2015 ST Berchtesgaden

Skitouren in den Berchtesgadener Alpen


Nach einer ca. 4-stündigen Anreise hatten wir unsere Heimat für die nächsten zwei Tage, das Gasthaus Hocheck erreicht. Am Eingang wurden wir bereits von unserem Wirt Richard persönlich begrüßt. Nach dem er uns die Zimmer zugewiesen hatte, bereiteten wir uns auf das Abendessen vor. Dies wird, wie wir später alle noch erfahren durften, neben den sportlichen Herausforderungen eine weitere Challenge sein. Anja und ihr Mitarbeiter zauberten uns in der Küche ein opulentes Mahl welches geschmacklich ein Genuss aber aufgrund der enormen Mengen kaum bezwingbar war. Mit einem Schoastreiber und anderen Angeboten der Schnapskarte konnten wir unsere Verdauung ein wenig unterstützen. Mit prall gefüllten Bäuchen begaben wir uns dann zu Bett.

Am Samstagmorgen erwartet uns ein leckeres Frühstück, welches wir mit Genuss zu uns nehmen. Anschließend machen wir uns auf den Weg für unsere erste atemberaubende Tour. Von  der Wimbachbrücke gelangen wir bei strahlend blauem Himmel auf Forststraßen zur Schapbach-Diensthütte. Dort vereinigt sich die Straße von Hammerstiel kommend. Über die Schapbach Alm gehen wir bei gemächlichem Anstieg zur großen Kehre („Benzinkurve“). Von dort öffnet sich eine Schneise nach rechts. Dieser folgen wir um weiter oben leicht links haltend, um in eine von Lärchen bestandene Mulde vorzustoßen. Hier wird unser Gipfelsturm etwas gebremst, da noch unzählige Tourengänger ebenfalls diese Tour in Angriff genommen haben. Wir folgen der Mulde aufwärts bis ins freie Gelände. Nach einem steileren Hang erreichen wir entlang der Felsabbrüche der Nordostgratausläufer des Kleinen Watzmann den Kareingang. Im Karboden steuern wir direkt auf das markante Felsriff des Vierten Watzmannkindes zu. Unterhalb desselben halten wir uns links und folgen dem gleichmäßig steilen Hang auf das Dritte Watzmannkind. Hier erwartet uns ein eindrucksvoller Einblick in die Watzmann-Ostwand und ein schöner Tiefblick auf den Königsee. Nach kurzer Rast am Gipfel fahren wir ein Stück ab, um uns eine Pause zu gönnen. Nachdem wir eine Besteigung des fünften Watzmannkindes verwerfen, begeben wir uns in die abwechslungsreiche Abfahrt, teilweise über breite Hänge aber auch eine schmale Rinne und zum Schluss wieder über den Forstweg zur Wimbachbrücke.
Am Gasthaus Hocheck angekommen gönnen wir uns erst mal ein Erfrischung und einige verzehren den Nachtisch vom Vorabend. Auch am zweiten Abend werden wir wieder mit ausgesprochener Gastfreundschaft und kulinarischen Leckereien verwöhnt. Auch dieses Mal müssen wir vor den üppigen Portionen kapitulieren.

Auf diesem Weg noch mal herzlichen Dank an unsere Wirtsleute Richard und Anja für die ausgesprochen zuvorkommende und familiäre Bewirtung. Wir haben uns richtig daheim gefühlt.

Nach dem Frühstück beladen wir die Autos und machen uns auf den Weg zum Parkplatz der Jennerbahn. Alle diejenigen, die zwar sehr bergerfahren sind wie wir, aber einfach begrenzt Zeit für den Aufstieg über das Jennergebiet haben, nehmen einfach die Dienstleistung der Jennerbahn in Anspruch und fahren vom Parkplatz am Königssee über den Jenner hinauf bis zur Bergstation. Die Skitour beginnt dann schon mit einer leichten Abfahrt zum Stahlhaus. Vom Haus weg nehmen wir  den Weg  über den Kamm hinauf zum 2276 Meter hoch gelegenen Gipfel des Schneibstein. Aufgrund der Beliebtheit dieser Tour begegnen wir auch hier unzähligen Gleichgesinnten und reihen uns in den Marsch zum Gipfel ein. Nach einer kurzen Pause am Gipfel des Schneibstein beginnen wir die erste Abfahrt in südwestlicher Richtung in die so genannte Windscharte. Diese befindet sich bereits auf 2100 Metern. Hier in diesem Bereich müssen wir die Abfahrt sehr sorgfältig planen, da wie der Name schon sagt der Wind die in diesem Bereich dünne Schneedecke verblassen hatte. Ohne Blessuren kommen wir in der Windscharte an und ziehen die Felle erneut auf, um noch den Winschartenkopf zu bezwingen.   Auf einer wunderbaren Abfahrt umrunden wir nun den Fagstein, der uns einen atemberaubenden Blick auf die Watzmann Ostwand ermöglicht. Erneut müssen wir die Felle wieder anlegen, um ca. 200 Höhenmeter in Angriff zu nehmen. Danach  steht uns erneut eine Abfahrt bevor, welche in manchen Bereichen einige Schwierigkeiten zu bieten hat, die wohl den vielen Tourengehern vor uns geschuldet ist. Über die Priesbergalm vorbei an der Brennhütte in Richtung Königsbachalm gleiten wir die schönen Hänge hinab. Zum Schluss führt uns noch ein schöner Forstweg bis ins Tal.
Die „Kleine Reibn“ zeigte sich als eine sehr anspruchsvolle Skitour. Sehr wichtig für diese Tour war eine Top-Kondition, die wir alle hatten, denn die Tour ist aufgrund der Länge sehr anspruchsvoll und kräftezehrend. Der Aufwand hat sich jedenfalls gelohnt und wir erlebten unter der sehr guten Führung von Michael Scharpf wieder mal eine traumhafte Skitour in den bayerischen Bergen. Vielen Dank Micha!

Bericht: Jürgen Baur
Bilder: Sandra Mauch, Michael Scharpf

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