2012 KT Dolomiten

Jubiläumstour Dolomiten
Klettertouren


Das unsichere Wetter war insbesondere für die Kletterer anfangs für die Planung der Touren das Hauptproblem. Am ersten Tag, dem Sonntag mussten meine beiden Aspiranten für die Hexenstein Südkante (IV+), Lothar Wiese mit seinem 14jährigen Sohn Samuel wetterbedingt noch auf ihre Tour verzichten. Nicht einmal der Klettergarten am Hexenstein war benutzbar, da der Fels nass war.

Montag, 3. September
Nachdem schon am Vortag das Wetter gegen Abend zu immer besser geworden war und auch der Wetterbericht günstiger war, packten wir am Montag die Südkante des Hexensteins nach halbstündigem Anmarsch zum Einstieg an.
Starker Wind kühlt uns während des 3stündigen Kletterns aus und macht die Verständigung etwas schwer. Umso besser ist die Stimmung nach erfolgreicher Tour auf dem Gipfel: trotz etwas wackeligem Wetter ist die erste Tour der Woche geschafft. Für die passionierten Höhlenbefahrer Lothar und Samuel gibt es im Abstieg noch viele Stollen und Klüfte zu erforschen: Relikte aus dem ersten Weltkrieg.

Dienstag, 4. September
Der Wetterbericht ist schlecht. Tatsächlich beginnt es schon vormittags zu regnen. Alle geplanten Klettereien fallen ins Wasser!

Mittwoch, 5. September
Deutlich besseres Wetter. Mit Doris und Big gelingt die Südkante des Kleinen Falzaregoturms, eine zu recht hoch gelobte Tour mit 7 Seillängen (IV+). Steile Wandkletterei und die luftige Kante begeistern uns. Sorgen mit dem Wetter gibt es an diesem Tag auch nicht und wir können die Tour genießen. Am Gipfel erstaunt uns eine japanische Dreierseilschaft, die gerade aus der Südwand aussteigt. Eine der beiden Nachsteigerinnen dürfte die 70 Jahre weit überschritten haben!
Nach einer luftigen Abseilfahrt und dem Schluchtabstieg bringen uns Cappuccino und Espresso noch einmal auf Touren und wir klettern noch ein wenig im Klettergarten am Hexenstein.

Donnerstag, 6. September
Nachdem alle anderen Kletterführer abreisen mussten, sind wir nur noch zu zweit: der am Vortag angereiste Harry und ich. Wir fahren mit Doris und Big die steile Straße zum Rifugio Cinque Torri hoch und steigen in das Gewirr der durcheinandergewürfelten Cinque Torri (es sind in Wirklichkeit weit mehr als fünf Türme). Wir erleben einen Klettertag wie er typisch für die Dolomiten ist: steiles Wandklettern auf kirchturmhohe Türme mit anschließenden Abseilfahrten, wie sie ausgesetzter und luftiger nicht sein können. Unser Tourenertrag: Torre Grande (Via delle Guide) (4) und Torre Barrancia (Via Dibona) IV+). Restlos zufrieden lassen wir am Rifugio den Tag bei Espresso/Cappuccino und faszinierender Beleuchtung der Dolomitenberge ringsum ausklingen.

Freitag, 7. September
Als letzte Tour schlage ich die Tomasi/Rossi-Führe an der Südwestwand der Ciavazes im Grad IV+ vor. Siggi Wehrle bindet sich bei mir ans Seil und Thomas und Big folgen als selbständige Seilschaft. Das Wetter hat sich endgültig in Richtung „Spätsommer“ entschieden. Da ich die Führe einige Wochen vorher bereits gestiegen bin, entfällt für mich der Stress des Routenfindung und wir können diese 8 Seillängen flüssig und ohne Probleme durchsteigen – ein geglückter Abschluss einer Dolomitenwoche, die dem 100jährigen Jubiläum der Sektion würdig war.

Bericht: Horst Glaß

Freitag 08.09.2012
Klettern am Cinque Torri


Bei traumhaftem Wetter bin ich mit dem Teilnehmer Lothar und seinen Sohn Samuel 14 Jahre zu den sagenhaften Türmen Cinque Torri am Falzaregopass gefahren. Von der Hütte war es nur ein kurzer Zustieg zu den gigantischen Türmen. Am Torre Lusy kletterten wir dann die Tour Via Lusy Pompanin IV-  mit 6 SL. Die erste Seillänge war etwas abgespeckt, aber der Rest ein purer Genuss.

Lothar und Samuel hatten nun das Vergnügen das erste mal  40 m überhängend abzuseilen. Lothar hatte dann auch noch reiche Erfahrungen gesammelt, als ihn der Prusikknoten im Seil verklemmte. Er konnte sich mit einem Bandschlingenknoten laut Anweisungen anderer Kletterer wieder glücklich befreien.

Am Nachmittag kletterten wir noch am Torre Quarte bassa die Tour Via normale III+ mit 3 SL. Alle hatten mit abenteuerlichem Erlebnisse einen tollen Tag.

Bericht: Harald Schick

Ein abenteuerlicher Tag an der Pordoispitze – Mariakante (2952 m)


Das Wetter war morgens um 7 Uhr, als wir uns im Hotel in Richtung Frühstücksraum bewegten, noch nicht berauschend. Doch wir, 5 enthusiastische Kletterer, die mit zwei Seilschaften die Mariakante erklimmen wollten, waren fest entschlossen die Tour heute durchzuziehen.

Nach einer knappen Stunde Fahrt konnten wir am Parkplatz beim Pordoijoch einen schönen Blick auf das Erhaschen, was uns die nächsten 5 ½ Stunden erwarten würde: eine wunderschöne Mehrseillängentour, die uns am Gipfel, der Pordoispitze, auf 2950 Metern enden ließ.

Mit schnellen Schritten machten wir uns also auf den Weg zum Einstieg über die Skipiste und ein großes Schuttfeld. Langsam wurde es warm und immer wärmer, Mütze, Handschuhe und dicke Jacken waren überflüssig. Doch dies sollte sich schnell ändern. Angekommen am Einstieg, in einer Rinne zwischen der Südostwand und dem vorgelagerten Südturm, wehte uns schon der kalte Wind um die Ohren. Als Tobias als erster in die Mariakante einstieg, waren wir alle noch guter Dinge. Doch bereits die erste Seillänge hatte ihre Tücken, weshalb wir auch einen Kletterer verabschieden mussten, uns aber Stunden später beim Kaffeetrinken im Rifugio Maria auf dem Gipfel der Pordoispitze wiedertrafen. Demnach waren wir also zu viert unterwegs. Doris und Tobias bildeten die erste Einheit, Nina und ich die zweite Seilschaft. Das Klettern war wunderbar anspruchsvoll, an einigen Schlüsselstellen für Doris und mich als alpine Anfänger etwas trickreich, aber machbar. Dank positiver Unterstützung durch Tobias und Nina war das alles kein Problem. Eher die äußeren Umstände machten uns zu schaffen. Der Wind wurde stärker, es zogen Nebelfelder entlang der Kante und zum Teil konnte man nur noch sehr eingeschränkt sehen. Der Fels war dementsprechend auch eiskalt und man war froh, an den Standplätzen immer wieder seine Handschuhe anziehen zu können. Diese Tour war auf jeden Fall eine gute Einstimmung auf den WinterJ.

Die ersten Seillängen beherbergten die größeren technischen Herausforderungen (bis IV+), gegen Ende der Tour gab es kaum noch Schwierigkeiten – dafür aber schwindelerregende Höhen! Da schaute man mal von der Spitze eines Pfeilers steil nach unten und hangelte sich anschließend an einer Außenkante entlang Richtung Gipfel. Nach einem gerölligen letzten Aufstieg kamen wir unterhalb der Gondel an, sammelten noch Sonnenhut, Wanderstöcke und Batterien ein und mussten letzten Endes sogar über die Brüstung springen. Wahrscheinlich war das der Grund dafür, dass Kletterer nach dieser Tour früher eine kostenlose Rückfahrt mit der Gondel bekommen hatten. Leider gilt diese Regelung heute nicht mehr, auch wenn wir die Gondelfahrer sicher gut unterhalten haben auf unserer Klettertour entlang der Mariakante….
Naja, nach guter Stärkung mit Tee und Snacks war auch der Fußweg zurück kein Problem. Die Freude war groß, als wir alle wieder gesund, immer noch munter und völlig enthusiastisch am Parkplatz ankamen.

Text: Susanne Schweiger
Bilder: Tobias Bailer, Nina Töpfer, Doris Maurus

03.09.2012     Piz Ciavazes Südwand – Kleine Micheluzzi


Nachdem aufgrund des schlechten Wetters am Vortag keine Klettertour möglich war und der für heute positiven Prognose fuhren wir voller Euphorie über Grödnerjoch und Sellajoch zum Parkplatz unterhalb der Piz Ciavazes Südwand.
Die Kleine Micheluzzi durch die Südwand sollte es sein. Die Tour zeichnet sich durch steile Wand- und Risskletterei aus und ist als Kletterei im mittleren Schwierigkeitsbereich hochgerühmt.

Der Einstieg war nach 15 Minuten erreicht. Wir bildeten zwei 2er Seilschaften, ich mit Big Matheis und Bernd Humm mit Thomas Herrmann. Über 7 Seillängen (5-) wird das Gamsband erreicht. Dieses durchzieht die Südwand horizontal. Die ersten 3 Seillängen zeichnen sich durch schöne Kletterestellen im 2.-3. Grad aus. Danach kommt jedoch Kletterei von höchster Güte, tolle steile Kletterei in bestem gutgriffigen Fels bis zum Gamsband. Wir sind alle total begeistert. Die Standplätze sind mit zementierten Haken versehen, dazwischen befindet sich wenig fixes Material. Das vorhandene Material ist oft in schlechtem Zustand kann jedoch gut über Klemmkeile und Friends verbessert werden.
Der anschließende Abstieg über das Gamsband ist noch mal eine Tour für sich. Landschaftlich großartig zum Teil exponiert schlängelt sich dieses durch die Südwand. Zum Schluss noch eine Abseilstelle und wir stehen unter der Südwand des 3. Sellaturms. Danach geht es direkt hinunter zum Parkplatz.

Hochmotiviert von dieser Tour fahren wir zum Sellajoch und klettern noch mehrere Touren in der „Steinernen Stadt“, einem Sportklettergebiet direkt unterhalb des Langkofels.Zur obligatorischen, abendlichen Tourenbesprechung sind wir wieder rechtzeitig zurück im Hotel.

Am nächsten Tag erkunden wir im Regen die Einstiege an den Cinque Torri. Leider ist hier keine Kletterei möglich. Aber wir kommen wieder, siehe hierzu das Tourenprogramm 2013 !! Am Spätnachmittag fahre ich mit Tobias wieder Richtung Heimat, für mich das Ende dieser Jubiläumsausfahrt.

Danke an Bernd Humm für die super Unterstützung.

Bericht: Michael Scharpf

zu den Tourenberichten 2012

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