2016 BT Stuttgarter Huette

Bergtouren um die Stuttgarter Hütte


Da war es plötzlich, das vermeintlich böse Wort mit dem Beigeschmack von Abenteuer und Entbehrung: Winterraum! Tourenführer Michael Scharpf hatte eine Sektionstour zur Stuttgarter Hütte ausgeschrieben  und Lisa, Ralf, Susanna und  Uve waren dem Aufruf gefolgt. Birgit hatte gleich auch mich als Neuling mit angemeldet. Meine größte Angst war, dort oben bei sibirischer Kälte den Erfrierungstod zu sterben. Aber dann kam alles doch ganz anders.

Am 22.10. um 7.20 (selbst für mich eine relativ christliche Zeit) traf sich die verwegene Truppe in Illertissen, um 9.30 marschierten wir in Zürs (1717 m) ab. Nach kurzer Gehzeit blinkte schon die wärmende Sonne über die Gipfel und strahlte, was sie im Spätoktober nur so strahlen kann. Knapp zwei Stunden später war die verschneite Hütte mit kalt- klammem Winterraum auf 2310 m erreicht. Von den zwölf Plätzen belegte man sieben, holte Wasser, heizte ein und genoss, noch reichlich eingemummt, das wohlverdiente Vesper. Danach setzten wir uns in Richtung Fanggekarspitze (2640 m) in Bewegung, die wir bei weiterhin herrlichem Sonnenschein nach anderthalb Stunden erreichten.  Beste Sicht gewährte uns ein herrliches Panorama.
Zurück im inzwischen wärmeren Winterraum ging´s auch schon ans Abendessen machen. Susanna hatte eine herrliche Tomaten-Gemüse-Soße für Spaghetti mit hochgetragen. Rotwein und Bier rundeten das Menü ab und keiner fand im Bauch mehr Platz für die angedachte Nachspeise. Für die Nacht hatte ich dann fast alles angezogen was ich dabei hatte, mich in meinen Schlafsack verkrochen und zwei Wolldecken darüber geworfen. Schicht um Schicht konnte ich mich wieder entblättern: alles halb so schlimm!

Wider Erwarten überlebt gab´s am Morgen ein Überraschungsfrühstück mit kreativem Geburtstagskuchen für Uve. Abwasch, Stubenreinigung und Abmarsch um 9.30 Uhr bei weiß-blauem Himmel über die Rauhekopfscharte (2400 m), an der ein eisiger Wind fegte. Nach gut 200 Hm Abstieg und entsprechendem Wiederanstieg stapften wir von Norden den Gipfelgrat zur Rüfispitze hoch. Doch der felsige Gipfelaufbau blieb uns verwehrt: zu viel Schnee auf vereistem, teils plattigem Fels – das musste nicht sein. So traten wir  in guter Stimmung und glücklich, den Tag bisher so schön verbracht zu haben, auf 2450 m den Abstieg an. Sicher und rechtzeitig abgebrochen! Gerade mit beginnendem Nieselregen kamen wir wieder am Auto in Zürs an.

Dank an die Winterraumbetreuer, die für ausreichend Heizmaterial gesorgt hatten; nur an einer Toilettenlösung sollten sie noch arbeiten, um die Umgebung sauber zu halten. Dank vor allem  aber auch an Michael, der wieder einmal eine herrliche Tour mit sehr angenehmen Teilnehmern vorbereitet und geleitet hat.

Bericht: Hermann Knoll
Bilder: Lisa Riegel, Hermann Knoll, Michael Scharpf

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