2014 BW Terlan

Frühlingswanderungen in Südtirol


Wie schon in den vergangenen Jahren startete eine Gruppe der OG Laupheim in der Woche nach Ostern zur Eröffnung der Wandersaison nach Südtirol. Untergebracht waren die 13 Bergsteiger dieses Mal in der Pension Unterspeiser mitten in den Obstanlagen von Terlan unweit von Bozen, wo die angestrebten Wanderziele beinahe vor der Haustüre lagen.

Der obligatorische „Gang ums Haus“ am Anreisetag galt der Erkundung der nächsten Umgebung. Bei strömendem Regen ging es durch die blühenden Obstgärten zunächst nach Terlan und nach einer Kaffeepause hinauf zur Ruine Neuhaus („Maultasch“) mit Blick über das Etschtal mit dem wolkenverhangenen Mendelkamm im Hintergrund.

Die folgenden Tage bescherten den Wanderern strahlenden Sonnenschein und so stand der Durchführung des geplanten Programms nichts mehr im Weg. Es begann am Dienstag mit der Wanderung zum berühmten Eppaner Burgendreiseck. Sie führte von Andrian vorbei am Kreideturm hinauf zur Burg Hocheppan, die zu den wichtigsten Wehrbauten Südtirols zählt. Nach der Führung durch die Burgkapelle mit romanischen Fresken und einer Rast in der Burgschänke wanderte die Gruppe über einen steilen Treppensteig hinüber zu Schloss Boymont, einer romanischen Burganlage, die weniger der Verteidigung als dem angenehmen Wohnen diente. Durch Obst- und Weingärten ging es schließlich vorbei an Schloss Korb über Missian zurück zum Ausgangspunkt.
Tags darauf lag das Ziel an der Westseite des Tschöggelberg. Von Vöran, das mit der Kabinenbahn erreicht wurde, folgte man dem Wanderweg hinauf zum Rotsteinkogel, um vom „Knottnkino“ eine fantastische Aussicht zu genießen. Von 50 Kinositzen auf dem Gipfel reichte der Blick von den Ötztaler Alpen über die Texelgrupe zu den Sarntaler Bergen, wobei die ziehenden Wolken mit ihrem Licht- und Schattenspiel den Film der Vorstellung boten. Der weitere Verlauf des Rundweges führte zur Einkehr in der Leadner-Alm und vorbei an den Jausenstationen von Waldbichl und Rohrer wieder zurück nach Vöran.
Die nächste ausgedehnte Wanderung startete nach abenteuerlicher Anfahrt hoch über Eppan. Auf steilen Pfaden ging es hinauf zur „Micheler Kehre“ an der Mendelstraße. Hier begann der Eppaner Höhenweg, eine Genusswanderung ohne große Höhenunterschiede mit vielen schönen Ausblicken auf den Talkessel von Bozen mit dem Schlern im Hintergrund sowie auf die Sarntaler Alpen. Ziel war das Gasthaus Buchwald, die nächste Ausichtsplattform. Auf steilen Waldwegen ging es von dort wieder hinunter zum Gasthaus Steinegger, wo man sich Kaffee und Apfelstrudel schmecken ließ.
Am Nationalfeiertag steuerte man den Parkplatz Schermoos bei Mölten an. Von hier erreichte man die idyllisch gelegene Jausenstation „Gschnofer Stall“, die zu einer Rast und einem Capuccino einlud. Durch herrliche Lärchenwiesen, übersät mit Krokussen, spazierte man hinauf auf den Rücken des Tschöggelberges und nach Langfenn, von wo es schließlich in wenigen Minuten zurück nach Schermoos ging.
Auch der schönste Urlaub hat einmal ein Ende und so wurden am Samstag wieder die Koffer gepackt. Vor der Heimreise war allerdings noch die Abschiedswanderung angesagt. Sie führte von Untersirmian, das oberhalb von Nals liegt, zunächst hinauf zur Kapelle St. Apollonia und dann weiter zur Kirche St. Jakob bei Grissian. Dabei wurde der berüchtigte Grissianer Bach überquert, der im Jahr 2000 die Ortschaft Nals mit 120 000 m³ Gestein vermurt hatte. In Grissian ließen sich die Wanderer im Schmiedlhof nochmals die Köstlichkeiten der Südtiroler Küche schmecken, dann wurde das letzte Wegstück nach Sirmian zurückgelegt und nach erlebnisreichen Tagen die Heimreise angetreten.

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