2015 BW Sarntal

Sarntaler Hufeisentour


Das Sarntal nördlich von Bozen wird hufeisenförmig von den beiden Kämmen der Sarntaler Alpen eingeschlossen. Über sie führt, beginnend am Rittner Horn, die „Sarntaler Hufeisentour“. Sie war das Ziel einer Wochentour von zwölf Bergsteiger/innen der Sektion und brachte den Teilnehmern schöne Tage in einer intakten Landschaft mit vielen herrlichen Ausblicken.

Die Tour begann nach Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln an der Schwarzseespitze hoch über Bozen. Von hier führte der Aufstieg zunächst auf dem Panoramaweg zum Unterhornhaus, später entlang der Skipiste hinauf zum Gipfel des Rittner Horn mit der bestens bewirtschafteten Unterkunftshütte, wo den Wanderern ein hervorragendes Abendessen serviert wurde. Bei weitem übertroffen wurden die Kochkünste aber vom Panorama, das sich bot: Geisslergruppe, Sellastock, Langkofelgruppe, Ortlergruppe und unzählige weitere Gipfel konnten bewundert werden.

Der nächste Morgen überraschte die Wanderer mit Raureif und kaltem Wind bei strahlendem Sonnenschein. Über weite Almflächen führte der Weg zunächst hinunter zum Gasteiger Sattel und stieg dann langsam an bis zum Rittner Bildstock. Durch die Nordflanke des Villanderer Berg ging es von hier zu Totensee und Totenkirchl, wo die erste Rast angesagt war. Über den Totenrücken erreichte die Gruppe dann die Mooswiesen, die auf einem Bretter-Pfad überquert wurden, bevor der lange Anstieg zum Jocherer Berg begann. Vom Bildstock aus waren es nur noch wenige Minuten zum Latzfonser Kreuz mit Wallfahrtskirche und Unterkunftshaus sowie einem fantastischen Panoramablick auf die Gipfel der Dolomiten und zur Rieserferner-Gruppe.

Wieder bei bestem Wetter machte man sich tags darauf auf den Weg. Erstes Ziel war die Fortschellscharte, dann führte der Weg in ständigem Auf und Ab durch Almen, Latschen und Schrofengelände. Vor dem steilen Anstieg zum Tellerjoch musste noch ein riesiger Kessel mit Blockwerk und Geröll durchwandert werden, dann wurde bereits die Hütte in der Flaggerscharte sichtbar. Ein Teil der Gruppe nahm noch die Besteigung der Jakobspitze in Angriff, dann wurde das Geröllkar unter dem Joch gequert und der letzte Aufstieg zur herrlich gelegenen kleinen Marburger Hütte bewältigt.

Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt machte sich die Gruppe am nächsten Tag an den teilweise versicherten Aufstieg zur Hortlaner Scharte. Hier begann der lange Abstieg ins Tal des Traminer Bachs, dem anschließend der ebenso lange Aufstieg zur Seebergalm, einem idyllischen Kessel unter der Taschspitze folgte. Ein weiterer Anstieg führte dann hinauf zum Niedereck und weiter zum Gipfel des Astenberg, von wo bereits das Penser Joch mit dem Berggasthaus Alpenrose sichtbar war. Noch eine Stunde Wanderung, dann war das Tagesziel erreicht und man konnte sich den wohlverdienten Apfelstrudel schmecken lassen.

Durch nächtlichen Schneefall zeigte sich am Morgen die Landschaft um das Penser Joch im winterlichen Outfit. Trotzdem machte sich die Gruppe auf den Weg und marschierte im Nebel durch die verschneiten Hänge in Richtung Sarntaler Weißhorn. Ohne Sicht und bei zunehmender Schneehöhe wurde nach 2 1/2 Stunden die Geröllscharte erreicht und es war jedem klar, dass an eine Gipfelbesteigung nicht zu denken war. So ging es durch extrem steiles Schrofengelände und glatte Grashänge hinunter zur Oberbergalm, wo der lange Weg hinaus nach Weißenbach begann. Nach 17 km Wanderstrecke wurde hier mit dem Hotel Murrerhof das letzte Quartier der Wanderwoche erreicht, von wo es am nächsten Tag mit Bus und Zug zurück in heimatliche Gefilde ging.

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