2015 Sen Muenster

Münsterführung : Verborgene Kammern in den Chortürmen


Ein Frühlingstag wie aus dem Bilderbuch, Sonne , blauer Himmel !
Herr Straub, unser Münsterführer, erwartet uns am Haupteingang. Zuerst durchquerten wir den Kirchenraum, um in die Höhe des südl. Chorturms hinaufzusteigen. Erste Station war die “Rüstkammer“, in der die Gläubigen im Mittelalter das Rüstzeug für die hohen Osterfeiertage erhielten. Im “Tanzbödele“ feierten die Ulmer Patrizierfamilien ihre fröhlichen Tanzfeste. Weiter oben kamen wir in die  “Christuskammer“, in der ein riesengroßer gekreuzigter Christus ( aus Gips ) hing und  ein Modell der Fischbrunnen- Säule. Dazwischen konnten wir durch ein Fenster aus der Höhe einen Blick ins “Paradies“ werfen. Weiter ging die Führung durch den langen Dachboden, über die Kreuzgewölbe bis zu einem “Museum“, in dem alte Handwerksgeräte der früheren Baumeister und Steinmetze ausgestellt waren (z. B. Laufrad, Flaschenzug, Schleifmesser ). Wir standen fast vorne an der Wendeltreppe zum Hauptturm, als Herr Straub eine Dachluke öffnete und uns aufs Dach rausklettern ließ. An der Balustrade entlang, weit unter uns der südl. Münsterplatz, gingen wir vorsichtig zurück zu unserem Chorturm. Auf dem Dachfirst sahen wir das Ulmer Wahrzeichen, den Ulmer Spatz,  sitzen.
Die nächste Station war eine Kammer, in der Gipsmodelle aller Münsterstatuen in Regalen lagerten. In dieser Kammer hatte früher die Familie Neidhardt ihre wertvolle Privatbibliothek eingerichtet. Heute liegen große Teile dieser mittelalterlichen Bücher in der bayer. Nationalbibliothek.
In der Orgelkammer war der geschnitzte Prospekt der alten Münsterorgel zu sehen.
Jahrhunderte alte jüdische Grabsteine, Modelle von früheren Steinmetzen z. B. eine Steinrose, Kanonenkugeln, Reste eines im Krieg zerstörten Glasfensters und vieles mehr bekamen wir noch gezeigt.
Unser höchster Aussichtspunkt im Chorturm, genau unter dem Helm, bot uns einen wunderbar klaren und weiten Blick  in den blauen Himmel, auf die Dächer der Stadt und in ihre Umgebung.
Der allgemeine Tenor bewies, dass diese Spezialführung Einblicke gewährt hatte, die keiner zuvor so genau gekannt hatte.

Bericht: Dorle Schmid
Bilder:   Manfred Strauß

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