2015 HT Seehorn

Hochtour Großes Seehorn 3121m


Schon um 5:30 Uhr in der Früh trafen sich am Samstag, den 11.7.2015 sechs noch nicht ganz ausgeschlafene, aber unternehmungslustige Bergsteiger am Parkplatz in Vöhringen, um sich gemeinsam aufzumachen, unbekannte Gipfel zu erklimmen. Ziel der Gipfelstürmer war der Gebirgszug der Silvretta, genauer die Saarbrückner Hütte (2.538 m) als Ausgangspunkt. Wir fuhren zum Vermuntstausee; dort befindet sich der Parkplatz der Saarbrückner Hütte, dazu benötigten wir die Autobahnvignette und Maut für die Silvrettastrasse.
Ein Weg und Steig führte landschaftlich sehr reizvoll vorbei an kleinen Seen und blütenreichen Bergwiesen durch das Kromertal in Richtung Hütte. Bald eröffnete sich uns auch der beeindruckende Blick auf unsere Gipfelziele: Mächtig erscheint uns das Große Seehorn (3.121 m) und der Klein Litzner (2783m). Nach 2,5 h Aufstieg erreichten wir die Saarbrückner Hütte.

Nach einer Pause und Stärkung machten wir uns auf, über den Ostgrat den Klein Litzner (2783m) zu besteigen. Die sechs Personen wurden in 2 Seilschaften eingeteilt: Michael, Ralf mit Fritz und Birgit, Edith mit Ulrich. Standardmäßig ausgerüstet mit Sitzgurt, Helm sowie Seilen mit Zubehör ging es direkt hinter der Saarbrückner Hütte los und wir hangelten uns bei herrlicher Kletterei nach oben. Am Gipfelkreuz genossen wir die Aussicht auf unser morgiges Ziel, das Große Seehorn. Am Berggipfel  machten wir eine Pause und danach erfolgte der Abstieg über den Klettersteig, der keinerlei Probleme machte. Auf dem Weg zur Saarbrückner Hütte übten wir mit Michael noch das Abseilen für den nächsten Tag am großen Seehorn, damit es dort keine Überraschungen gibt. Michael überprüfte dies und forderte von uns, dass wir dabei das „Vier Augen Prinzip“ anwenden.
Der Geruch von Kaffee und Apfelstrudel lockte uns schließlich doch wieder in tiefere Lagen. Was gibt es schöneres, als bei einer Tasse Kaffee, oder war es doch ein Bier, und einem selbstgemachten Strudel die Aufstiegsroute des nächsten Tages zu studieren?! Wir bezogen dann unser Quartier und nach einer Erfrischung zog es uns in die gemütliche Gaststube. Eine lecker mundende Vor-, Haupt- und Nachspeise wurde serviert.

Da die Wettervorhersage für den nächsten Vormittag top war und am Nachmittag dann instabiler (evtl. Wärmegewitter), entschloss sich Michael mit der Gruppe sehr früh los zu gehen. Um 5:00 Uhr klingelte der Wecker, und nach einem gemütlichen Thermosfrühstück, das Michael organisiert hatte, ging es um 6:00 Uhr bei Sonnenaufgang los. Nach einer guten Stunde gelangten wir zur Zollhütte (2772m) und nach der Überschreitung der Seelücke auf den Seegletscher. In der Sonne schlüpften wir in unsere Gurte und Helme und rüsteten uns für den Aufstieg aus. Die 2 eingeteilten und am Vortag bereits bewährten Seilschaften blieben zusammen. Michael übernahm mit seiner Gruppe den Vorstieg und Birgit folgte mit ihrer, in gleicher Professionalität, nach. Der Aufstieg erfolgte über die Westflanke und den oberen Nord-West-Grat. Wir hatten uns bei den ersten 2-3 Seillängen zu weit rechts an der Abseilpiste gehalten, was uns kalte Finger bescherte. Als wir dann am Grat waren, begrüßte uns die Sonne, und es war dann ein herrliches Klettern bis zum Gipfel. Bei herrlichem Sonnenschein, Windstille und tollem Ausblick auf den Piz Bernina, Piz Palü, Ortler, ….., machten wir eine längere Rast. Das Abseilen über die westliche Abseilpiste auf den Seegletscher machte keinerlei Probleme und die Übung vom Vortag zahlte sich aus. Auf dem gleichen, bekannten Weg wie beim Aufstieg begaben wir uns zurück zur Hütte.

Glücklich und zufrieden gönnten wir uns auf der Hütte noch Kaffee, Kuchen, Bier, Radler, Knödelsuppe und genossen noch den Blick auf das Große Seehorn! Ein 1,5 bis 2 stündiger Abstieg war dann kein Problem mehr. Herzlichen Dank an unseren Tourenführer Michael Scharpf für das Vorbereiten und Aussuchen der Tour. Das tolle Klima und die gute Stimmung während der Tour waren sicherlich auch sein Verdienst.

Bericht: Fritz Fülle
Bilder: Michael Scharpf

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