2015 ST Matschertal

Skitouren im Matschertal/Vinschgau


Nach knapp 4-stündiger Anfahrt über den Fern- und Reschenpass waren wir am Hotel Glieshof angekommen. Diese für uns Hüttenerfahrene ungewöhnlich luxuriöse Unterkunft gefiel uns auf Anhieb. Wir wurden von unseren Gastgebern sehr freundlich empfangen und konnten uns nach Bezug der Zimmer gleich ein Bild von der ausgezeichneten Küche machen. Das 3-Gänge-Menü übertraf unsere Erwartungen um ein Vielfaches. Ein kleiner Wermutstropfen war lediglich unser Völlegefühl, nachdem wir außer der Anreise im Auto noch keine körperlichen Aktivitäten vorweisen konnten. Dennoch betteten wir uns in unser komfortables Gemach für die erste Nacht. Am nächsten Morgen setzte sich die ausgezeichnete Versorgung mit einem an nichts fehlenden Frühstück fort.

Nun aber zum eigentlichen Grund unser Anreise ins Vintschgau. Aufgrund der nicht ganz so üppigen Schneelage, speziell an den Südhängen folgten wir Rudi Bailer´s Vorschlag den Upiakopf zu besteigen. Vom Hotel Glieshof konnten wir einem Almweg direkt zur Upiaalm (2.225 m) folgen. Von der Alm setzten wir unseren Weg leicht ansteigend im Linksbogen fort, bis wir an eine Felsabriegelung gelangten, die wir problemlos überwanden. Dann überquerten wir eher sanfte Hänge bis kurz oberhalb von den „Lacken“ (Upiasee 2.552 m) um eine kurzen Pause bei strahlendem Sonnenschein einzulegen. Frisch gestärkt folgten wir dem Gelände nach links in Richtung S-Hang zwischen Upiakopf und Hochalt. Dies zählte zum anspruchsvollsten Teil der Tour, der steile Hang verlangte Kraft, jedoch wurde die Mühe durch den herrlichen Rundblick auf einige der unzähligen 3000er und die zünftige Abfahrt reichlich belohnt.
Nach Abschluss der Tour belohnten wir uns mit dem obligatorischen Apfelstrudel und ließen uns am Abend erneut von der guten Küche verwöhnen.

Am Sonntag machten wir uns erneut gestärkt von einem abermals ausgezeichneten Frühstück wieder vom Hotel weg über Wiesen hoch bis zum Upi-Almweg. Nach gut 300 Metern verließen wir den Almweg  und folgten einem schmalen Wanderweg, der uns ins Ramudeltal führte . Anfangs ging es etwas mühsam durch Gebüsch hoch, rechts vom Bächlein begleitet, immer stetig ansteigend in das immer enger werdende V-Tal. Nach der Engstelle folgten einige sanftere Mulden, dann, nach Überwindung einer steilen Rampe, gelangten wir in das „Ramudelloch“. Hier standen wir vor zwei steilen Flanken, die das Tal abriegeln: Die Rechte führt zur Rappenscharte bzw. zur Rappenspitze und die etwas links liegende führt zum Ramudel, welche wir nahmen. Spätestens hier oben merkte jeder von uns, dass man nur bei sichersten Verhältnissen weiter gehen kann! Der steile Anstieg zum Sattel wurde durch wechselnde Schneebedingungen deutlich erschwert. Aufgrund des knapp unterhalb vom Sattel gelegenen Geröllfeldes entschlossen wir uns, unseren Gipfelsturm abzubrechen, da schon beim Abschnallen der Skier einige Steine den steilen Hang hinab rutschten. Unser umsichtiger Tourenführer Rudi entschloss sich dann, aufgrund der Steinschlaggefahr und eingeschränkten Sichtverhältnissen, hier unseren Gipfelsturm zu beenden.  Auf knapp 3070m bereiteten wir uns auf die rückblickend etwas holprige Abfahrt vor.
Diese überstanden wir und auch das Material unbeschadet. Nach einer kurzen Rast im Hotel und einer kleinen Stärkung machten wir uns auf den ohne Zwischenfälle verlaufenden Heimweg.
Auf diesem Weg vielen herzlichen Dank an unseren umsichtigen Tourenführer Rudi Bailer, der uns erneut souverän führte.

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