2013 KT Cinque Torri

Klettern an den Cinque Torri

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Hält das Wetter? Nach der Bullenhitze der letzten Tage war die Wettervorhersage für das Wochenende unsicher, aber nicht abschreckend für die acht Kletterer: Bernd,  Doris, Jürgen, Tommi, Big und den Führern Tobias, Michael und Andreas. Und je näher wir unserem Ziel in den Dolomiten kommen, desto heller und freundlicher  wird das Wetter – und damit auch unsere Stimmung. Voll freudiger Erwartung auf  den schönen Dolomitenfels ist unser erster Halt am Passo di Valparola. In drei  Seilschaften (Michael + Jürgen, Doris + Big, Bernd + Tommi – Tobias und Andreas  kommen später nach) klettern wir auf den Hexenstein (Sasso di Stria 2477 m)  über die Südkante. Die relativ leichte Kletterei (IV+) über sechs Seillängen war genau das Richtige zum Einstieg. Glücklich und zufrieden genießen wir die Sonne und die traumhafte Aussicht auf dem Gipfel und bestaunen den vielen Schnee,  der die umliegenden Gipfel noch mit weißer Haube ziert. Der Abstieg erfolgt durch das Labyrinth der Schützengräben aus dem Ersten Weltkrieg.

Nach der wohlverdienten Vesperpause am Auto geht es weiter zu unserem Domizil Rif.
Cinque Torri in unmittelbarer Nähe der berühmten Türme, die die Kletterherzen höher schlagen lassen. Das ältere Paar, das die Hütte bewirtschaftet, bewirtet  uns fürstlich. Zunächst gönnen wir uns einen guten Cappuccino – persönlich zubereitet vom Hüttenwirt. Gut Ding braucht Weile, so dauern 6 Cappuccini gerne mal 15 Minuten, dafür ist jeder einzelne liebevoll verziert mit fünf kleinen Milchschaumhäufchen für die Cinque Torri, ein großer Haufen für die Tofana, drei für die Drei Zinnen. Mit Blick auf die Türme genießen wir unseren Cappuccino – nur Bernd scharrt mit den Hufen und will am liebsten gleich los und noch eine Tour machen. Doch die Sonne macht uns träge… Rechtzeitig zum leckeren Abendessen treffen auch Tobias und Andreas ein, die an den Türmen schon mal eine Tour geklettert sind. Danach findet Bernd in Tobias doch noch ein williges „Opfer“, der nur zu gerne noch eine Vollmondtour mit ihm macht.

Der nächste Morgen erstrahlt in ungetrübtem Sonnenschein – keine Wolke am Himmel! Wir teilen uns auf: zwei Seilschaften (Michael + Jürgen und Doris + Andreas) klettern an den Cinque Torri die Nordostkante am Torre Lusy (IV-, 6 SL), die Via delle Guide am Torre Grande (IV, 4 SL), den Südkamin am Torre Romana (IV, 3 SL) und am Torre Inglese die Südostverschneidung (IV, 2 SL). Die beiden anderen Seilschaften (Tobias + Tommi, Bernd + Big) fahren zum Col dei Bos und klettern die „Alvera-Führe“ (Südkante V+, 11 SL). Dort haben wir trotz des Traumwetters Glück – außer uns steigt nur noch eine italienische Dreierseilschaft kurz vor uns in die Route ein. Die können zwar klettern, aber wo´s hin geht, haben sie offensichtlich keinen Plan. Tobias schaut sich das eine Weile an und beschließt dann, rechts an der Seilschaft vorbei zu klettern. Die Dreierseilschaft hinterher – jetzt weiß man ja, wo´s lang geht – und so geht das Spiel eine Weile, dass wir über und aneinander vorbei klettern. Aber: der Klügere gibt nach – in der fünften Seillänge lässt Bernd den Italienern den Vortritt und wir warten und warten… Dann haben wir den Fels aber für uns alleine und eine wunderschöne Kletterei belohnt unsere Geduld. Das Wetter verschlechtert sich zusehend, beim Abstieg zu Fuß bekommen wir ein paar Tropfen ab, dann verzieht sich der Regen aber wieder, sodass wir voller Tatendrang nach der Rückkehr an die Cinque Torri beschließen, noch eine Tour zu klettern. Trotz der schwarzen Wolken steigen wir in die „Via Myriam“ ein. Schnell und souverän steigt Tobias zwei Seillängen am Stück vor – am Stand angekommen müssen wir dann doch einsehen, dass wir bei dem Wetter nicht weiter können und seilen ab. Kaum an der Hütte angekommen geht es richtig los mit dem Regen – es schüttet aus Kübeln. Ob das am Sonntag noch was wird?

Und ob! Wieder stehen wir bei strahlendem Sonnenschein auf und staunen über den blauen Himmel. Michael + Jürgen, Andreas + Tommi machen sich auf zum Piccolo Lagazuoi, wo sie die „Via del Buco“ (IV, 10 SL) klettern. Tobias + Doris, Bernd + Big vergnügen sich an den Torri und vollenden die tags zuvor abgebrochene „Via Myriam“ (V, 8 SL). Tolle Tour mit Querung unter dem „großen Dach“ und beeindruckenden Tiefblicken und freihängendem Abseilen. Gegen 12 Uhr ziehen wieder Wolken auf, aber für den Südkamin am Torre Romana (2 SL) reicht es noch.

Zum Abschluss der drei erlebnisreichen Tage treffen wir uns noch einmal alle zu einem Cappuccino am Falzarego Pass und lassen unsere Eindrücke Revue passieren bevor wir uns auf den Heimweg machen.

Herzlichen Dank an unsere Führer Tobias, Michael und Andreas für die wie immer perfekte Organisation, Führung, Vorstiege, Absicherung etc.. Dank an die gesamte Gruppe für die tolle Stimmung und Kameradschaft.

Bericht: Big Matheis

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