2014 W Amalfi

Wanderreise an die Amalfi-Küste


Die Region bei Amalfi am Golf von Salerno bietet Wanderern so ziemlich alles, was das Herz begehrt: eine wunderschöne Landschaft mit Zitronenkulturen und Weinbergen, Wäldern, Bergbächen, lieblichen Tälern und schroffen Felswänden. Zudem locken das Meer und viele kulturelle Kostbarkeiten. Dieses Paradies hatte sich eine Gruppe der Sektion unter der Leitung von Konne Leitte als Ziel ihrer diesjährigen Wanderreise ausgewählt. Untergebracht waren sie im kleinen Städtchen Minori, etwas abseits vom großen Touristenrummel, wie er in Amalfi und Positano herrscht, aber mit besten Busverbindungen zu allen Wanderzielen.
Nach dem Anreisetag mit Flug nach Neapel und Transfer zu Hotel stand tags darauf als Eingewöhnungstour zunächst die Wanderung nach Amalfi auf dem Programm. Schnell wurde die Besonderheit der Wege an der Steilküste klar: Sie bestehen bei Auf- und Abstieg fast ausschließlich aus steilen Treppenwegen, die ordentlich in Knie und Waden gehen. Nach dem Anstieg in Richtung Ravello und den Treppen hinunter zur Kirche von Atrani wurde schon nach 2 1/2 Std. Amalfi erreicht. Schnell flüchteten die Wanderer aus dem Touristenstrom ins Valle dei Mulini („Mühlental“), das für seine reiche Flora bekannt ist. Vom Mittelalter bis in die Neuzeit arbeiteten hier viele Papiermühlen, von denen heute nur noch Ruinen zu sehen sind. Von Pontone führte am Ende die obligatorische Treppe 250 Hm hinunter nach Amalfi zum Bus zurück nach Minori.
Ausgangspunkt für die nächste Wanderung war Amalfi. Von hier ging es an der felsigen Küste hinauf ins grüne Becken von Agerola San Lazzaro. Der lange Anstieg vermittelte ein großartiges Panorama des Golfes von Salerno und der amalfitanischen Küste. Sichtbar und spürbar wurde auch, wie diese eigentlich unwirtlichen Felshänge kultiviert und durch steile  Treppenwege erschlossen wurden.
Der bekannteste Weg der Region ist der Sentiero degli Dei. Er führt von Agerola nach Positano und bietet fantastische Blicke von Praiano bis zur Insel Capri. Man wanderte hier hoch über dem Meer sowohl durch Felslandschaften als auch durch schöne Terrassen bis nach Nocelle, von wo es über Treppen hinunter zur Bushaltestelle ging.
Bei einem Aufenthalt an der Amalfiküste darf natürlich ein Besuch der Insel Capri nicht fehlen. Das Boot brachte die Gruppe von Minori in 2 Std., verbunden mit einer kleinen Kreuzfahrt an der Steilküste, zur Marina Piccola. Hier begann die Wanderung hinauf nach Capri-Stadt und vorbei an den vier wichtigsten Sehenswürdigkeiten: den Faraglioni-Felsen, der Grotta di Matermania, dem Arco Naturale und dem Palazzo di Tiberio. Den Menschenmassen von Capri-Stadt entflohen die meisten schnell wieder und warteten lieber am Hafen auf die Rückfahrt nach Minori.
Am Sonntag startete man direkt am Hotel zum Aufstieg (Treppen!) zur Wallfahrtskirche San Nicola. Sie thront hoch über Maiori und Minori auf einem Bergrücken. Von hier genießt man eine prächtige Aussicht auf die Küste und das bergige, bewaldete Hinterland. Der Abstieg führte durch das Sambucco-Tal mit seinen Kastanienwäldern vorbei an den Ruinen großer Mühlen zurück nach Minori.
Nach einem Tag durch das Valle delle Ferreire mit Wasserfällen, Felsen, Wäldern und spannenden Bachüberquerungen wurde für einige Teilnehmer(innen) ein Stadtbummel dringend nötig. So teilte sich die Gruppe für einen Tag. Während ein Teil die Geschäfte in Positano besichtigte, wanderte der Rest von Positano hinauf nach Montepertuso und weiter zum markanten Felsloch im Monte Gambera. Als Belohnung gab es hier einen schönen Picknickplatz mit herrlicher Aussicht sowie anschließend die letzte lange Treppe beim Abstieg nach Positano.
Es ist unmöglich, die Region um Neapel zu verlassen, ohne einen Besuch der Ausgrabungen von Pompeji und auf dem Vesuv absolviert zu haben. Diese Pflicht wurde am letzten Tag der Wanderreise erfüllt. Zunächst ging die Fahrt zu den Ausgrabungen der im Jahr 79 v. Chr. vom Vesuv verschütteten Stadt Pompeji. Ein Gang durch die ausgegrabenen Ruinen machte die Dimensionen der damaligen Naturkatastrophe deutlich. Anschließend brachte der Bus die Gruppe hinauf zum Vesuv, der wegen seiner leichten Erreichbarkeit viele Touristen anzieht. Schon nach einem kurzen Spaziergang kann man in den Schlund des Vulkans schauen und dort einige Rauchschwaden beobachten. Außerdem bietet sich eine fantastische Sicht auf den Golf und das Häusermeer von Neapel.
Zurück im Hotel begann das Packen der Koffer und nach dem abendlichen Besuch bei Anna, der Wirtin aus Nürtingen, erfolgte am nächsten Tag der Heimflug mit vielen neuen Eindrücken im Gedächtnis und ca. 20 000 bewältigten Treppenstufen in den Muskeln.

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