2012 ST Rotwand

Rotwand Reibn, Skitourenklassiker am Spitzingsee

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Der Samstagmorgen begann mit heftigen Neuschneefällen und ich erreichte den vereinbarten Treffpunkt in Berkheim mit 10 Minuten Verspätung. Rasch war das Gepäck verstaut und um 06:30 Uhr ging die Fahrt über Memmingen München, Weyarn, Miesbach, Schliersee, Neuhaus an den Spitzingsee 1067m.
Das Wetter hatte sich gebessert. Es hatte aufgehört zu schneien, doch der dichte Nebel hatte sich nicht gelichtet. Über die Schneelage waren wir sehr erfreut. Dieses Jahr liegt am Spitzingsee richtig viel Schnee.
Alle Teilnehmer waren auf die „Eingehtour“ sehr gespannt. Nach einer kurzen Querung im Skigebiet stiegen wir zum Rotkopf 1602m auf. Zu Beginn erfolgte der Aufstieg  im Wald, wobei die Spur zum Teil recht steil angelegt war. Nach ca. 2 Stunden war der Gipfel erreicht. Der Übergang zum Roßkopf 1580m war einfach. Zu allem Übel war der Nebel noch immer sehr dicht, doch die Abfahrt auf der Piste war keine Herausforderung. Wieder im Tal angekommen stärkten sich alle Teilnehmermit einem warmen Mittagessen.
Gestärkt konnte der Aufstieg zum Rotwandhaus 1737m angetreten werden. Dieser erfolgt zuerst auf einem breiten Fahrweg und im späteren Verlauf einem  schmalen Ziehweg folgend. Sehr überrascht war ich über die Schlittenfahrer, welche mir beim Aufstieg entgegen gekommen sind. Es scheint wohl ein Vergnügen zu sein, zu Fuß zum Rotwandhaus aufzusteigen und nach einer gemütlichen Einkehr wieder ins Tal zu rodeln. Die dicke Nebelsuppe hatte sich noch immer nicht gelichtet und so war uns nur für den Bruchteil einer Sekunde der Blick auf den Gipfel der Rotwand vergönnt. Aufgrund der widrigen Wetterbedingungen wurde allerdings auf eine Besteigung der 1884m Rotwand
verzichtet.
Das Rotwandhaus wurde in den vergangen Jahren von Grund auf renoviert. Unser
Lager war sehr ansprechend. Es gab sehr viele Haken zum Aufhängen der Kleidung,
warmes Wasser im Waschraum und sogar eine warme Dusche. Auch das Abendessen war sehr lecker. Suppe, Salat, Gulasch mit Spätzle und zum Dessert einen Kaiserschmarren mit Eis. Schade nur, dass die Ski über Nacht vor der Hütte deponiert werden mussten.
Über Nacht hatte sich der dichte Nebel noch immer nicht gelichtet. Der Tag begann also mit einer steilen Abfahrt im zerfahrenen Pulverschnee. Da sich alle Teilnehmer nach ein paar Sonnenstrahlen sehnten, waren die Felle rasch aufgezogen und bereits am Auersattel hatten wir die erhoffte Sonne. An der Auerspitze 1811m konnten wir unsere Gefühle nicht verbergen. Sonne, Pulverschnee und eine ganz tolle Fernsicht. Leider war unser diese tolle Stimmung auf der Abfahrt nicht lange vergönnt. Rasch war die Sonne verschwunden und wir mussten auf die Großtiefental Alm 1569m im Nebel abfahren. Nur der Schnee verblieb in Pulverform.
Da es sich im Nebel nicht so gemütlich rasten lässt und wir uns ganz sicher waren, am
nächsten Gipfel die  Sonne genießen zu können, waren die Felle rasch angebracht und der Aufstieg zum Hochmiesing 1883m konnte beginnen. Auf dem Sattel wurden unsere Hoffungen auf Sonne und Fernsicht bereits erfüllt. Das Panorama am Gipfel war wirklich umwerfend und so hatten wir uns diese längere Pause auch wirklich verdient. Auf der Abfahrt das unveränderte Bild. Rasch hatte uns die dicke Nebelsuppe wieder eingeholt doch der Schnee blieb ein Gedicht. Nach einer rassigen Abfahrt im Pulverschnee erfolgte der Aufstieg zum Taubensteinhaus 1567m. Dort angekommen stärkten wir uns mit einer warmen Suppe.
Nach einer kleinen Abfahrt begann der Anstieg zur Krottentaler Alm 1435m. Die Aiplspitze 1759m war rasch erreicht und erneut konnten wir am Gipfel die Sonne genießen. Der Schnee hatte aber einen harten Deckel erhalten, so dass diese Abfahrt kein Genuss wurde. Die wenigen Höhenmeter zum Tanzeck waren anschließend rasch überwunden. Erwartungsgemäß hatten wir keine Sonne am Gipfel dafür aber tibetisch anmutende Gebetsfahnen. Aufgrund der dicken Nebelsuppe verzichteten wir auf die Benzingspitze und den Jägerkamp und fuhren direkt zur Schnittlauchmoos Alm ab. Diese Alm liegt sehr dicht am Pistenskigebiet. Die weitere Abfahrt ins Tal war auf den beinahe menschenleeren Pisten keine großeAngelegenheit.

Bei unserem Tourenführer Michael Scharpf möchte ich mich ganz herzlich bedanken. Er hat diese Tour sehr gut vorbereitet und uns mit Karte, Kompass und Höhenmesser immer zuverlässig durch die Nebelsuppe geführt. Bedanken möchte ich mich auch bei Birgit, Irma, Jürgen, Jürgen, Ralf, Sandra und Siggi für den netten Hüttenabend und den Teamgeist.
Leider konnten wir nur auf 3 Gipfeln die Sonne genießen. Dafür hatten wir eigentlich fast immer lockeren Pulverschnee und mit uns waren nicht all zu viele Tourengeher unterwegs. Ich denke bei schönem Wetter kann die Reib’n auch sehr stark frequentiert sein.

Text: Martin Gaus
Bilder: Sandra Mauch + Michael Scharpf

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