2012 ST Scheinberg

Scheinberg(-spitze), 1.926 m


Am Morgen des 30. Dezember trafen sich neun Skitourenfans zur Fahrt in die Ammergauer. Der Lawinenlagebericht gab eine 2 vor, das Wetter sollte durchwachsen sein.
Rund um Reutte und den Plansee sah die Schneelage noch sehr dürftig aus, doch mit einemmal, im eng eingeschnittenen Tal des Ammerwalds, wars dann tief winterlich. Frohgemut wurden am Parkplatz die Felle aufgezogen, nochmal die Ausrüstung überprüft und nach dem grossen LVS-Check gings mit einer Ausgangshöhe von ca 1.000 m  bergan. Zunächst durch dichten Wald, der bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt heftig tropfte – Schirm oder Badeklamotten wären adäquat gewesen! Außerdem galt es auf die zahlreichen kleinen Schmelzwasserbäche zu achten, bei Fellkontakt waren anschließend Stollen garantiert. Mit zunehmender Höhe wurde der Wald lichter, die Luft kälter und mal begleiteten uns leichter Schneefall, mal sonnige Phasen mit schönem Blick insbesondere auf die Klammspitze.
Tourenchef Michael Scharpf verstand es, unterwegs immer wieder auch didaktische Elemente einfliessen zu lassen, seien es Gesichtspunkte von umweltverträglichem Skibergsteigen, Kickkehrentechnik oder Beurteilung von Lawinengefahr aufgrund des Zusammenspiels von Geländeform, Hangausrichtung, Windrichtung und Schneefall der vorangegangenen Tage.
Bei ca 1.780 m war dann, nachdem es schliesslich über einen freien Rücken gegangen war, ein windgeschützter, sonniger Brotzeitplatz erreicht, ideal für die Teilnehmer ohne Gipfelambitionen.
Fünf Teilnehmer nahmen nach kurzem Verschnaufen den Gipfel in Angriff.  Weitere etwa 50 Hm auf Ski führten zum eigentlichen Skidepot, ab da ging es zu Fuss den teilweise erheblich vereisten, ansonsten unschwierigen Ostgrat empor. Dabei leistete das Drahtseil sehr gute Dienste. Wohlbehalten wieder beim Rest der Gruppe, wurden dann erst mal Kalorien zugeführt.
Die Abfahrt, etwas östlich der Aufstiegsroute und aufgrund zahlreichen Besuchs an diesem und dem Vortag nicht zu verfehlen, bereitete bei teils sehr eingefahrenem, aber doch überwiegend noch lockerem, ja pulvrigem Schnee, nochmals großes Vergnügen. 

Fazit: Keine Tour für Einsamkeitsfanatiker, aber bei der Höhendifferenz kein Spaziergang, und in bergsteigerische Hinsicht am Gipfelgrat wie in skifahrerischer Hinsicht im Hochwald durchaus eine kleine Herausforderung. Und die Frage, ob wir angesichts der Bezeichnung „Schein-berg“ überhaupt eine Tour gemacht hätten, beantworteten ganz eindeutig die entsprechenden Muskelgruppen! 

Bericht: Hubertus Glanz
Bilder: Michael Scharpf

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