2016 BT Kaisergebirge

Rundtour durch Zahmen und Wilden Kaiser

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Hochalm im Regen


Bei strahlendem Sonnenschein und mit der Hoffnung auf erlebnisreiche Tage machten wir uns am frühen Sonntag Morgen mit zehn Personen auf den Weg in Richtung Kufstein. Auf fast leerer Autobahn – der Rückreiseverkehr setzte erst später ein – war schon nach 2 1/2 Stunden der Parkplatz am Kaiserlift erreicht, wo erst einmal das Stöhnen über die viel zu schweren Rucksäcke einsetzte.
Es gab keine Gnade! Die Sesselbahn fuhr in die falsche Richtung, und so ging es zu Fuß den Berg hinauf. Zuerst über die steile Sparchenstiege, später auf noch steilerem Schotterweg vergossen wir beim Marsch vorbei an Veitenhof und Rietzenalm viele Schweißtropfen, bis schließlich nach 1000 Hm die Vorderkaiserfeldenhütte erreicht war. Hier wurden wir von der Blaskapelle Ebbs mit zünftiger Musik empfangen, was wir aber erst nach einem kühlen Getränk richtig genießen konnten. Angesichts der Temperaturen und der herrlichen Aussicht über das Inntal vergaßen auch die ganz Eifrigen die Besteigung der Naunspitze und verbrachten den Rest des Tages im Alpengarten und im Liegenstuhl bei der Hütte.

Schon in der Nacht hatte das angekündigte Tiefdruckgebiet für kräftigen Regen gesorgt und beim Aufbruch in Richtung Stripsenjoch hingen dicke Wolken über dem Inntal. So wurde die Abzweigung in Richtung Pyramidenspitze ignoriert und der Weg entlang der steilen Hänge des Zahmen Kaiser eingeschlagen. Schon bald konnten wir dabei regelmäßige „Erfrischungen“ von oben genießen, die zunehmend in Dauerregen übergingen. An der Hochalm fand sich zum Glück ein Vordach für die Mittagspause, dann wurde bei Wind und Starkregen die letzte Strecke zum Feldalmsattel und hinauf zum Stripsenjoch bewältigt. Eine warme Stube, ein heißes Getränk und trockene Kleidung – ein echter Genuss!!!

Die ganze Nacht und am nächsten Morgen prasselte der Regen herunter, so dass der Steig durch die Steinerne Rinne undenkbar war. Es wurde also der Plan geändert und nochmals eine Nacht im Stripsenjochhaus gebucht. Am Nachmittag konnten wir dann eine Regenpause zu einer Wanderung zum Feldberg nutzen, von wo sich die Nordwände von Predigtstuhl, Fleischbank und Totenkirchl in ihrer ganzen Wucht zeigen und wo wir auch einen informativen Blick in die Steinerne Rinne werfen konnten. Gerade rechtzeitig vor dem nächsten Regenguss brachten wir den Abstieg vom Stripsenkopf zur Hütte wieder hinter uns.

Ein wolkenloser Himmel überraschte uns am nächsten Tag und hob die Stimmung merklich an. Nach einem kurzen Abstieg erreichten wir den Beginn des Eggersteiges, wo die Klettersteigausrüstung angelegt wurde. Auf bestens versicherten Felsstufen und Bändern führte der Steig um einen Vorbau der Fleischbank hinein in die Steinerne Rinne. Im Zickzack und mit Drahtseilunterstützung gewannen wir durch die steilen Felsen rasch an Höhe, begleitet von den schroffen Wänden von Fleischbank, Predigtstuhl und Christaturm. Zum Schluss durch Geröll erreichten wir das Ellmauer Tor mit herrlicher Sicht bis zu den Hohen Tauern und der Venedigergruppe. Schon nach kurzer Pause wurde das nächste Ziel anvisiert, die Hintere Goinger Halt. Durch Geröll und Schrofengelände erstiegen wir in knapp einer Stunde den aussichtsreichen Gipfel, den wir eine Weile für uns alleine in Beschlag nehmen konnten, bevor es auf gleichem Weg zurück ins Ellmauer Tor ging.
Die letzte Etappe des Tages führte zunächst durch das mit Geröll gefüllte Kübelkar abwärts zum Beginn des Jubiläumssteiges. Dieser leitete uns eine wild zerklüftete Felslandschaft über ausgesetzte Bänder bestens gesichert durch das Wilde Gschlöß zur Gruttenhütte, die bis auf den letzten Platz ausgebucht war.

Am letzten Tag der Tour stand die Umrundung des gesamten westlichen Abschnitts des Kaisergebirge auf dem Programm, die zum größten Teil über den Wilden-Kaiser-Steig führt. Zuerst ging es von der Gruttenhütte in großem Bogen um das Massiv des Treffauers herum, bis wir nach 2 1/2 Stunden an der Kaiser-Hochalm eine kurze Pause einlegten. Vorbei an der Steiner-Hochalm wanderten wir durch Wald und Latschen hoch über dem Hintersteiner See weiter zur Walleralm. Hier reichte die Zeit nochmals für eine Einkehr, dann mussten wir hinauf zum Hochegg, dem vermeintlich letzen Aufstieg des Tages. Von hier konnten wir dann den Rest des Weges einsehen: Abstieg zur Kaindlhütte und (Überraschung!) Aufstieg zum Brentenjoch.
Nach 1 1/2 Stunden war es dann geschafft. Eine halbe Stunde vor Betriebsende erreichten wir die Bergstation des Kaiserlifts, der uns zum Schluss unserer erlebnisreichen Tour hinunter ins Tal transportierte.

Bericht + Bilder: Konne

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