2013 BW Sizilien

Wanderreise nach Sizilien


Sizilien ist als Wandergebiet eher noch ein Geheimtipp, obwohl es mit ausgedehnten Naturparks, unberührten Flussläufen durch tiefe Schluchten, markanten Gipfeln und vielen Vulkankegeln eine faszinierende Landschaft zu bieten hat. Einen Eindruck in diese Vielfalt bekamen die 18 Wanderer der Ortsgruppe Laupheim bei ihrer 10-tägigen Wanderreise.

Vom Hotel „Naxos BeachResort“ aus startete die Gruppe jeden Tag mit zwei Kleinbussen zu ihrenWanderungen in der näheren und weiteren Umgebung. Schon am ersten Wandertag stand mit dem Monte Venere der erste Gipfel auf dem Programm. Zunächst galt der Besuch dem berühmten Griechischen Theater in Taomina, dann führte ein steiler Treppenweg hinauf nach Castelmola, das wie ein Schwalbennest an einem Felsen über der Bucht von Giardini hängt. Die letzten Meter mussten schließlich in glühender Hitze mühsam erkämpft werden, entschädigten aber mit einem weitenBlick über die Ostküste der Insel.
Weit ins Landesinnere führte die Fahrt am nächsten Tag. Ziel war mit dem Pizzo Carbonara der zweithöchste Berg Siziliens. Nach einem abwechslungsreichen Aufstieg durch Buchenwald, über Almwiesen und durch ausgedehnte Karstflächen wurde der Gipfel erreicht – leider im Nebel. Eine ähnliche Wetterlage herrschte auch am folgenden Tag bei der Wanderung hoch über Messina. Hier folgte man vom Wallfahrtsort Santuario Dinnamare dem Naturlehrpfad Sentiero Girassi. Groß war die Freude, als im zweiten Teil der Tour die Nebelschwaden verschwanden und der Blick frei wurde auf die Halbinsel von Milazzo und die Bergdörfer dahinter.
Im Hinterland von Syrakus hat sich der Fiume Anepo eine tiefe Schlucht ins Gestein gegraben. Hier befinden sich ca. 5000 Kammergräber aus den 12. Jh. v Chr. Ein kühn angelegter Pfad führt durch dieses Weltkulturerbe bei Pantalica, das gleichzeitig der Lebensraum seltener Pflanzen ist. Nach der Begehung der Schlucht bildete ein Besuch der Altstadt von Syrakus den Abschluss dieses Tages.
Eine ausgedehnte Runde durch die von Lava geprägte Landschaft an der Westflanke des Ätna folgte am nächsten Tag. Von einer mit Ätna-Ginster bewachsenen Hochebene bei Bronte führte die Wanderung über je nach Alter unterschiedlich mit Vegetation bedeckte Lavaströme. Dabei wechselten sich größere Waldgebiete aus Steineichenwäldern mit kahlen Schlackehängen und Lavaströmen ab.
Ein Kontrastprogramm folgte tags darauf bei der Besteigung der Rocca di Novara, dem „Matterhorn Siziliens“. Bei strahlendem Sonnenschein wurde der markante Felsgipfel auf steilem Steig bezwungen und vom Gipfelkreuz ausgiebig der Blick über Novara bis zum Meer genossen. Bei der Rückfahrt galt ein kurzer Halt dem Besuch der Alcantara-Schlucht.
Der letzte Tourentag führte zum Ätna. Zwar hatte der Wetterbericht gute Bedingungen vorhergesagt, aber am Rifugio Sapienza machte der örtliche Bergführer der Gruppe klar, dass wegen dichtem Nebel am Gipfel an eine Besteigung nicht zu denken war. Als Alternative führte er die Gruppe zunächst zum Sattel am Montagnola (2648 m). Von hier ging es die ersten 600 Hm in 35° steilen Aschehängen in der Falllinie abwärts. Später folgten die riesigen Lavafelder des Ausbruchs von 2001 mit den verschiedensten Formen von Lava, die ausführlich erklärt wurden. Knapp oberhalb des Städtchens Zafferano auf 1400 m endete der Lavastrom und auch die Wanderung.

Nach einem „Urlaubstag“ mit Bummel in Giardini Naxos, Besuch des archäologischen Museums und Aufenthalt am Strand wurden die Koffer gepackt und am nächsten Tag der Heimflug von Catania nach Stuttgart angetreten.

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