2015 ABT Adula

Berghochtour im Adulagebiet

Nach problemloser Anfahrt begannen wir am Sonntag um 11:30 bei etwa 28 °C unsere Tour von Curaglia aus. Der Weg führte uns in Richtung Süden durch ein malerisches Tal, vorbei am anfänglich tief eingeschnittenem Wildbach über idyllische Kuhweiden. Nach einem steilen Anstieg erreichten wir nach 3 ½ Stunden die Medelser Hütte auf 2.540 m. Die besonders Erschöpften wurden mit Nußtorte und Aprikosenwähe aufgepäppelt. Im nahegelegenen Klettergarten erlaubte das Wetter noch einige Übungen mit Schwierigkeitsgrad IV, bevor die ersten Regentropfen fielen.

Die Medelser Hütte besitzt im modernen Anbau einen schönen Speisesaal, von dem aus man über große Fenster das Bergpanorama im Westen genießen kann.

Nach Frühstück gegen 6 Uhr am nächsten Tag führte uns ein steiler Abstieg zuerst nach Osten und von hier wieder Richtung Süden über Schneefelder auf das 2700 m hoch gelegene Sura da Lavaz Joch, wo uns die Wappentiere von Graubünden neugierig beäugten . Mit der Sicherheit eines Fährtenlesers führte uns Tobi anschließend dreieinhalb Stunden in III+-Kletterei in Viererseilschaft über den zerklüfteten, ausgesetzten Südgrat auf den Valdraus (3080 m).
Von hier ging es steil bergab über Geröllfelder und Schafweiden sowie abschließend ein schönes, tief eingeschnittenes Bach-Tal zur Scaletta-Hütte auf 2.200 m. Murmeltiere warnten lautstark vor uns Wanderern. In der Dämmerung kamen die Steinböcke sogar bis direkt zum Haus.

Am Dienstagmorgen waren wir wieder vor 7 Uhr auf dem Weg, um steil bergauf die kühle Morgenluft zu nutzen. Ziel war der Piz Medel mit Zwischenstation auf dem Sura da Lavaz Joch. Von dort aus führte uns der Weg wieder über einen langen, ausgesetzten Grat mit Blockkletterei bis zum Gletscher am Fuße des Piz Medel. Von hier ging es wiederum in Vierer-Seilschaft zügig bis zum Gipfelaufbau. Gegen 13 Uhr waren wir bei sagenhaften 26 °C auf dem 3.200 m hohen Piz Medel angelangt. Die Wolken, die den ganzen Vormittag den Gipfel umhüllt hatten, gaben nun die Sicht für uns frei: ein Hochgenuss!

Anschließend ging es über den zunehmend steiler werdenden Gletscher und Schneefelder wieder nach Norden Richtung Medelser Hütte. Nach einem Anstieg von 1.000 Höhenmetern am Morgen folgte am Nachmittag der Abstieg von 1.900 Höhenmetern nach Curaglia, bei finalen 34 °C, was bei einigen von uns den Wasserverbrauch auf fast fünf Liter an diesem Tag ansteigen ließ.

Dankbar für eine von Tobi toll vorbereitete und geleitete Tour ging es im zum Glück klimatisierten Auto wieder nach Hause.

Ulrich

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