2015 BT Tessin

Via Alta della Vercasca


Sonntag 23. August:
Anfahrt über Bregenz, Chur, Disentis Lukmanierpass, Biasca nach Rodi 15 km südlich von Airolo. Leider fängt es schon in Disentis an zu regnen, so dass wir froh sind, bis zum Lago Tremorgio die Seilbahn benützen zu können. Bei Regen steigen wir über den Passo Van zur Cap. Leit (2257 m), wo wir um 14.30 Uhr ankommen und die einzigen Gäste sind.

Montag 24. August:
Trotz leichten Regens und nassen Wegen machen wir uns auf zum Übergang zur Cap. Tencia (2140 m). Zwei Pässe mit über 2400 Metern müssen dabei überstiegen werden. Pitschnass erreichen wir um 14 Uhr die Hütte und freuen uns über den geheizten Vorraum, wo wir uns umziehen und alles trocknen können. Auch der Gastraum im 1. Stock ist wunderbar beheizt.

Dienstag 25. August:
Es hat aufgehört zu regnen und es zeichnet sich eine Wetterbesserung ab. Über den Senda del Chiacciaione geht es über einen 2700 Meter hohen Pass hinüber zum Rifugio Sponda (1997 m). Der Weg führt anfangs ausgesetzt auf Grasbändern einige Bachläufe querend, danach steil und zum Schluss nur über Blockhalden hinauf zum Pass. Eine ausgiebige Mittagsrast genießen wir mit tollem Ausblick in der Sonne. Zuerst durch felsiges Gelände, oft über lang gezogene Gletscherschliffe, später über Almwiesen erreichen wir am Nachmittag die schön gelegene Hütte knapp über der Baumgrenze. Ein herrlicher Platz zum Relaxen.

Mittwoch 24. August:
Start um 7.40 Uhr in Richtung Passo de Barone (2582 m). Erst über Almgelände dann meist über Blockhalden, unter denen sich noch altes Gletschereis versteckt, erreichen wir nach 3 Stunden den Pass .Auf der anderen Seite liegt tiefblau 200 Meter tiefer der Lago Barone. Nach kurzer Pause steigen wir steil ab zum See. Für ein Bad ist es uns doch zu kühl. Gegen 13 Uhr erreichen wir das Rif. Barone eine zur Schutzhütte umgebaute Alm. Nach einer Stunde Mittagspause in der Sonne machen wir uns auf den Weiterweg zur Cap. Cognora. Für den Weg sind keine Zeitangaben angegeben. Auf den Tafeln steht nur das Ziel und dass der Weg schwierig und ausgesetzt sei. Die weißblaue Markierung weist uns den Weg. Durch ausgesetzte Grasbänder hoch oben am Berg erreichen wir nach 3 Stunden den Paso di Piatto (2111 m). Direkt unter uns liegt tiefblau der Bergsee Laghetto. Ein wunderschöner Platz für eine Rast, die wir bitter nötig haben. Ein rotweiß markierter Weg führt uns hinüber zur Cap. Cognora (1938 m). Auch wieder eine zur Schutzhütte umgebaute Alm,die gerade renoviert wird. Das bedeutet, dass wir in einer Notunterkunft (Zelt) übernachten müssen, weil die übrigen Plätze schon belegt sind. Kochen und Essen ist in einer noch vorhandenen Hütte möglich. Nach einem vorzüglich kreierten Menu von Benno verziehen wir uns bald ins Zelt wo wir eine etwas kühle Nacht verbringen.

Donnerstag 25. August:
Ein klarer Morgen verspricht einen schönen Tag. Eine schwierige Etappe zur Cap. Efra ist zu bewältigen. Mindestens 8 Stunden Gehzeit. Weil dies Benno zu schwer und zu streng erscheint, beschließt er von hier nach über den Passo Piatto Chironiko abzusteigen. Von hier will er dann mit dem Bus zu unserem Ausgangspunkt. Am nächsten Tag kannte er uns somit in Frasco im Vercascatal abholen. Zu dritt stiegen wir im schattigen Hang hinauf zum Pizzo de Mezodi (2708 m) Ein faszinierender Rundumblick bietet sich uns. Von den Viertausendern im Wallis und im Berner Oberland bis zu Rheinwaldhorn, Adulagruppe und Bergell. Nach kurzer Gipfelrast erfolgt ein zuerst felsiger Abstieg hinab in eine Scharte auf 2549 Meter, von hier schwierig über einen Turm und danach ausgesetzt über schmale Wege und versicherte Kletterstellen zum Madom Gross (2741 m).
Einer längere Pause bei bestem Wetter und schönster Aussicht können wir dann genießen. Der Weiterweg zum Piz Cramosino wird etwas leichter, nur ein Mal verlangt eine Scharte noch den Gebrauch der Hände über zwei schwierige Stellen. Flach geht es vom Gipfel hinunter Richtung Efrahütte, die wir in der Ferne schon ausmachen können. Etwa hundert Meter steiler Abstieg über einen Gratturm bereitet uns die letzten Schwierigkeiten. Durch grasige Bänder zum Schluss durch Wacholder führt der Weg hinüber zur Efrahütte, die wir nach insgesamt 9 ½ Sunden erreichten.Nach kalter Dusche gibt es Abendessen und teuren Tessiner Rotwein als Belohnung. Bis Sonnenuntergang genießen wir vor der Hütte die Abendstimmung an diesem herrlichen Platz.

Freitag 26. August:
Kurz vor 8 Uhr machen wir uns an den Abstieg nach Frasco im Vercascatal. 2 ½ Stunden sind angegeben, aber 3 Stunden brauchen wir. Zu schön ist der Weg vorbei am Efrasee, an den Almhütten und durch den Bergwald, durch den sich einige große Wasserfälle stürzen. Um kurz vor 11 Uhr sind wir in Frasco und treffen dort Benno mit dem Auto. An der steinernen Doppelbrücke über die Vercasca bei Brione machen wir noch einen kurzen Fotostopp, bevor wir am Nachmittag über den Bernadinopass die Heimfahrt antreten.

Bericht: Siggi Wehrle

zu den Tourenberichten 2015

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.