2014 HT Zillertal

Hochtouren im Zillertal, 27.06. – 29.06.2014


Am Freitag 27.6 um 11.30Uhr trafen wir uns, 9 Bergkameradinnen und Kameraden, am  Autobahnparkplatz in Vöhringen mit unserem Tourenführer Michael Scharpf. Unser gemeinsames Ziel war das Zillertal in Tirol. Nein, wir waren nicht unterwegs zu einem Konzert der Zillertaler Schürzenjäger sondern wollten zur Berliner Hütte und von dort aus mehrere Berge besteigen.

Unsere Fahrt führte uns, bei fast störungsfreiem Verkehr in knapp vier Stunden über die A7,  Fernpass und die Inntalautobahn ins Zillertal nach Mayerhofen. Von dort aus fuhren wir über die Landstraße das Tal hoch zu unserem Parkplatz beim Berggasthof Breitlahner auf 1256 m. Schwer beladen und voller Erwartungen stiegen wir um 15.45 Uhr in Richtung Berliner Hütte (2044Hm) auf, die wir nach knapp 3 Stunden erreichten.
Unser Aufstieg führte uns durch den Zemmgrund, vorbei an der Grawandhütte (1636 m) und weiter zur Alpenrosehütte (1871 m). Dort konnten wir zum ersten Mal einen ungestörten Blick auf die uns umgebende Gletscherwelt werfen. Unter anderem das Waxeggkees und das Hornkees. Auf der unter Denkmalschutz stehenden Berliner Hütte angekommen, wartete bereits unser Abendessen auf uns, das wir im holzgetäfelten Speisesaal einnahmen. Aufgrund der sich verschlechternden Großwetterlage (es war Regen für den morgigen Nachmittag angekündigt) beschlossen wir am nächsten Morgen bereits um 4.00Uhr aufzustehen.

Nach einer allzu kurzen Nacht trafen wir uns um 4.30Uhr im Speisesaal wieder, um uns für die Tour bei einem Stirnlampen-Frühstück (echte Bergsteiger Romantik) zu stärken. Um 5.00Uhr in der Dämmerung begannen wir mit dem Aufstieg zu unserem Ziel dem Schwarzenstein mit seinen 3369 m.
Unser Weg führte uns vorbei an der Kastenklamm, dem Schaflahner und über das Mörchnerkar zum Gletscheranfang des Schwarzensteinkees auf 2850 m. Von dort stiegen wir in zwei Fünfer-Seilschaften über den Schwarzensteinsattel (3143 m) Richtung Gipfel auf. Auf dem Sattel angekommen schwante uns schon, dass wir die heutige Besteigung wohl nicht im herrlichen Sonnenschein genießen würden, denn von Südwesten näherten sich entsprechend ansehnliche Wolkenformationen. Aber mit noch zum Teil blauen Himmel und dem neuen GPS von Michael machten wir uns ohne allzu große Sorgen zum Gipfel auf. Als wir auf einer Höhe von ca. 3200Hm waren, wurden wir von einer Wolke regelrecht verschluckt. Die Sicht war zeitweise so schlecht, dass der letzte Mann unserer Seilschaft unseren Tourenführer an der Spitze nicht mehr sehen konnte. Um 11.30Uhr erreichten wir dann den Gipfel des Schwarzensteins (3369Hm), allerdings war die Wetterlage so unangenehm, dass wir uns nach einem kurzen „Bergheil“ und einem Gipfelfoto sofort wieder an den Abstieg machten. Auf dem Weg nach unten begann es dann auch noch zu graupeln. Eigentlich wäre unser nächstes Ziel nach der Überquerung des Sattels der Große Mörchner 3285 m gewesen. Da das Wetter aber immer noch schlecht war und der Berg in Wolken gehüllt wurde, ließen wir den Sattel des Schwarzensteinkees hinter uns und stiegen ab. Im Laufe unseres Abstiegs besserte sich das Wetter zum Nachmittag hin zusehends, wobei die Gipfel immer noch in Wolken gehüllt waren. Als wir um ca. 14.30Uhr kurz vor der Hütte rasteten, genehmigten wir uns noch ein wohlverdientes Nickerchen (oder Sonnenbad) bei zeitweise herrlichem Sonnenschein, bevor wir uns zu Kaffee & Kuchen zur Berliner Hütte aufmachten.
Die Besteigung des Schwarzensteins ist nachträglich betrachtet eine einfache Hochtour mit ca. 6 Stunden Gehzeit und mit 1324 Hm im Auf- wie im Abstieg. Schade ist nur dass wir den Gr. Mörchner aufgrund des Wetters nicht besteigen konnten.

Für den Sonntag sah unser Plan die Besteigung der Berliner Spitze (auch III. Hornspitze genannt) vor. Allerdings war am Samstagabend schon klar dass unsere Chancen denkbar schlecht stehen. Der Wetterbericht sprach bereits für den Vormittag von Regenschauern. Und so kam es dann auch, dass wir am Sonntagmorgen vom Plätschern des Regens begrüßt wurden. So blieb uns nach einem reichhaltigen Frühstück nichts anderes übrig wie den Abstieg zum Parkplatz beim Berggasthof Breitlahner anzutreten.

Im Nachhinein betrachtet lagen drei sehr “schöne“ Tage hinter uns, die wir gemeinsam im Zillertal verbringen durften. Ich denke, dass ich gesehen habe, dass der eine oder andere bereits mit dem Gedanken spielt, einmal wieder zur Berliner Hütte zurückzukehren und die Bergwelt des Zillertals zu genießen.

Unser besonderer Dank gilt unserem Tourenführer Michael, der die Gruppe souverän auch durch das schlechte Wetter sicher geführt hat.

Bericht: Thomas Wolfmiller
Bilder: Thomas Löffler, Michael Scharpf, Franz Winghart, Harald Dommer, Edith Scharr

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