2015 BT Lechtal

Bergtouren in den Lechtaler Alpen


Am Samstag, den 24.10.2015, trafen wir (Birgit, Lisa, Hartmut, Konstantin und unser Tourenführer Michael) uns um 6:00 Uhr an der Autobahn in Vöhringen, um gemeinsam für die nächsten zwei Tage in die Lechtaler Alpen zu fahren.

In Boden am Wanderparkplatz (1356 m) angekommen, machten wir uns gegen 8:30 Uhr bei strahlendem Sonnenschein auf den Weg in Richtung Hanauer Hütte. Wir folgten dem Weg zunächst über eine kleine Brücke in ein kleines Wäldchen, welches wir schnell durchquerten. Schon bald kamen wir in sehr flaches Gelände, von dem aus wir einen wunderschönen Blick auf die Hütte und die dahinterliegenden Gipfel Dremelspitze (2733 m) und Schneekarlespitze (2641 m) hatten. Nach etwa einer dreiviertel Stunde wurde es dann stetig etwas steiler und ab etwa 1600 m begannen durch den Schnee zu laufen. Nach einem letzten steilen Anstieg und ein paar Kehren erreichten wir schließlich nach 1 ¾ Stunden die Hanauer Hütte auf 1922 Metern.

Nach einer Pause in der mittlerweile sehr warmen Sonne ging es nun weiter in Richtung Kogelseespitze (2647 m). Zunächst erst einmal flach ansteigend durch eine eingeschneite Ebene, bis wir nach ca. einer ¼ Stunde steiler durch ein eingeschneites Feld aus Latschenkiefern und kleineren Felsblöcken aufstiegen. Nach etwa einer weiteren Stunde Aufstieg machten wir eine Pause auf den großen Felsblöcken, die wohl irgendwann mal von der Parzinnspitze (2613 m) abgebrochen sein mussten. Nach dieser Pause ging es in einer weiten Linkskurve zunächst an einem riesigen Felsblock vorbei, in dem einige Bohrhaken eingebracht waren. Dann wurde es steiler und wir sahen rechts oben den zackigen Grat der Plattigspitzen und weiter links unser heutiges Ziel, die Kogelseespitze. Wir querten eine immer noch im Schatten liegende Flanke durch teilweise knietiefen Schnee und erreichten, nach einem ziemlich steilen Anstieg durch die Flanke und einer Drahtseil versichterten Felspassage das Gufelseejöchel (2373 m). Von hier aus hatten wir erstmals die Möglichkeit auf die andere Seite in Richtung Gufelsee und Parseierspitze (3036 m) zu sehen und genossen das beeindruckende Panorama, welches vom Gipfel später noch schöner werden sollte. Nach einer weiteren Stunde erreichten wir um 14:00 Uhr nach einem mäßig steilen Anstieg auf der Südseite und einem letzten Steilaufschwung den Gipfel der Kogelseespitze auf 2647 m. Nach einer halbstündigen Gipfelrast, welche uns ein atemberaubendes Panorama, bei dem wir bis zur Wildspitze (3768 m), dem Ortler (3905 m), dem Säntis (2501 m) und der Zugspitze (2962 m) sehen konnten, machten wir vom Gipfel kehrt und stiegen in 2 ½ Stunden zur Hanauer Hütte ab.

Am nächsten Tag stiegen wir zunächst in Richtung Dremelscharte auf. Nach etwa einer ½ Stunde erreichten wir an einem großen Felsblock mit einer Gedenktafel einen Wegweiser, an dem wir uns links haltend und zunächst steil und leicht felsig den Hang oberhalb des Klettergartens querten. Danach querten wir mäßig steil und durch den immer tiefer werdenden Schnee die mächtige Bergflanke unterhalb des Galtseitenjochs (2410 m), welches die Verbindung zwischen unserem Ziel, der Reichspitze und dem bekannteren Nachbarberg, der großen Schlenkerspitze (2827 m), bildet.

Wir stiegen also durch den teilweise knietiefen Schnee in Richtung Galtseitenjoch auf. Nach einigen Serpentinen aufwärts querten wir weiter oben in der Flanke und sahen fast 1000 Meter weiter oben den mächtigen und gezackten Gipfelaufbau der großen Schlenkerspitze. Nach einem kleinem Abstieg ging es etwas nach rechts und nun war zum ersten Mal auf dieser Tour Schwindelfreiheit gefragt und man musste bei dem Schnee schon genau schauen, wo man hintrat, da es links doch etwas runter ging.

Nachdem wir alle wohlbehalten diese Stelle gemeistert hatten, querten wir unterhalb der Schlenkerspitze ein Schneefeld, an dessen Ende wir einen kleinen Bach überquerten. Danach ging es teils ziemlich Steil in Serpentinen hinauf zum Galtseitenjoch (2410 m), wo wir eine kleine Pause einlegten und das schöne Panorama genossen, obwohl es schon etwas eingetrübt hatte.
Nach der Pause stiegen wir in Richtung Reichspitze auf, wobei wir zunächst einen Aufschwung überwanden und dann die großen Felsen auf der linken Seite vorbeiziehen ließen. Ab hier wurde es nun spannender und auch etwas exponierter. Zudem musste man nun etwas Hand an den Fels legen ( Stellen I ). Nachdem wir ein paar Felsen überwunden hatten und der Gipfel näher kam, stiegen wir etwas nach links ab und sahen dann rechts in einer kleinen Rinnen den Einstieg in die Gipfelwand (II-). Diese wurde durch ein teilweise relativ lockeres Drahtseils etwas entschärft. Trotzdem mussten wir ordentlich Hand an den Fels legen und aufpassen, wo wir hintraten, da einige Stellen doch etwas ausgesetzt waren. Nach einer kleinen ungesicherten, aber nicht allzu schwierigen Stelle (I), ging es links mit Hilfe des Drahtseils einen kleinen Aufschwung hinauf auf den Vorgipfel, der durch eine kleine Scharte vom Hauptgipfel getrennt ist. Wir stiegen also, was sich durch den Schnee etwas kniffliger gestaltete, in die kleine Scharte hinab und auf der anderen Seite die letzten ca. 15 Höhenmeter am Drahtseil zum Gipfel auf 2590 Metern empor (I-II).

Nach einer kurzen Gipfelrast stiegen wir zügig, da die Gipfel der benachbarten höheren Berge schon in den Wolken verschwanden, in Richtung Galtseitenjoch ab. Von dort aus stiegen wir über ein großes Schneefeld und einen kleineren Bergrücken links unterhalb der Schlenkerspitze, in Richtung der Fundais-Alm auf etwa 2200 Metern ab. Von dort aus ging es links über die verschneiten Wiesen herab in eine große Rinne, in deren Mitte der Fundaisbach fließt. Diese stiegen wir durch sehr steile Serpentinen herab und erreichten dann schon bald die Schneegrenze. Auch hier konnte man wunderbar in das Fundaistal, mit der links liegenden Reichspitze (2590 m) und dem, auf der rechten Seite liegendem Muttekopf (2774 m), hinabblicken.
Nach einer kleinen Rast stiegen wir in Serpentinen bis zum Talgrund, in welchem der Fundaisbach in seinem ziemlich breiten und felsigen Bachbett entlang strömt, ab. Wir wanderten nun etwa ½ Stunde durch dieses riesige Bachbett und erreichten den Abzweig in Richtung Boden und Pfafflar, welches wir nach etwa einer weiteren halben Stunde erreichten. Von dort aus stiegen wir noch eine weitere halbe Stunde durch ein kleines Wäldchen nach Boden ab und kamen wohlbehalten am Wanderparkplatz auf 1356 Metern an.
Nun ging ein schönes Wochenende mit zwei schönen und aussichtsreichen Gipfeln, zu Ende.

Besonderer Dank geht natürlich an unseren Tourenführer Michael, der uns wohlbehalten auf den Berg herauf und auch wieder herunter gebracht hat.

Bericht: Konstantin Mahrenholtz
Bilder: Lisa Riegel, Michael Scharpf

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