2012 sen Lasoerling

Auf dem Lasörling-Höhenweg


Südlich von Großglockner und Großvenediger erstreckt sich parallel zum Virgental die Lasörlinggruppe. Sie kann zwar keine berühmten Gipfel aufweisen, bildet aber einen unvergleichlichen Aussichtsbalkon auf die vergletscherten Dreitausender der Hohen Tauern. Durch diese noch immer ursprüngliche Gebirgsgruppe führte die diesjährige Wochentour von 14 Laupheimer Bergsteigern unter der Leitung von Konne Leitte.

Unweit von Matrei in Osttirol begann am Samstag der Aufstieg zur Zunigalm. Durch steilen Bergwald, immer mit Blick auf das tief eingeschnittene Virgental, führte der Weg hinauf zur Hütte. Hier herrschte reges Treiben, denn ausgerechnet an diesem Tag war hier das Ziel des Matrei-Marathon. Nicht schmälern konnte dies das beeindruckende Panorama auf die Venedigergruppe und den Großglockner, an denen die Gletscher in der Sonne glänzten.

Der folgende Tag begann bei strahlendem Sonnenschein mit dem Aufstieg zum Zunigsee. Hier wurden die Rucksäcke deponiert, um  einen Abstecher auf den Kleinen Zunig (2442 m) zu machen. Dabei machte man erstmals Bekanntschaft mit den Überresten des Schneefalls der vorhergehenden Woche, der die Nordhänge teilweise mit einer eisigen Schicht überzog und die Wege schwieriger machte. Nachdem man sich am Gipfel satt gesehen hatte, ging es zurück zum See und hinauf zum Ganitzle (2196 m), ebenfalls einem herausragenden Aussichtspunkt. Nach dem Abstieg zur Arnitzalm folgte der lange Anstieg vorbei an der Stefferalm und dem Lackensee zur Achsel (2220 m), von wo endlich das Tagesziel, die Zupalseehütte sichtbar wurde. Hier wurde die Gruppe freundlich empfangen und bestens untergebracht.

Auf Grund der Schneelage ging es am nächsten Morgen nicht über den Gratweg mit Donnerstein und Speikboden sondern auf dem normalen Hüttenübergang in Richtung Lasörlinghütte. Dabei fühlte man sich auf einem echten Panoramaweg und musste immer wieder kurze Pausen einlegen, um die Sicht zu genießen. Schon um die Mittagszeit war die Hütte erreicht. Ein Teil der Gruppe hatte noch nicht genug sondern stieg hinauf Virgentörl mit Aussicht  auf die Villgrater Berge über dem Defreggental und sonnigen Wiesen für den Mittagsschlaf.

Der folgende Tag begann mit dem langen Aufstieg durch das mit Geröll gefüllte Tal des Unteren Glauret und dem steilen Schuttanstieg zum Prägrater Törl (2853 m). In ständigem Auf und Ab, häufig auf eisigen Pfaden, folgten Mittagskögele, Michltalscharte (2753 m) und Rote Lenke (2794 m). Hier wurde das Tagesziel, die Neue Reichenberger Hütte sichtbar, die in herrlicher Lage am Bödensee hoch über dem Trojertal liegt.

Da für den heutigen Tag ein Tief mit Kaltfront und ergiebigen Niederschlägen angekündigt wurde, machte sich die Gruppe schon früh auf den Weg. Bei Nieselregen ging es hinunter ins Dabertal, an dessen Einmündung ins Umballtal die urgemütliche, winzige Clarahütte liegt. Rechtzeitig vor dem großen Regen wurde die Hütte erreicht und hier der Rest des Tages und die Nacht verbracht.

Der Wetterumschwung hatte die Temperaturen deutlich sinken lassen und in den Höhen Schnee gebracht. Nach einem Anruf beim Hüttenwirt der Essener-Rostocker-Hütte, dem geplanten nächsten Ziel, wurde deshalb beschlossen, die Tour im Umballtal zu beenden. Vorbei an den beeindruckenden Wasserfällen machte sich die Gruppe deshalb auf den Weg nach Ströden im hintersten Virgental, von wo nach einem Zwischenstopp an der Wallfahrtskirche „Maria im Schnee“ und einem gemeinsamen Mittagessen die Heimreise angetreten wurde.

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