2012 sen Heuneburg

1300 m³ Kalksteinquader, 480 000 luftgetrocknete Lehmziegel für die Befestigung …. erbaut vor 2500 Jahren


Am Mittwoch, 11.07.2012 hat unser Seniorenkreis mit 21 Teilnehmern eine der bedeutendsten archäologischen Fundstätten Mitteleuropas besucht:
Die Sensation war perfekt, als 1877 in den großen Grabhügeln an der oberen Donau bei Hundersingen Goldschmuck und Bronzegefäße entdeckt wurden. Beindruckt von deren Reichtum rechnete man die Gräber einer fürstlichen Elite zu. Aber wo lag deren „Akropolis“, ihre Burg? Erst 80 Jahre später brachten großflächige Ausgrabungen eine der bedeutendsten keltischen Befestigungsanlagen zu Tage – die Heuneburg.
Die Archäologen sind sicher, dass sich hier nzwischen 620 und 480 v.Chr. ein Siedlungs- und Machtzentrum der älteren Eisenzeit, ein so genannter keltischen Fürstensitz befand. Von der Jungsteinzeit (4./3. Jhdt.v.Chr,) bis in die Zeit der Salier (11. Jhdt. n.Chr.) reicht die Besiedelung des Burghügels. ein Schwerpunkt liegt in der keltischen Periode. Einzigartiger Fund: eine Festungsmauer aus luftgetrockneten Lehmzigeln – eine Bautechnik aus dem Mittelmeerraum, die jenseits der Alpen einzigartig ist.

Originalgetreu aufgebaut sind ein Mauerteil der Befestigung und Gebäude im Freilichtmuseum; im zweiten Museum sehen wir die Ergebnisse von über 30 Jahren Ausgrabungen. Funde aller Art belegen eine lange Siedlungsgeschichte und vermitteln so den Blick in ein bewegtes Leben lange vor unserer Zeit.
Die excellente Führung in den Museen (Frau Steinacher) vermittelte uns ein anschauliches Bild eines bewegten und erstaunlich fortgeschrittenen Lebens, das sich aus den reichen Funden erschließt.
In der nächstsen Umgebung zeugt ein großflächiges Grabhügelfeld mit bahezu 40 Hügeln von der intensiven Besiedelung. Der Fürstenhügel „Hohmichele“ mit 85 m Durchmesser und 13,5 m Höhe zählt zu den größten Mitteleuropas. Als gesicherte Siedlungsfläche werden 100 ha gewertet; die vielen Grabhügel in weiterer Umgebung lassen eher ein großes, noch nicht erforschtes Siedlungsgebiet vermuten.
Aber das steht schon auf einem anderen, meist noch unbeschriebenen Blatt.

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