2015 BT Krinnenspitze

Bergtour zur Krinnenspitze (statt Skitour Ammergauer)

Warum einer Skitour nachweinen bei diesen optimalen Wanderbedingungen…

Kein Schnee, keine Skitour, das war klar. Michael hat kurzerhand die geplante Skitour in den Ammergauer Alpen in eine Wandertour ins Tannheimer Tal, Krinnenspitze, umfunktioniert. Das Wetter war sonnig und warm vorhergesagt und alle zehn angemeldeten Teilnehmer kamen mit. Am Treffpunkt Parkplatz in Vöhringen um 7:30 Uhr, haben wir uns auf zwei Autos verteilt und fuhren in das kleine Dorf Rauth im Tannheimer Tal.
Mitten im idyllischen Bauerndorf, das auf 1140 Hm am Hang liegt, ist der Beginn  des Wanderweges zur Krinnenspitze. Die Hangwiese ist mit einigen alten Bergahornbäumen eingesäumt und der Weg führt kurzerhand in den Bergwald, beschaulich geht’s über Wurzeln und kleine Felsen bergauf. Schon entledigen wir uns der ersten Bekleidungsteile. Kurz nach dem Wald geht’s über den Bach, rechts am kleinen Stadel vorbei auf der steilen Wiese bergan. Der Südhang liegt in der prallen Sonne und wieder muss eine Bekleidungsschicht weg. Auf der Anhöhe mit den kleinen Hütten machen wir Pause und genießen die Sonnenstrahlen. Michael schlägt vor zusätzlich den Litnisschrofen zu besteigen und dank der optimalen Bedingungen stimmen wir zu.
„Da!“ Birgit sieht ihn zuerst, ein Skifahrer fährt in einer Schneerinne weit über uns ab. Wir sehen, wie er von Schneefeld zu Schneefeld hüpft. Seine Fahrgeräusche lassen vermuten, dass es sich nicht um frischen Powder handelt, und wir verfolgen seine Fahrt ohne Neid mit den Augen.
Das weidende Gamsrudel in einiger Entfernung lassen wir rechts liegen und ziehen weiter über kleine Schneefelder entlang des Weges Richtung Litnisschrofen. Die Bergstöcke leisten hier einen guten Dienst. Es geht runter zur Gräner Ödenalpe und zum Gegenanstieg. Auf halber Höhe machen wir auf einem Sonnenplatz die Mittagspause. Wir genießen den Ausblick und Konstantin, unser Nesthäkchen mit 15 Jahren, überrascht uns mit seiner überragenden Gipfelkenntnis, Höhenmeter inklusive. Kurzerhand wird er zur ersten „Gipfelapp alive“ gekürt.

Kurz unterhalb des Gipfels kommt Michael, nachdem er mehrmals erfolglos versuchte einen Freiwilligen für das Tourenprotokoll zu finden, auf die Idee, ich müsse das machen. Das sei schon immer die Aufgabe der „Neuzugänge“ in der Gruppe. Was sollte ich jetzt da dagegenhalten – also gut.

Der Litnisschrofen ist unterhalb des Gipfels leicht ausgesetzt mit feinem Geröll. Über die bereitgestellten Kettenseile ist der Gipfel unkompliziert zu erreichen, und wir stehen oben am Gipfelkreuz (2068 Hm) und genießen die Aussicht. Ein kalter Wind weht. und wir holen Jacken und Mützen aus den Rucksäcken. Südwestlich von uns, in einiger Entfernung, ein Adler. In eleganten Schwüngen zieht er sich in die Höhe um im Sturzflug nach unten zu fallen. Ein majestätisches Spiel.
Wir ziehen weiter, den gleichen Weg zurück wie gekommen. Vor der Gräner Ödenalpe laufen wir zu weit links und gehen zurück, der Abstieg dort scheint zu steil. Es geht zum Gegenanstieg über Wiesen auf die Krinnenspitze und es ist merkbar kühler geworden. Oben angekommen rasten wir am Gipfel (2000 Hm) und genießen noch einmal die Sonne.
Mit mäßigem Tempo geht es auf dem gleichen Weg zurück, an der Bergkante halten wir uns links. Es geht über ein kleines angefrorenes Schneestück, das mit Vorsicht überquert wird. Wir kommen auf den Weg, den wir vom Aufstieg kennen und erreichen bald unseren Parkplatz.
Zum Abschluss kehren wir noch in der Klausenstube, kurz vor dem Gaichtpass ein und beschließen den herrlichen Tag bei leckerer Suppe, Getränken und „Weihnachtsbredla“, die uns der Wirt beschert.

Fazit für mich: Ein herrlicher Wandertag mit ca. 1300 Hm, zwei Gipfeln, bei zeitweise sommerlichen Temperaturen und sehr netten Leuten.

Vielen Dank Michael und allen anderen.

Bericht: Margit Fröhle
Bilder: Margit Fröhle, Michael Scharpf, Thomas Löffler, Eckhard Hinderer

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