2014 SHT Laenta

Skihochtouren in der Länta


Trotz der nicht unbedingt idealen Wettervorhersage fuhren wir am Donnerstag, den 20.03.2014 früh morgens um 5 Uhr zu siebt los in Richtung Schweiz. Da für den Sonntag jedoch erhebliche Schneefälle vorhergesagt waren, hatten wir uns bereits vor der Abfahrt dazu entschieden, statt wie ursprünglich geplant am Sonntag bereits wieder am Samstag heimzufahren. Unser Ziel war der Talschluss des Valsertales in den Bündner Alpen, welcher als Länta bezeichnet wird.

Um das ausgezeichnete Wetter am Donnerstag auch voll zu nutzen, steigen wir nicht entlang des Tales zur Läntahütte auf sondern über das 3043m hohe Furggeltihorn. Der Weg führt uns zunächst entlang des Zervreilastausees in Richtung Südwesten. Dabei haben wir über weite Strecken das formschöne Zervreilahorn und unseren angestrebten Gipfel vor Augen. Nach einem anstrengenden Aufstieg von insgesamt ca. 1300 Hm können wir bei bestem Wetter und einer Gipfelrast die herrliche Aussicht auf die umliegende Bergwelt genießen.
Die 1000 Hm Abfahrt über schöne Westhänge erfolgt auf nicht immer ganz einfach zu fahrendem Schnee. Auf der bestens geführten Läntahütte werden wir von dem sehr freundlichen Hüttenpersonal begrüßt. Beim Blick auf die Speisekarte können wir erfreut feststellen, dass auf der Hütte ein sehr leckerer „Saft vom Fass“ angeboten wird. Dabei handelt es sich um einen Most (in manchen Regionen besser als Apfelwein bekannt), welcher einigen Teilnehmern bereits von anderen Hüttenaufenthalten in der Schweiz in guter Erinnerung geblieben war. Die Wahl des richtigen Erfrischungsgetränkes fällt also nicht schwer und wir lassen den Hüttenabend in geselliger Runde und bei ausgezeichnetem Essen ausklingen.

Nach dem Frühstück um sechs Uhr brechen wir am Freitag in Richtung des 3402m hohen Reinwaldhorns auf. Der schöne Gipfel ist der dominierende Berg der Region und der absolute Höhepunkt unserer Ausfahrt. Wir müssen jedoch feststellen, dass der Gipfel an diesem Morgen nicht wie am Vortag majestätisch im Talschluss thront, sondern von Wolken verhangen ist. Mit der Hoffnung, dass es vielleicht noch aufmachen könnte, steigen wir das Tal entlang Richtung Süden bis zu einem kleinen Felsriegel, welchen wir mit den Skiern am Rucksack problemlos überwinden. Nun erfolgt der Aufstieg über den mächtigen Läntagletscher, welchen wir dank der hohen Schneelage und der dadurch eingeschneiten Spalten seilfrei begehen können. Die Hoffnung, dass die Wolken den Gipfel an diesem Tag noch freigeben würden sollte leider nicht erfüllt werden und so erfolgen die letzten 300 Hm Aufstieg praktisch ohne Sicht, was die Navigation nicht unbedingt erleichtert. Bei einem ungemütlichen Wind erreichen wir den Grat ca. auf Höhe des Adulajochs, von wo aus wir zu Fuß weiter auf den Gipfel steigen. Um ca. 12 Uhr stehen wir dann alle auf dem Gipfel des Rheinwaldhorns und sind froh, diesen trotz der nicht gerade optimalen Verhältnisse erreicht zu haben. Das Gipfelvesper lassen wir wegen der nicht aufkommen wollenden Gemütlichkeit auf dem Gipfel ausfallen und machen uns recht schnell wieder an den Abstieg, welcher die ersten dreihundert Höhenmeter einem Blindflug nahe kommt. Die Abfahrt über den ideal geneigten Gletscher ist dabei wegen der windgeprägten Schneeverhältnisse nicht unbedingt eine reine Genussabfahrt, was auch zum einen oder andern kleineren Sturz führt.
Wie am Vortag lassen wir auch diesen Tag mit dem Erfrischungsgetränk unserer Wahl und einem hervorragendem Essen ausklingen. Falls diese Wintersaison noch jemand auf die Läntahütte möchte, so muss er übrigens damit rechnen, dass der sehr zu empfehlende Most nicht mehr in ausreichender Menge vorhanden ist, da wir, wie uns unsere Hüttenwirtin verraten hat, die Vorräte an diesem edlen Getränk doch ein wenig strapaziert haben.

Am nächsten Morgen müssen wir beim Blick aus dem Fenster feststellen, dass sich das Wetter nun doch schon deutlich verschlechtert hat. Deshalb steigen wir dann auch nicht wie geplant zu einer Scharte zwischen Furggeltihorn und Zervreilahorn auf um von dort aus zum Stausee abzufahren sondern das Tal entlang an der Lampertsch Alp vorbei teils fahrend, teils stockend zum Stausee zurück und gelangen von dort aus mit einem kurzen Gegenanstieg wieder zu den Autos.

Vielen Dank an Michal Scharpf für diese gelungene Ausfahrt und die super Tourenführung bei nicht immer ganz idealen Verhältnissen und zum Teil recht anspruchsvoller Navigation.

Bericht: Joachim Hagel
Bilder: Edith Scharr, Michael Scharpf

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