2015 WR Lykien

Wanderreise in die Türkei
Wandern auf dem Lykischen Weg

Der Lykische Weg ist der erste markierte Weitwanderweg der Türkei. Er wurde 1999 fertig gestellt und verbindet auf einer Länge von 510 km auf den alten Handelswegen der Lykier 18 antike Städte zwischen Ovacik und Antalya miteinander. Von den 26 Etappen erwanderte eine Gruppe von 22 Bergsteiger/innen bei einer Wanderreise die ersten acht Teilstrecken.

Freitag, 01.05.15


Um die Mittagszeit sammelte der Bus die Teilnehmer der Wanderreise ein und brachte sie zum Flughafen nach Stuttgart-Echterdingen. Nach einem ruhigen Flug erreichte der Airbus um 19 Uhr Dalaman, wo schon der Kleinbus für den Transfer zum Hotel „Orkinos“ nach Gelemis/Patara wartete. Hier wurde die Gruppe herzlich begrüßt und mit den ersten Köstlichkeiten der türkischen Küche verwöhnt. Im Laufe der Woche zeigte sich immer wieder, dass wir mit dem Hotel eine gute Wahl getroffen hatten, denn Freundlichkeit und Kochkunst sorgten für ein angenehmes, familiäres Klima.

Samstag, 02.05.15


In Begleitung von Ali, unserem örtlichen Guide für die Woche, machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg zur ersten Wanderung. Nach einer Fahrt von 1 1/2 Std. war der Startpunkt des Lykischen Weges in Ovacik erreicht und nach dem obligatorischen Erinnerungsfoto am Startportal ging es los. Zunächst auf einer Forstpiste, später auf schmalem Pfad gewannen wir rasch an Höhe, wobei der Blick auf die Lagune von Ölüdeniz immer beeindruckender wurde. An der Passhöhe machten wir mit Meerblick Mittagspause und entdeckten dabei die erste Schildkröte, der im Laufe der Wanderungen noch viele folgten. Vorbei an den schroffen Platten des Baba Dagi senkte sich der Pfad allmählich und ging wieder in eine Piste über, der wir bis Faralya folgten. Hier wartete bereits der Bus für die Rückfahrt, aber zuerst galt es, in der örtlichen Bar die Flüssigkeitsreserven wieder aufzufüllen.

Sonntag, 03.05.15


Faralya, der Endpunkt des Vortages war der heutige Startpunkt. Durch dichten Wald stiegen wir auf verwachsenem Pfad hinauf zu einer Hochfäche mit dichter Macchia. Entlang des Baba-Dagi-Massivs folgten wir dem Wanderweg zum „Kiosk“ einer Hirtenfamilie, wo wir Tee und frisch gepressten Orangensaft genießen konnten. So gestärkt bewältigten wir den Abstieg nach Kabak mit herrlichem Blick auf das Meer und die Bucht von Kabak. Hier ließ es sich der Besitzer eines Luxushotels nicht nehmen, uns seine Anlage zu zeigen. Allerdings entsprach der genannte Preis nicht unserem Geldbeutel.
Auf schmalem Pfad folgte der lange Anstieg zum Olivenpass. Dabei durchwanderten wir eine alpine Szenerie mit überhängenden Felswänden und einer tief eingeschnittenen Schlucht. Von oben bot sich nochmals der Blick über die Bucht von Kabak, dann folgten wir den steilen Hängen hinauf nach Alinca, das gleichzeitig höchster Punkt und Endpunkt der Tageswanderung war.

Montag, 04.05.15


Eine abenteuerliche Fahrt brachte uns heute hinauf nach Saribelen. Nach kurzem Aufstieg war die Hochebene mit vielen aufgelassenen Feldern und einigen Ruinen erreicht und ohne große Anstrengungen folgten wir dem oft überwachsenen Pfad, an dessen Rand wir immer wieder Orchideen und Schildkröten entdeckten. Dazwischen stießen wir gelegentlich auf Zisternen, die früher der Wasserversorgung der Weidetiere dienten. Um die Mittagszeit erreichten wir das Steinhaus des Ziegenhirten Hüseyin, wo wir bei Tee, Oliven und Fladenbrot Mittagspause machten. Nach einem längeren Aufstieg konnten wir von der nächsten Hochebene nochmals den Blick auf die tief unter uns liegende Küste genießen, bevor wir in Gökceören in den Bus stiegen.

Dienstag, 05.05.15


Nach kurzer Anfahrt starteten wir in Cavdir zur heutigen Tagesetappe. Zunächst folgten wir einer breiten Lehmpiste, dann erreichten wir durch dichte Macchia die Reste eines römischen Aquäduktes, das einst Xanthos mit Wasser versorgte. Allmählich wurde der Pfad immer schmaler und folgte dann einem rutschigen, Wasser führenden Kanal in ein wildes Felsental. Nach kurzem Steilaufschwung konnten wir dann einer Forstpiste folgen, die uns über eine aussichtsreiche Hochebene hinauf nach Üzümlü führte. Hier konnten wir im Schatten kühle Getränke und Pide genießen, bevor uns der Bus zu den Ruinen von Xanthos brachte.
Das antike Xanthos gehört zu den herusragenden archäologischen Sehenswürdigkeiten an der türkischen Mittelmeerküste und ist UNESCO-Weltkuturerbe. Besonders beeindruckten das riesige römische Amphitheater und der 12 m hohe Pfeilersarkophag mit dem Harpyenmonument, dessen Original allerdings im Britischen Museum in London steht.

Mittwoch, 06.05.15


Ausgangspunkt der Tageswanderung war Delikkemer-Aquädukt zwischen Gelemis und Kalkan. Es versorgte vor 2000 Jahren die Hafenstadt Patara und ist ein Meisterwerk römischer Ingenieurskunst. Mehr als 1000 riesige Feslblöcke bilden ein 1,5 m breites und 12 m hohes Aquädukt, das eine Talsenke mit einer Länge von 500 m überspannt.
Über eine lange Streckte folgten wir der antiken Wasserleitung, dann ging es auf einer Forstpiste hinunter zu den beeindruckenden Ruinen von Patara und zum 12 km langen Sandstrand, wo das Meer zu einen erfrischenden Bad einlud.

Donnerstag, 07.05.15


Besuch von Kalkan mit Bummel durch den Markt und durch die Gassen des vom Tourismus geprägten Städtchens.

Freitag, 08.05.15


Die heutige Etappe startete in Gelemis. Auf einer Piste gewannen wir rasch an Höhe, wobei sich immer mehr der Blick auf die Ruinen und den Strand von Patara öffnete. Vom Pass aus konnten wir bereits das nächste Tal und den folgenden Aufstieg überblicken, bevor es auf einem schmalen ausgewaschenen Pfad durch dichte, stachelige Macchia abwärts ging. Bei heißen Temperaturen wanderten wir dann in ständigem Auf und Ab über staubige Pisten entlang der Küste zur Bucht von Kalkan und nach einem letzten Anstieg zum Aqädukt von Delikkemer, das am Mittwoch unser Ausgangspunkt gewesen war.

Samstag, 09.05.15


Da wir erst am Nachmittag zum Rückflug starten mussten, nahmen wir das Angebot von Ali an, der uns seine Heimatstadt Kas zeigen wollte. Eine Rundfahrt über die Halbinsel und ein Spaziergang durch die Stadt zeigten uns nochmals die Schönheiten der türkischen Küste.
Dann galt es, vom Hotel und seinem freundlichen Personal Abschied zu nehmen und uns auf die Fahrt nach Dalaman zum Flughafen zu machen. Pünktlich um 20.40 Uhr hob die Maschine ab und brachte uns sicher zurück nach Stuttgart. Mit dabei hatten wir viele schöne Eindrücke einer gelungenen, erlebnisreichen Reise.

Bericht und Bilder: K. Leitte

zu den Tourenberichten 2015

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