2013 Sen Ruegen

Senioren–Wanderwoche ohne Gepäck
Stützpunkt Gästehaus Lietzow auf Rügen


Sonntag 08.09.2013
Um 4,55 Uhr startet die Regionalbahn mit tapferen 20 Frühaufstehern nach Stuttgart, dort steigen wir um in den ICE nach Berlin. Von Berlin aus geht es dann mit dem IC weiter über Stralsund nach Bergen auf Rügen, dort fahren wir die letzten Kilometer mit der Regionalbahn bis Lietzow.
Pünktlich um 17.40 Uhr erreichen wir unser Ziel. Herr Engel, der Betreiber vom
Gästehaus Lietzow, erwartet uns mit seinem PKW um die Koffer abzuholen. Vom
Bahnhof sind es knapp 15 Minuten zu unserem Quartier, das ganz idyllisch am
Waldrand liegt mit einem dazugehörigen Campingplatz, auf dem noch 2 Personen
Ihre Unterkunft haben, so dass wir insgesamt 22 Personen sind. Nach gutem und reichhaltigem Abendessen gibt es noch eine Vorbesprechung für den nächsten Tag, danach ziehen sich die meisten auf die Zimmer zurück, was nach diesem langen Tag sicher kein Wunder ist.

Montag 09.09.2013
Heute gibt es als Anfang erst einmal eine kleine Eingewöhnungstour. Nach gemütlichem Frühstück starten wir um 9.30 Uhr direkt vor dem Gästehaus. Alle sind munter nach einer ruhigen Nacht.
Das erste Stück geht es entlang der Bundesstraße auf dem Geh- und Radweg, von dem wir jedoch nach einer knappen viertel Stunde nach rechts in den Wald abbiegen.  In  gemütlichem Tempo wandern wir oberhalb des Boddens nach Ralswiek, das wir kurz nach 11 Uhr erreichen. Der Ort ist nicht groß und lebt im Sommer hauptsächlich von den Touristen, die die Störtebeker Festspiele besuchen. Leider kann man die Naturbühne nicht besichtigen, nur von außen etwas von den Kulissen sehen. Wir gehen hinauf in den Schlosspark mit seinem herrlichen alten Bäumen, von denen einige fast 200 Jahre alt sind. Im Restaurant Störti wird eine Kaffeepause eingelegt, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machen. Leider fängt es an zu regnen, so dass wir den Rückweg etwas verkürzen. Um 15.30 Uhr sind wir wieder zurück am Gästehaus. Es hat kurz aufgehört zu regnen, fängt jedoch später wieder an und auch der Wind frischt kräftig auf.

Dienstag 10.09.2013
Um 8.03 Uhr fährt heute der Bus Richtung Putgarten, das bedeutet früh aufstehen. Es ist recht frisch mit 9°, aber der Himmel ist strahlend blau.
Nach einer guten Stunde Busfahrt erreichen wir Putgarten, hier beginnt unsere heutige Tour zum Kap Arkona. Die Strecke führt zuerst auf der Straße bis zum Kap, wir wollen auf den großen Leuchtturm. Eigentlich öffnet dieser erst um 11 Uhr, was eine Stunde Wartezeit bedeuten würde. Aber Manfred findet den „Leuchtturmwärter“ und der lässt sich das Geschäft nicht entgehen, wir dürfen bereits um 10 Uhr hinauf. Von oben hat man einen tollen Rundblick über den Nordteil der Insel bis hinüber nach Hiddensee.
Jetzt geht es dann weiter oberhalb der Steilküste mit immer wieder schönen Ausblicken auf die Ostsee. Vorbei am Siebenschneiderstein, einem großen Findling, laufen wir bis zur Abzweigung nach Fernlüttkevitz, hier machen wir Mittagspause. Plötzlich ziehen von Westen ziemlich schnell Wolken herauf, die uns nicht ganz geheuer sind. Wir kürzen daher die Tour ab und laufen via Putgarten zum historischen Fischerdorf Vitt. Der Ort liegt ganz verwunschen an der Küste. Bevor man hinunterkommt, steht oberhalb noch eine achteckige Kirche, der nachgesagt wird, dass der Bauplan vom berühmten Architekt Schinkel stammt. Dies ist allerdings nicht zu 100%  nachweisbar. Im Ort sind die Häuser alle wunderbar mit Reet gedeckt und es gibt am Strand noch eine Fischräucherei, die seit vielen Generationen hier ansässig ist.
Kurz bevor wir in Putgarten zurück sind, kommt tatsächlich ein kurzer Regenschauer, den wir aber in den schönen Cafés vom Rügenhof  an uns vorbeiziehen lassen. Um 15.53 Uhr fährt dann unser Bus wieder zurück nach Lietzow.

Mittwoch, 11.09.2013
Auch heute müssen wir noch einmal etwas früher raus, wir haben eine lange Strecke vor uns. Bereits um 7.18 Uhr fahren wir mit dem Bus nach Bergen und von dort nach Schaprode. Hier besteigen wir die Fähre nach Hiddensee.
Um 9.45 Uhr erreichen wir bei herrlichem Wetter den Hafen Vitte auf der Insel Hiddensee. Wir wandern auf der der offenen See zugewandten Inselseite nach Kloster. Von hier aus geht es auf dem Uferweg in nördlicher Richtung weiter. Der Weg führt durch den Wald und es gibt immer wieder Ausblicke auf das offene Meer und den Strand.
Kurz vor 12 Uhr erreichen wir den Bakenberg mit dem Leuchtturm. Auch dieser kann bestiegen werden, es öffnet sich ein Blick über die ganze Insel. Hier oben machen wir dann auch Mittagsrast. Leider ist ein großer Teil des Küstenweges gesperrt, weil große Teile abgerutscht sind. Daher können wir die komplette Tour nicht laufen und müssen auf dem kürzeren Weg zurück nach Kloster gehen. Auf dem Deich zum Bodden geht es dann gemütlich zurück nach Vitte, wo wir noch genügend Zeit für einen Kaffee oder auch ein Fischbrötchen haben. Die Sonne meint es heute gut mit uns, wir genießen sie in vollen Zügen. Um 15,30 Uhr geht es dann mit der Fähre wieder nach Schaprode und mit dem Bus via Bergen zurück nach Lietzow.

Donnerstag, 12.09.2013
Der heutige Tag ist zweigeteilt. Wir fahren mit der Bahn um 8.45 Uhr nach Sassnitz. Dort besteigen wir das Fahrgastschiff „Insel Rügen“ und machen eine Fahrt entlang der Kreideküste bis zum Königstuhl und zurück. Das Wetter meint es wirklich gut mit uns, die Ostsee ist friedlich und die weißen Felsen leuchten in der Sonne.
Leider geht die Fahrt viel zu schnell zu Ende, das war schon mal ein Highlight für den heutigen Tag. Wir laufen am Hafen entlang Richtung Kreidefelsen. Am Ortsende von Sassnitz machen wir dann erst mal Mittag bei strahlendem Sonnenschein. Hier teilen wir uns in zwei Gruppen auf, ein paar laufen oberhalb der Küste im Wald, der andere Teil marschiert unten am Ufer bis zur Piratenschlucht. Wir finden einige tolle Feuersteine, sogar ein paar mit durchgehenden Löchern, auch Hühnergötter genannt (die sollen Glück bringen). Oberhalb der Piratenschlucht kommen wir wieder zusammen  und laufen gemeinsam durch den herrlichen Buchenwald mit immer wieder beeindruckenden Aussichtspunkten bis zu den Wissower Kinken, die allerdings vor einigen Jahren abgebrochen sind. Immer wieder kann man sehen, wie Wind und Wasser an der Küste nagen und diese immer wieder neu formen. An einigen Stellen kann man schon erahnen, welche Stücke als nächste ins Meer stürzen.
Durch den Buchenwald geht es nun zurück nach Sassnitz. An der Uferpromenade beschließen wir den herrlichen Tag bei einer guten Tasse Kaffee, bevor es mit dem Zug zurück nach Lietzow geht.

Freitag, 13.09.2013
Auch heute haben wir wieder einen geteilten Tag. Zuerst geht es mit der DB nach Bergen, von dort mit einer Privatbahn nach Lauterbach Mole. Am Ende des Hafenbeckens wartet „Julchen“ auf uns, ein kleiner Kutter der uns auf die Insel Vilm bringen wird. Die Insel ist seit 1990 ein Naturschutzgebiet und gehört zum Biosphärenreservat  Südost-Rügen. Pro Tag darf die Insel nur von 30 „normalen“ Personen gliechzeitig betreten werden, ansonsten sind hier nur Naturforscher zugelassen. Der Bootsmann ist gleichzeitig auch der Führer auf der Insel. Auf einem ca. 3 km langen Rundweg wird uns viel über den Werdegang und die Natur der Insel erklärt. Bestimmt ist aber auch einiges Seemannsgarn dabei. Die Insel Vilm war lange Jahre Sperrgebiet und nur den Ministern der ehemaligen DDR und deren Familien zugänglich. Nach der Wende gab es einige Spekulanten die reichen Bürgern die Insel als Feriendomiziel verkaufen wollten, was glücklicherweise verhindert wurde.
Sehr beeindruckend sind die uralten Bäume die im Wald stehen, einige sind bis zu 300 Jahren alt. Ältere Bäume gibt es nicht mehr, weil die Insel im Jahre 1527 von einem Besitzer komplett abgeholzt wurde. Heute gibt es  wieder eine vielfältige Vegetation, die sich komplett selbst überlassen wird. Auch eine Vielzahl von tierischen Bewohnern gibt es, die uns allerdings verborgen bleiben.
Nach der Rückkehr von der Insel machen wir  im Hafen Mittagspause und wandern dann über Neudorf nach Putbus. Wir erreichen den Ort durch den Schlosspark, in dem bis zu 60 seltene Baumarten wie Mammutbaum, Tulpenbaum und Douglasien stehen. Der Park wurde im 18. Jahrhundert nach englischem Vorbild angelegt. Das eigentliche Schloss existiert nicht mehr, es wurde im Krieg zerstört und die Reste im Jahr 1962 gesprengt und eingeebnet. Übrig sind nur noch die Orangerie und der Marstall, in denen heute die Gastronomie untergebracht ist. Auch die Schlosskirche ist noch erhalten. Bekannt ist Putbus durch seinen Circus, einem Ring von weißen Häusern die sich um einen Obelisken gruppieren. Dieser erinnert an die Gründung der Stadt durch Fürst Malte von Putbus.
Nachdem das kleine Städtchen besichtigt ist, findet sich der größte Teil im Kaffee in der Orangerie ein. Von dort aus laufen wir dann zum Bahnhof und fahren via Bergen wieder zurück nach Lietzow.

Samstag 14.09.2013
Heute ist der letzte Tag der Wanderwoche auf Rügen. Da ja am Nachmittag noch die Koffer gepackt werden müssen, ist heute das Programm nicht mehr so umfangreich aber trotzdem sehr interessant.
Um 9.20 Uhr fahren wir mit dem Zug nach Bergen. Hier erwartet uns der „Magister Historicus“, im wahren Leben der Kürschnermeister Uwe Hinz, zur Stadtführung. Es wird eine unterhaltsame, lehrreiche Tour durch die Inselhauptstadt die ihren Namen zu Recht trägt. Von allen Seiten muss man einen Berg hinauf, der höchste Punkt der Tour liegt am Kirchplatz mit 70 m über dem Meer. Wir erfahren einiges über die Geschichte der Stadt und deren berühmten Einwohner wie den Chirurgen Ernst Billroth und den Maler Ernst Moritz Arndt. Nach 3 Stunden endet die tolle Führung im ehemaligenKlosterhof.
Um 13.28 Uhr fahren wir dann mit dem Zug zurück nach Lietzow und blicken nochmals zurück auf die schönen und rundum gelungenen Tage auf Deutschlands größter Insel, der Insel Rügen.
Da auch das Wetter jeden Tag noch ein bisschen besser wurde und wir mit reichlich Sonne bedacht wurden konnte es besser gar nicht sein. Manfred hat wieder alles gegeben, um die Tage so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten. Wir können ihm auf diesem Weg nur nochmals herzlich danke sagen und hoffen auf eine Fortsetzung im nächsten Jahr.

Sonntag 15.09.2013
Es wird wieder ein langer Tag auf der Bahn. Bereits um 5.20 Uhr fährt der Zug ab Lietzow in Richtung Rostock ab. Von dort geht es dann weiter nach Hamburg und anschließend mit dem ICE nach Ingolstadt. Ab hier fahren wir dann mit der Regionalbahn nach Ulm, das wir um 16.40 Uhr müde aber zufrieden erreichen.

Text: Beate Wieland
Fotos : Brigitte Müller

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