2014 HT Turtmann

Leichte 3000-er um die Turtmannhütte

1. Tag: Aufstieg zur Turtmannhütte


Am Sonntag den 3. August starten wir mit zwei Autos um 7.00 Uhr in Laupheim. Über Schaffhausen, Zürich,  Bern,  Kandersteg erreichen wir gegen 13 Uhr unser Ziel, das Turtmanntal im Wallis. Ein schmales Sträßchen führt uns zum Talende. Es regnet in Strömen. In einer nahen Gaststätte ziehen wir uns um für den Aufstieg zur Turtmannhütte. Hüttenanstieg 2 Stunden. Nach einem Drittel des Weges hört der Regen auf, und um 17 Uhr erreichen wir die Hütte auf 2674 Metern hoch gelegen. Im Talgrund sehen wir die Gletscherzungen von Turtmann und Brunegggletscher. Um 18 Uhr gibt’s hervorragendes Abendessen bis zum Abwinken.

2. Tag: Besteigung des Barrhorn (3610 m)


Das Innere und das Äußere Barrhorn sind heute unsere Ziele. Es sind dies zwei einfache Wanderdreitausender ohne Gletscher. Gut für die Akklimatisierung. Nach dem reichlichen Frühstück gehen wir um 8 Uhr los. Zuerst durch herrliche Blumenwiesen am Hang entlang fast eben zum Steilaufschwung des „Gässis“. Ca. 100 Hm mit Stahlseilen versichert über eine Steilstufe hinauf zum Ende der Seitenmoräne des Brunegggletschers. Auf sehr gut ausgebautem Weg gut markiert erreichen wir schnell an Höhe. Zum Schluss über Schotter zum Gipfel des Inneren Barrhorns 3583 Meter hoch.
Im Westen von uns sehen wir auf Brunegghorn, Bishorn und Teile des Weisshorns. Nach Süden, wo die zahlreichen bekannten Viertausender stehen,  ist leider alles mit Wolken verhangen.Nach einer Stunde erreichen wir das Äußere Barrhorn 3610 Meter hoch. Die Sicht nach Süden ist immer noch zu.
Über eine Schuttrinne und über ein Schneefeld  kommen wir schnell nach unten, wo wir bald den schönen Weg auf der Moräne erreichen. Um 16.00 Uhr sind wir zum Nachmittagskaffee auf der Hütte.

3. Tag: Besteigung des Brunegghorn


Das Brunegghorn mit 3830 Meter hoch ist heute unser Ziel. Um 5 Uhr sitzen wir schon beim Frühstück. Um 6 Uhr starten wir. Heute geht’s auf den Gletscher und entsprechend mehr Ausrüstung haben wir dabei. Der Weg ist zu Beginn der gleiche bis auf eine Höhe von etwa 3000 m. An einem markanten Steinmann führt uns ein Weg hinüber leicht bergab zum Brunegggletscher. Ab hier gehen wir mit Seil und Steigeisen,  zuerst auf dem blanken kurze Zeit später auf dem gut eingeschneiten Gletscher flach ansteigend bis 3400 m. Ab hier wird’s steiler, 35 bis 40 Grad steil führt die Spur hinauf zum Südwestgrat des Brunegghorns. Andere Seilschaften sind schon im Abstieg. Der Grat ist nach Süden stark verwächtet und mit dem nötigen Abstand führt der Weg etwas flacher zum spitzen Gipfel des Brunnegghorns, den wir gegen Mittag erreichen.
Der Blick auf die Nordostwand des Bishorns und auf den Nordgrat des Weisshorns ist phantastisch. Der Blick auf die Viertausender im Süden ist uns wieder nicht vergönnt. Nach kurzer Gipfelrast steigen wir ab  und machen erst Rast unten in der Ebene auf 3400 Metern voll in der Sonne. Der Rückweg zur Moräne ist etwas beschwerlich durch den nun weichgewordenen Schnee. Wohlbehalten erreichen wir den Weg an der Moräne, befreien uns von Klettergurt, Seil und Steigeisen. Nach kurzer Pause steigen wir hinab zur Hütte  wo wir gegen 16 Uhr ankommen.

4. Tag: Aufstieg zur Tracuithütte


Heute geht es durch den wilden Turtmanngletscher hinauf zur 3256 Meter hoch gelegenen Tracuithütte. Um 6 Uhr starten wir. Wiederum gehen wir den gleichen Weg zum Brunegggletscher. Heute steigen wir weiter unten ein auf den hier blanken Gletscher. Über einen Steilhang erreichen wir das Gletscherplatou auf ca. 3000 m. Meist auf dem blanken später schuttbestedekten Gletscher steigen wir ab auf ein Plateau auf ca 2700 Meter. Hier fließt der Brunegggletscher mit dem Turtmanngletscher zusammen. Beeindruckend türmt sich der Turtmanngletscher mit wilden Seraks und Spalten über uns auf.  Auf der orografisch linken Seite gibt es eine Durchstiegsmöglichkeit. Seilschaften vor uns weisen den Weg. 35- 40 Grad steil geht es anfangs über blankes Eis ca 100 Meter hinauf. Mehre Spalten müssen umgangen werden. In gutem Trittschnee führt uns nun der Weg in flacheres Gelände nach oben. Unter den Ausläufern der Les Diablons queren wir flach hinüber zum Col de Tracuit. Wo der Weg von Zinal heraufkommt, machen wir erst mal eine größere Pause und genießen die Aussicht auf die umliegenden Viertausender, die sich im schönsten Winterkleid bei strahlendem Wetter zeigen. Für mich jeder Berg eine Geschichte.
Nachmittags beziehen wir unser Quartier in der neuerbauten Tracuithütte  und ruhen uns aus für den nächsten Tag. Vom Speisesaal aus genießen wir nochmals die Aussicht durch die großen Fenster.

5. Tag: Besteigung des Bishorn (4153 m)


Um 5 Uhr gibt’s Frühstück.Eine logistische Meisterleistung für das Personal. Gegen 6 Uhr kommen auch wir los aus dem morgentlichen Aufbruchstohuwabohu. Auf den Felsen 200 Meter von der Hütte weg seilen wir uns an. Es ist schon Tag und alsbald reihen auch wir uns ein in den Bandlwurm, der auf der gut ausgetretenen Spur im gefrorenen  Schnee zum Bishorn aufsteigt. Wir bewegen uns im Mittelfeld von ca. 120 Gipfelstürmern und erreichen gegen 9 Uhr die kleine Ebene vor dem Gipfel.  Die Skistöcke werden mit dem Pickel vertauscht und die letzten Meter geht’s steil hinauf zum Gipfel auf 4153 Meter. Überglücklich beglückwünschen wir uns. Die Aussicht auf fast alle Walliser Viertausender erschlägt uns schier.  Auf der kleinen Ebene unterm Gipfel machen wir ausgiebig Rast, genießen die Aussicht und betrachten das Kommen und Gehen.  Alsbald steigen auch wir ab und erreichen gegen Mittag die Traciuthütte. Gegen 13 Uhr steigen wir weiter ab zur Turtmannhütte, die wir um 17 Uhr erreichen. Heute haben wir uns das gute und reichliche Abendessen wohl verdient.

6. Tag: Abstieg


In der Nacht hat es zwar wieder geregnet, doch zum Abstieg ins Tal, den wir gegen 8 Uhr antreten, haben wir wieder bestes Wetter. Letzmals genießen wir den Blick aufs Bishorn, bevor wir die Heimreise antreten. Bei bestem Wetter fahren wir hinauf zum Grimselpass und über den Brünigpass hinunter nach Luzern. Über Sargans erreichen wir das Rheintal und bald darauf wieder heimische Gefilde. Was hatten wir doch für ein Wetterglück in diesem veregneten Sommer.

Bericht: Tourenführer Siggi Wehrle
Bilder Peter Kögel

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