2014 ST Silvretta

Skidurchquerung Östliche Silvretta


Am Freitag 04.04. um 5.00 Uhr geht es mit Michael und weiteren 7 Teilnehmern los nach Österreich ins Paznauntal, genauer gesagt nach Tschafein, welches zwischen den Skiorten Ischgl und Galtür liegt. Die Wetterprognose sagt für Samstag und Sonntag eher labiles Wetter voraus, doch wir gehen alle optimistisch die 3-Tages Tour an.

Da im unteren Teil bei Tschafein (1570m) kein Schnee mehr liegt, heißt es die ersten ca. 200 Hm Ski an den Rucksack  und ab durch den Wald zu Fuß ins Laraintal. Ab 1800 m Höhe gibt es endlich Schnee und wir steigen 5 km bei bestem Wetter entlang des Larainbaches ohne nennenswerten Höhengewinn in Richtung Süden auf. Ab einer alten Zollhütte auf 2100 m  geht es nun endlich hoch zum Rizenjoch auf 2688 m, welches der Übergang zum schweizerischen Fimbertal ist. Nach gut 400 Hm kräfteraubender Abfahrt  in extrem weichem Schnee kommen wir an der Heidelberger Hütte an, auf der wir die erste Nacht verbringen werden. Die bestens geführte Hütte besticht vor allem mit ihrem Flair und dem reichhaltigen Essen.

Entgegen der Wetterprognose ist am Samstagmorgen immer noch sehr gute Sicht, und wir entschließen uns die ursprüngliche Route in Angriff zu nehmen. Diese führt uns immer unterhalb des 3399 m hohen Fluchthorn’s  zum Larainfernerjoch auf 2853 m. Am Joch oben angekommen  frischt der Wind auf und die Wolken ziehen in die vergletscherten Hänge hinein. Nach einer kurzen Querabfahrt, ca. 150 Hm über den Larainferner, steigen wir steil hinauf zur 3219 m hohen Schnapfenspitze.  Der Ausblick ist leider in alle Himmelsrichtungen gleich, da wir in dichten Wolken stecken.
Nach einer kurzen Pause auf den Gipfel ist volle Konzentration bei der langen Hangquerung zum Fluchthornferner gefragt.  Auch auf dem steilen Gletscher sind die Schneeverhältnisse alles andere als gut. Erst im unteren Bereich kommt wieder richtig Fahrspaß auf  und so erreichen wir die Jamtalhütte (2165 m) gegen 14 Uhr. Den Rest des Nachmittags nutzen wir noch um LVS-Übungen durchzuführen und die Spaltenbergung aufzufrischen.

Am Sonntagmorgen geht es dann noch bei Restbewölkung los zu unserem nächsten Ziel, der 3197 m hohen Dreiländerspitze. Von der Jamtalhütte schon das Ziel vor Augen, geht es hoch über den Jamtalferner zur oberen Ochsenscharte auf 2977 m und weiter über den steilen Nordwesthang bis auf 3100 m. Hier machen wir Skidepot und legen unsere Steigeisen für die letzten 100 Hm an.  Das kombiniere,t luftige Gelände verlangt nochmals volle Konzentration. Auf dem Gipfel selber haben nur 3 Personen Platz, was aber trotzdem ein Gipfelfoto zulässt, zumal es wieder tipp-topp Wetter ist. Die Dreiländerspitze verdankt übrigens ihren Namen der Tatsache, dass sich hier die Länder Tirol, Vorarlberg und Graubünden treffen.

Die anschließende Genussabfahrt vom Skidepot hinunter zur Wiesbadener Hütte ist einfach nur toll !!! Hier auf 2450 m machen wir nun endlich Mittag, bevor es noch einmal 350 Hm zum Bieltaljoch hoch geht. Vom Joch auf 2772m hinunter durch das Bieltal zur Bielerhöhe (1900 m) ist der Fahrspaß allerdings wieder etwas gedämpft !!! Extrem schwerer Schnee lässt wohl jedem die Oberschenkel brennen und den ein oder anderen auch seine unzählbar vielen Blasen an den Füßen spüren.
Über die im Winter geschlossene Silvretta Hochalpenstraße durch das Kleinvermunt  geht es die letzten 6 km im Skating-Schritt und in brütender Hitze hinaus nach Galtür-Wirl. Ab Wirl steigen wir in den Skibus, der alle 15 min nach Ischgl hinunter fährt. Um ca. 16 Uhr sind alle fix und foxi aber gesund am Ausgangspunkt dieser gigantischen Silvretta Skidurchquerung angekommen.

Michael, vielen Dank im Namen aller Teilnehmer für 3 unvergessliche Tage.

Bericht: Thomas Löffler
Bilder: Thomas Löffler, Michael Scharpf

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