Idylle verlassen wurde. Bei rauem Wind führte der schmale Pfad durch die steile Wand und tief unten donnerte der Atlantik gegen die Felsen. Kaum zu glauben, dass auf diesem Schwindel erregenden Weg früher Waren aller Art transportiert wurden. Endpunkt war Porto da Cruz, schon von weitem erkennbar durch den Kamin der Zuckerfabrik, die noch immer aus Zuckerrohr den rumähnlichen Aquadente produziert, aus dem das Nationalgetränk Madeiras, der Poncha hergestellt wird.
Viel zu schnell waren die Tage auf Madeira vorbei und am letzten Abend wurde in gemeinsamer Runde von den Erlebnissen und Eindrücken geschwärmt, bevor am nächsten Tag der Rückflug nach München angetreten wurde.

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