2012 ST Norwegen

Traumskitouren Norwegen
Sektionstour Norwegen (24.03. bis 01.04.2012)
anlässlich des Jubiläums 100 Jahre DAV Ulm 1846

Diese Jubiläumstour wurde organisiert von den Sektionsmitgliedern Michael Scharpf (Trainer B Skihochtour) und Hartmut Presting (Fachübungsleiter Skibergsteigen in Ausbildung). 8 Mitglieder unserer Sektion und der Ulmer und Neu-Ulmer Nachbarsektionen nahmen an der Tour teil. Veranstaltet wurde die Tour von der Bergschule ‚Alpine Welten’ in Berghülen, wir wurden begleitet vom Bergführer Hans Honold. Insgesamt war ‚Alpine Welten’ mit 2 Bergführern und 2 Gruppen am Lyngenfjord in Norwegen vor Ort. Da in der zweiten Gruppe kurzfristig 2 Teilnehmer ausfielen, konnte ein Sektionsmitglied der DAV Sektion Ulm noch kurzfristig mitreisen, um die Lücke auszufüllen.
Wir trafen uns mit der zweiten ‚Norwegen Gruppe’ von Alpine Welten am Flughafen München und mit dem Flugzeug ging es am Samstag, den 24.03. morgens um 09:00 Uhr mit Zwischenaufenthalt in Oslo nach Tromsø, wo wir um 15:45 Uhr landeten. Mit 4 Mietautos für 12 Personen fuhren wir nach Koppangen brygger, einer Bucht am Lyngen Fjord, wo wir nach 2 ¼ Stunden Autofahrt schließlich um 18:00 Uhr unsere Ferienwohnung beziehen konnten.

 

 

 

 

Die beiden Ferienwohnungen, je für max. 8 Personen  lagen idyllisch direkt  am Wasser und waren komplett ausgestattet mit Küche (Kühlschrank, Geschirrspüler Backofen Herd), allerdings gab es nur ein Bad und ein zusätzliches separates WC. Jede Wohnung verfügte außerdem noch über eine Sauna.

 

 

 

 

Nachdem wir am Samstag Abend Nudeln gekocht haben, ging es nach einem guten Frühstück am Sonntag morgen in das 17 km entfernte Lyngseidet, um von dort aus den Rørnesstinden (1041m) zu besteigen. Die Tour, die wie fast alle Touren bei etwa 100 Hm begann, startete bei schlechtem Wetter. Starker Wind und schlechte Sicht erschwerten uns den Aufstieg zum Gipfel, den wir aber im Gegensatz zur anderen Gruppe unter dem Bergführer Hansi Stöckl nach ca. 3 Stunden gemeistert hatten. Hans Honold fand bei sehr
schlechter Sicht auch die Abfahrtsroute, die der Aufstiegsroute folgte. Etwa um 14:00 Uhr waren wir wieder am Parkplatz.
Leider hielt das schlechte Wetter an, so dass wir am Montag Morgen erst einmal wieder nach Lyngseidet zum Einkaufen fuhren, um für das Abendessen und Frühstück der nächsten Tage genügend Vorräte zu haben. Am Nachmittag stiegen wir dann von unserer Ferienwohnung auf eine kleine unbewirtete Skihütte (ca. 45 Minuten) auf, um uns etwas Bewegung zu verschaffen. Das abendliche Kochen war eine Gemeinschaftsaktion unter der Ägide unseres „Chefkochs“ Thomas Wilkens, der die entscheidenden Ideen und immer das richtige Händchen für ein hervorragendes Abendessen hatte. Auch von der Sauna wurde jeden Abend regen Gebrauch gemacht, wobei wir – wegen der mangelnden Kaltdusche – nach dem Saunagang kurz im Meer badeten.
Auch am Dienstag blieb uns das schlechte Wetter treu. Bei leichtem Schneefall und schlechter Sicht stiegen wir von unserer Ferienwohnung direkt durch ein Tal nach Westen auf den Gletscher Koppangsbreen auf und weiter zu einer Scharte mit dem westlichen Punkt bei 1079 m. Die Abfahrt folgte direkt der Aufstiegsspur. Nach kurzer Rast unterhalb des Gletschers waren wir am frühen Nachmittag zurück, wobei der Schneefall immer  stärker wurde. Wir waren 7 Skitourengeher und eine Splittboarderin (Sarah Stoebling). Obwohl die meisten Aufstiege und Abfahrten für Snowboarder im allgemeinen schwieriger als für Skitourengeher waren, meisterte Sarah alle Touren mit großer Bravour !
Am Mittwoch versprach der Wetterbericht gegen Nachmittag eine Wetterbesserung. So fuhren wir morgens erst nach Lyngseidet zum Einkaufen, um gegen 11:30Uhr unsere Skitour auf  den Fastalstinden mit 1275m zu beginnen. Wir starteten von einem Parkplatz, 2.5 km von Lyngseidet entfernt auf etwa 115 m Meereshöhe, wobei es zuerst über eine steile Rampe auf etwa 450 Hm hinauf ging. Jetzt erkannten wir erstmalig unter uns den Lyngenfjord, bis ca. 200 Hm unterhalb des Gipfels Nebel aufzog. Die Aussicht aufs Meer und die gegenüber liegende Küste ließ uns endlich die Einmaligkeit dieser Landschaft und ihren Reiz erkennen. Auf dem Gipfel bei 1275 m, den wir bei Nebel erreichten, trafen wir eine ca. 15 Mann starke französische Gruppe.

Die Abfahrt vom Gipfelhang war derart traumhaft, dass wir die ersten 200 Hm direkt unter dem Gipfel nochmals aufstiegen und genussvoll abfuhren. Lediglich die steinige Rampe direkt oberhalb des Parkplatzes schmälerte den Abfahrtsgenuss etwas.

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Am Donnerstag war bestes Wetter angesagt und so fuhren wir, zusammen mit der zweiten
Gruppe unter Hansi Stöckl nach Lyngseidet, um von dort mit der Fähre nach Olderdalen an der gegenüber liegenden Seite des Fjords zu gelangen. Das Wetter wurde bereits während der Überfahrt immer besser, und wir konnten unseren Gipfel, den Storhaugen bereits vom Schiff aus erkennen.  Nach Ankunft am anderen Ufer fuhren wir noch 20 Minuten um wieder an einem Parkplatz am Bergfuß zu parken. Bei inzwischen bestem Wetter stiegen wir die ersten 300m durch den dort fast immer vorhandenen Birkenwald auf, um beim weiteren Anstieg eine wunderbare Sicht auf den Lyngenfjord und unsere Heimatbucht Koppangen brygger zu genießen. Endlich nach ca. 3 Stunden auf dem Gipfel angekommen, konnten wir dort bei besten Bedingungen und einer grandiosen Rundsicht ca. 1 Stunde erfreuen bevor wir die Abfahrt genossen. Die freie Abfahrt bis zum Birkenwald war sowohl von den Schneebedingungen als auch von der Hangsteilheit fast nicht mehr zu toppen und so kamen wir an diesem Tag voll auf unsere Kosten, da wir an diesem Tag die Einzigartigkeit dieser Landschaft genießen konnten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach einem hervorragenden Fischgericht am Donnerstag Abend mit gerade in dieser Bucht gefangenen Kabeljau, die Thomas W. wieder exzellent zubereitete, wartete am späten Donnerstag Abend ca. um 22.36Uhr ein besonderes Higlight auf uns : wir konnten ein Polarlicht –auch aurora borealis genannt – am klaren Nachthimmel beobachten. Meisterfotograf Thomas Stöbling gelang es dieses in seiner Kamera festzuhalten .

 

 

 

 

 

Am Freitag Morgen fuhren wir mit dem Fischerboot zur angrenzenden Bucht. Wir stiegen über den Strupen, eine ca. 300m hohe Steilrampe auf den Gletscher Strupbreen auf. Das Wetter war anfangs noch einladend; Hansi Stöckl und seine Gruppe folgte uns. Das Ziel war der Tafeltinden, mit 1395m unser bisher höchster Berg und unsere erste im Grunde hochalpine Gletschertour. Leider wurde auch da das Wetter schlechter, sodass wir uns auf dem Gipfel nicht lange aufhielten sondern recht schnell wieder über das seitliche Tal zu unserer Heimatbucht nach Koppangen brygger hinab fuhren.

Am Samstag morgen packten wir unsere Sachen und fuhren mit den Mietautos bereits zurück Richtung Tromsø. Am Abzweig der E8 ca. 90km vor Tromsø stiegen wir bei durchwachsenem Wetter ca. 2 Stunden auf Richtung Gipfel des Rassvarri, wir starteten gegen 11:30Uhr. Da das Wetter zunehmend schlechter wurde, kehrten wir bei ca. 900Hm um und fuhren kurzerhand ab; die Abfahrt bot noch einmal einen Genuss, da es am Tag und die Nacht zuvor ausreichend geschneit hatte. Am frühen Nachmittag gegen 14:30Uhr fuhren wir schließlich zum Ami Hotel nach Tromsø, das wir gegen 17:00 Uhr erreichten. Als besonderes ‚highlight’ gingen wir am Samstag Abend in Tromsø zusammen in ein
gutes Restaurant am Hafen zum Abendessen. Es muss hier lobend erwähnt werden, dass unser Bergführer Hans uns zum Abendessen und zum ersten Getränk einlud, was durchaus ein Kostenfaktor darstellte (durchschnittl. Essenspreis 35.-€, ½ Liter Bier ca. 11.€). Nach dem Abendessen zogen wir in eine Bar um, dann schließlich noch in eine andere. Die hohen Preise für alkoholischen Getränke hielten uns jedenfalls vom Alkoholkonsum an diesem Abend nicht ab um so die schöne Skitourenwoche abzuschließen.

Bericht: Hartmut Presting
Bilder : Hartmut Presting, Thomas Stöbling, Hans Honold

Recht herzlich bedanken möchte ich mich bei unserem Bergführer Hans Honold und seiner Bergschule Alpine Welten für die sehr guteOrganisation dieser Auslandsfahrt und die umsichtige Führung auf den Touren.
Michael Scharpf

zu den Tourenberichten 2012

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