2015 ST Rojen

Skitouren-Wochenende in Rojen


Stützpunkt für unser Touren-Wochenende war der Alpengasthof Bergkristall in Rojen, einem kleinen Weiler oberhalb des Reschenpasses auf 2000 Meter gelegen. Diesen einfachen aber sehr gemütlichen Gasthof erreichten wir trotz zuletzt Schnee bedeckter Straße ohne Probleme mit den Autos.
Nachdem wir schnell unser Quartier bezogen hatten, starteten wir sofort unter der Führung von Michael zur ersten Tour. Direkt vom Berggasthof aus führte die Aufstiegsroute zum Äußeren Nockenkopf auf 2760 Meter. Der Nockenkopf war als Ziel gut gewählt, da er bei der herrschenden Lawinenstufe 3 und leichtem Schneefall eine sichere Aufstiegsmöglichkeit versprach. Die heikle Lawinenlage wurde uns beim Aufsteigen durch einige frische Schneebrettabgänge im steileren Hanggelände neben unserer Aufstiegsspur vor Augen geführt. Die letzten 50 Höhenmeter am Grat entlang bis zum Gipfel waren etwas mühsam, belohnt wurden wir aber durch eine schöne Abfahrt über freie und breite Hänge. Bei einem üppigen Abendessen mit Tiroler Spezialitäten waren die Kraftreserven rasch wieder aufgefüllt, zumal auch eine schöne Auswahl von Südtiroler Weinen zusätzlich zur Verkostung bereit stand.

Der Samstag empfing uns mit strahlend blauem Himmel und über Nacht reichlich gefallenem Pulverschnee. Das trug zwar nicht zur Entschärfung der Lawinenwarnstufe bei, ließ uns aber voll Vorfreude auf den zu erwartenden Tiefschnee schon beim Aufstehen hüpfen. Zum Glück bietet das weite Rojenhochtal genügend Anstiegsmöglichkeiten auch bei dieser Lawinenlage. So steuerten wir nach einem umfangreichen Frühstück die Grionplottn als Tagesziel an. Die Ski konnten wieder direkt am Gasthof angeschnallt werden, und so ging es zunächst 3 Kilometer relativ flach durch das Hochtal hinauf um dann im sanft gestuften Gelände langsam Höhe zu gewinnen. So erreichten wir ohne Hindernisse die Gratschulter unterhalb des Griongipfels auf 2700 Metern und konnten eine phantastische Bergsicht auf die Gipfel der Silvretta und der Ötztaler Alpen genießen. Die folgende Abfahrt war ein wahrer Tiefschneegenuss wie man ihn nur selten so schön erlebt. Kurz entschlossen fellten wir deshalb auf halber Strecke noch einmal an und erreichten etwas weiter westlich noch einmal einen Gratrücken auf 2700 Meter Höhe. So durften wir noch einmal ein paar extra Höhenmeter in dem tollen Schnee genießen und erreichten nach 6 Stunden wieder wohl behalten unseren Gasthof. Das Abendessen  war eher noch üppiger als am Vortag, und beim besten Willen mussten wir uns am Schluss geschlagen geben und konnten nicht alle Schüsseln leeren.

Vielleicht lag es daran, dass wir nicht leer gegessen hatten, jedenfalls war entgegen der Wettervorhersage am Sonntag Morgen bereits schlechtes Wetter mit leichtem Schneefall und starkem Wind eingetroffen. Unseren Versuch, noch den Inneren Nockenkopf zu erreichen, mussten wir auf halber Strecke im Schneetreiben und bei eisigem Wind abbrechen.
Die Heimfahrt über den Schnee bedeckten Fernpass gestaltete sich etwas zäh, und so blieb im Auto noch genügend Zeit den Tiefschneeträumen vom Vortag nach zu hängen.

Mit dabei waren Tourenführer Michael, Maria, Sandra, Karle, Jürgen, Sebi, Siggi, Ralf, Thomas und Ulrich.

Bericht: Ulrich Bayer
Bilder: Maria Greiner, Thomas Wolfmiller, Sandra Mauch, Michael Scharpf

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