2014 BW Leventina

Wanderwoche im Tessin – Bleniotal , Leventina


Sonntag, 15. Juni
Zur Mittagszeit erreichen wir unser Quartier in Valmaglia. Zwei alte umgebaute Häuschen 200 Meter über dem Talgrund gelegen inmitten von Weingärten sind hier unsere Behausung für diese Woche.
Am Nachmittag unternehmen wir auf der gegenüberliegenden Talseite eine 2 ½-stündige Wanderung. Auf einem alten Wirtschaftsweg geht es vorbei an uralten Kastanienbäumen hinauf auf 770 m zur Maiensässe Navone. Über blühende Bergwiesen wandern wir dann hinunter nach Ludiano und vorbei an den Burgruinen von Serravalle, wo einst Kaiser Barbarossa weilte, zurück zum Ausgangspunkt in Semione..

Montag, 16. Juni
Der zweite Wandertag führt uns in alpine Regionen. Bei gutem Wetter steigen wir von Acquakalda hinauf zum Passo del Colombo auf 2381 Meter. Am Pass und auf der Nordseite hinunter ins obere Val Piora liegt noch reichlich Schnee. Schnell sind wir auf dem 2218 Meter hoch gelegenen Passo dell Uomo, von wo uns der Weg hinunterführt durchs Val Termine und vorbei am Lago de Santa Maria zum Lucmanierpass (1915 m). Viele Murmeltiere, Bergfrühlingsblumen und herrliche Sicht auf die noch zum Teil sehr winterliche Tesinner Bergwelt sind die Höhepunkte an diesem Tag

Dienstag 17. Juni.
Heute lassen wir die Autos stehen und wandern direkt von der Unterkunft los. Nach 10 min überqueren wir auf einer uralte Steinbrücke die Orinoschlucht, ca. 80 Meter unter uns der rauschende Fluss. Fast 700 Hm führt uns der Weg durch Kastanienwald steil hinauf zum Bergdorf Dagro, wo wir zwischen den uralten Häusern eine wohlverdiente Pause machen. Von hier wandern wir auf einem Bergsträßchen ca 5 km taleinwärts bis zum Bergdorf Dangrio, an dessen Dorfrand ein hunderte Meter hoher Wasserfall vom Rheinquellhorn kommend zu Tale stürzt. In der einzigen Dorfwirtschaft kehren wir ein und laufen danach vorbei an einem Stausee und vielen imposanten Wasserfällen zurück zur Unterkunft. Ein kurzer steiler Abstieg zur Steinbrücke verlangt im Regen etwas erhöhte Aufmerksamkeit auf den nun recht glitschigen Steintreppen.

Mittwoch 18. Juni:
Unseren polnischen Bergfreund Wittek bringen wir  um 10 Uhr nach Biasca zum Bahnhof. Leider muss er schon heute zurück nach Polen. Wir fahren heute 15 km das Tal hinauf Richtung Gotthard, danach an der linken Hangseite auf einem sehr kurvigen schmalen Sträßchen hinauf zur Ortschaft Anzonico.
Auf der Strada Alta gehen wir bis Tengia. Von hier wandern wir eine Etage höher zurück nach Anconico, das wir am späten Nachmittag nach einem steilen Abstieg erreichen. Knapp 1400 m hoch war heute unser höchster erreichter Punkt. Durch Kastanien- und Lärchenwälder sowie einige Moore führt uns die heutige Wanderung. Schöne Blumen, viele Bäche und Wasserfälle und herrliche Aussichtspunkte begleiten den Weg.

Donnerstag 19, Juni:
Um 9.00 Uhr sind wir schon in Rodi an der kleinen Seilbahn ca 10 km südlich von Airolo im Tal des Ticino. Wir passen gerade in die einzige Gondel der Werksseilbahn. Schnell bringt sie uns hinauf zum 1830 m hoch gelegenen Lago Tremorgio. Am Nordhang geht es über dem See hinauf über Lawinenreste zur Alpe Campolungo. Ein klarer Bergbach schlängelt sich hier über den flachen Alpboden und im Hintergrund erhebt sich die markante Felspyramide des Pizzo Prevat (2560 m). Unzählige schwefelgelbe Anemonen blühen hier, und immer wieder zeigen sich Murmeltiere. Uns führt der Weg links hoch zur Cabana Leit, einer Hütte des SAC auf 2260 m. Sie ist heute den ersten Tag offen. Der kleine See neben der Hütte ist noch voller Schnee und Eis. Von einem Weiterweg über einen 2450 m hohen Pass zur Capana Tencia rät uns der Hüttenwirt ab. Einfach noch zu viel Schnee in diesem Jahr. Nach einer längeren Rast steigen wir über Schneefelder ab zum Passo Venett (2138 m). Ein großes Schneefeld etwas unterhalb überqueren wir sehr vorsichtig. 400 Meter ginge es bei einem Sturz hinunter ins Kar. Wohlbehalten kommen alle auf der anderen Seite an. Durch herrlichen Lärchenwald erreichen wir am Spätnachmittag die Ortschaft Dalpe. Von anderen Wanderern werde ich mitgenommen nach Rodi zum Auto und kann bald den Rest der Gruppe abholen. Für alle war es eine sehr eindrucksvolle Hochgebirgstour.

Freitag 20. Juni:
Wieder bestes Bergwetter. Wir fahren das Ticinotal hinauf bis Lavorgo und von hier hinauf nach Chironico 785 Meter hoch gelegen über dem Ticinotal. Hier starten wir zu einer Rundwanderung zu den sonnigen Maiensässen über dem Val Chirocino. Zuerst geht’s auf einem Teersträßchen 2 km taleinwärts, anschließend auf einem uralten Saumweg hinauf zurAlpsiedlung Cala.
Beim Kirchlein St. Bernhard machen wir Rast mit herrlicher Aussicht auf die umliegenden Berge. Leicht ansteigend führt uns von hier der Weg immer am Hang entlang zur Alpsiedlung Doro auf 1537 m, dem höchsten Punkt des Tages. Auf dem Weg sehen wir viele umgestürzte Bäume, die der rieseigen Schneelast des vergangenen Winters nicht standgehalten haben. Hier in Doro machen wir Mittagsrast am Ortsrand neben der Bergstation einer Materialseilbahn. mit tollem Blick auf die 3000er des Rheinquellgebietes.
Am Nachmittag wandern wir weiter durch mooriges Gebiet mit viel Wollgras zur Alpsiedlung Ces (1448 m), wo von einigen Aussteigern Alpwirtschaft betrieben wird. Fast 700 Hm geht’s von hier durch lichten Birken und Lärchenwald auf uralten Wegen wieder hinunter nach Chironico. In der Dorfwirtschaft beschließen wir die Wanderung.

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