2015 KT Tessin

Alpines Sportklettern im Tessin
Denti della Vecchia


Wie geplant, aber nur noch zu viert fuhren wir ins sonnige Tessin. Unser Ziel war der Ort Cimadera in der Nähe von Lugano. Von dort ging es in ca. 1 Std. zu unseren Stützpunkt Capanna Pairolo, wo uns das Klettergebiet  „Denti della Vecchia“ , auf Deutsch „Die Zähne der Alten“ erwartete. Der Name stammt aus einer alten Sage.

Das Klettergebiet, das wohl noch ein Geheimtipp ist, wird hauptsächlich von italienisch Schweizer besucht. Es liegt auf einer Höhe von ca. 1400 m, und wurde von einem Verein vor 10 Jahren komplett saniert. Die Aussicht ist gigantisch. Links der Luganer See, rechts in der Ferne  die Aussicht bis in die Westalpen mit Blick aufs Matterhorn und noch viele andere 4000er.

Um die Mittagszeit erreichten wir unsere Hütte, und waren wohl die einzigen Gäste für das ganze Wochenende. Ein Zimmer für uns alleine, ein super freundliches Hüttenteam und die absolute Ruhe genossen wir sehr.

Nach dem Einchecken hatten wir noch genügend Zeit, die zahmen Zähne der Vecchia zu erklettern. Vaiolet, 3 markante Türme, die man über einen Grat in leichter Kletterei mit toller luftiger Aussicht genießen konnte. Anschließend kletterten wir noch auf der italienischer Seite die Zacken von La Scaliatella  mit Blick auf den Luganer See. Bernd hatte natürlich danach nicht genug, so gab es noch kurz vor der Hütte einen tollen Kletterfelsen mit Genusstouren im VI. Grad.

Am Samstag wanderten wir in ca. 1 Std. zum Sektor Gemelli. Doppelt so hohe Zacken und Türme standen einsam nur für uns bereit. Wir waren wirklich die einzigen Kletterer im ganzen Gebiet. Zum Warmklettern begannen wir mit der El charranguito  5a/ 4c/ 4c  und kletternten danach einen der ganz großen Klassiker, die Comici  5a/ 5b/ 5a. Bestimmt eine der schönsten Klettereien  der ganzen Vecchia. Bernd und ich hatten noch nicht genug und kletternden noch an der Spigolone, das hier höchste Felsmassiv  die Tour Prezzemolo  5a /5b /5a.

Auf der Hütte war es immer noch sehr ruhig. Es wurde nur für uns gekocht, und das reichlich und sehr schmackhaft. Bei lauer Nacht genossen wir noch ein paar Bierchen aus unseren Vorrat.

Der Sonntag sollte noch ein Highlight werden. Wir wagten uns in die Route Spigolone 5c/ 5b/ 5c/ 5b/ 5b. Es soll einer der ältesten und längsten Route in der höchsten Wand sein. Schwer, steil und luftig und ein ganz toller Quergang. Es hatte sich gelohnt. Tommy und Rolf kämpften noch an der normale Gemelli mit einem sehr schwierigen Kaminzustieg

Noch ein kurzer Besuch auf der Hütte, und am Nachmittag ging es bei großer Hitze leider wieder nach Hause.

Bericht: Harry
Bilder: Bernd Humm

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