2014 BT Cortina

Höhenwege „Rund um Cortina“


Ursprünglich stand in der ersten Septemberwoche die Begehung des Venediger-Höhenweges im Programm, aber  die Wetterprognose mit der Aussicht auf Neuschnee zwang zu einer kurzfristigen Änderung der Planung. So führte die Fahrt der 10-köpfigen Gruppe in die Dolomiten, um dort einen großen Teil des Dolomiten-Höhenweges 1 zu durchsteigen. Auch dort erlebten die Bergsteiger die Kapriolen des diesjährigen „Sommers“, konnten aber ihr Programm ohne Abstriche durchführen.

Ausgangspunkt für die 7-tägige Tour war Schluderbach zwischen Toblach und Cortina. Hier begannn nach zäher Anfahrt der Aufstieg zum Gasthaus Plätzwiese am Fuß des Dürrenstein. Unmittelbar vor Beginn des Regens wurde die Unterkunft erreicht und dort der Rest des Tages verbracht.

Am nächsten Morgen hingen zwar noch dichte Nebelschwaden um den Gipfel der Hohen Gaisl, aber der Niederschlag hatte aufgehört, so dass es in bester Stimmung los gehen konnte. Zunächst über nasse Wiesen, später steil ansteigend durch lichten Lärchenwald wurde die Hohe Gaisl auf der Nordseite umrundet, bis man die Felsschrofen der Gaiselleite erreichte. Hier begann der teilweise gesicherte Steig durch die steile Flanke zur Rossalm, wo eine längere Pause eingelegt wurde. In ständigem Auf und Ab führte der Weg, ab jetzt auf dem Dolomiten-HW 1, schließlich zur Ofenscharte, von wo die „Frauen-Power-Gruppe“ noch den (vergeblichen) Versuch machte, den Gipfel des Seekofel zu erreichen. Als der Regen einsetzte, waren alle in der Seekofelhütte versammelt und hofften auf eine Wetterbesserung.

Der Tagesanbruch brachte eine Überraschung: Winterlandschaft um die Hütte. Trotzdem machte sich die Gruppe um 8 Uhr auf den Weg. Auf dem Fahrweg ging es vorbei an der Senneshütte steil hinunter zum Rif. Pederü, wo es Zeit für eine Aufwärmpause wurde. Bei Sonnenschein aber eisigem Wind begann dann der Aufstieg zur Faneshütte, eher Hotel als Hütte. Hier wurde der Nachmittag bei sommerlichen Temperaturen mit diversen Streifzügen im Bereich der Hütte ausgefüllt.

Bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt und lockerer Bewölkung begann der nächste Tag mit dem Aufstieg vorbei am zauberhaften Limosee zum Tadegajoch. In langer aber angenehmer Steigung wurde von dort die Seescharte erreicht. Durch die extrem steile Geröllrinne auf der Südseite führte auf einem aufwändigen, meisterhaft angelegten Steig die Route wieder abwärts zum Lago di Lagazuoi und weiter zum schön gelegenen Rifugio Scotoni. Hier war Zeit für die Mittagspause, bevor es nochmals steil aufwärts zur Salares-Scharte ging. Nach dem Abstieg durch ein enges Kar und der Querung etlicher Geröllfelder wurde mit einsetzendem Regen das Rif. Valparola erreicht, wo die Wanderer mit einer guten Unterkunft und hervorragendem Esssen verwöhnt wurden.

Der erste Teil der nächsten Etappe wurde bei Regen zurückgelegt. Am Falzarego-Pass konnte dann aber die Regenkleidung abgelegt und die Strecke bis zur Averau-Hütte bewältigt werden. Hier wurden die Rucksäcke deponiert und der Aufstiegt zum Novolau in Angriff genommen. Bei Sonnenschein bot sich von dort ein beeindruckender Ausblick, der ausgiebig genossen wurde. Bei einem Bummel zu den Cinque Torri mit Einkehr in der Scoiatoli-Hütte wurde der Nachmittag genutzt, bis in der Averau-Hütte das Abendmenü serviert wurde.

Nächster Morgen: Regen! Im Geröll ging es unter den Wänden des Nuvolau hinüber zum Passo Giau. Über nasse Felsen und schlammige Wiesen wurde das Val Cernera erreicht, durch das sich die Gruppe steil hinauf zur Forcella Giau kämpfte. Beim folgenden Weg zur Forcella Ambrizzola beeindruckten die Spitze der zerklüfteten Croda da Lago, die immer wieder aus den Nebelschwaden auftauchten. Bei Sonnenschein wurde die am Lago Federa herrlich gelegene, gleichnamige Hütte erreicht, so dass der Nachmittag noch zu einem Spaziergang um den See mit Badeversuch genutzt werden konnte.

Am letzten Tag das gewohnte Bild: Aufbruch bei Regen, der allerdings schon nach kurzer Zeit aufhörte. Vorwiegend durch Wald, teilweise auf ziemlich ramponierten, sumpfigen Wegen, wurde in drei Stunden der Abstieg nach Cortine bewältigt. Hier stand schon der Busbereit, der die zufriedenen Bergsteiger zurück zum Parkplatz nach Schluderbach transportierte.

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