2016 BW Tegernsee

Wanderungen in den Tegernseer Bergen


Trotz leichter Erreichbarkeit standen die Tegernseer Berge in den vergangenen Jahren nie auf dem Programm der Sektion. Diese Lücke wollten 12 Bergbegeisterte der OG Laupheim (2 m, 10 w) mit einer spätherbstlichen Wanderfahrt endlich schließen. Standquartier für ihre Wanderwoche war dabei die Pension „Kiefer“ in Bad Wiessee, wo die Gruppe bestens untergebracht war.

Samstag, 22.10.16
Knapp 2 1/2 Std dauerte die Fahrt, dann war bei stahlendem Sonnenschein Bad Wiessee erreicht. Schnell wurden die Zimmer bezogen, dann lockte mit dem Panoramaweg um den Tegernsee die erste Wanderung. Nach einem kurzen Stück am See folgte die Gruppe dem Söllbachdamm und erreichte nach 1,5 Std. den schönen Aussichtspunkt „Prinzenruh“. Durch Wald und sonnenbeschienene Wiesen, immer mit schönen Blicken zum See ging es vorbei am „Boarhof“ und an Kaltenbrunn hinunter nach Gmund und am See entlang zum Ortsteil Seeglas. Auf dem Radweg erreichte man schließlich Tegernsee, von wo man nach einer Kaffeepause mit dem Schiff zurück nach Bad Wiessee fuhr.

Sonntag, 23.10.16
Der Parkplatz beim Wildbad Kreuth war Ausgangspunkt für die heutige Wanderung. Auf gutem Weg marschierten wir zunächst vorbei am „Alten Bad“ zur idyllisch gelegenen Alm Siebenhütten, die leider schon geschlossen hatte. Entlang der Hofbauernweißach ging es dann talauswärts zum Beginn des Aufstiegsweges in Richtung Schildenstein und Königsalm. Durch herbstlich verfärbten Bergwald gewannen wir schnell an Höhe und erreichten die aussichtsreiche „Goaßalm“ mit Blick auf Roßstein und Buchstein. Von hier war es nicht mehr weit zur Königsalm, die unter König Max I. Josef errichtet wurde. In der wärmenden Herbstsonne fand sich dort ein ideales Pausenplätzchen, das ausgiebig genutzt wurde, dann ging es auf der WM-Rodelstrecke von 1984 steil hinunter ins Tal der Weißach und dort zurück nach Wildbad Kreuth.

Montag, 24.10.16
Eine der Paradetouren im Tegernseer Land ist der Prinzenweg von Schliersee nach Tegernsee. Wir starteten dazu nach (kostenloser) Busfahrt am Bahnhof in Schliersee. Nach einem Stück am Schliersee entlang mussten wir zunächst auf der Fahrstraße ca. 1 Stunde taleinwärts bis zum Parkplatz Hennerer gehen, wo dann endlich der Aufstieg begann. Nach Verlassen des Waldes öffnete sich bei der Kreuzbergalm der Blick, und es bot sich ein einmaliges Panorama auf Tegernsee, Schliersee und das Mangfallgebirge mit dem Wendelstein als markantestem Gipfel. Im Hintergrund zeigten sich die frisch verschneiten Berge des Wilden Kaiser.
Bedingt durch das sumpfige Gelände und den nächtlichen Regen wurde der Weiterweg über die Gindelamschneid zum Kampf mit Dreck und Schlamm. Trotz verdreckter Hosen und Schuhe lohnte sich der Weg, denn von der Terrasse des Berggasthauses Neureuth bot sich ein herrlicher Blick über den Tegernsee und in der Ferne strahlten die Zillertaler Alpen im Neuschnee. Nach steilem Abstieg erreichten wir schließlich den Bahnhof von Tegernsee, von wo uns der Bus zurück nach Bad Wiessee brachte.

Dienstag, 25.10.
Die nächtlichen Niederschläge setzten sich leider auch am Morgen fort, so dass heute Schlechtwetterprogramm angesagt war. Aus den möglichen Zielen wählten wir das Freilichtmuseum von Markus Wasmeier in Schliersee aus. Es zeigt ein altbayrisches Dorf mit 300 Jahre alten Bauernhäusern, die noch original eingerichtet sind. Im Handwerkerhaus finden sich ursprüngliche Werkzeuge und Werkstätten von Schmied, Schuster, Schreiner und Schnapsbrenner. Zwischen den Gebäuden begegnet man Gänsen, Hühnern, Ziegen und Wollhaarschweinen.
Inzwischen hatte der Regen nachgelassen und so konnten wir an den Museumsbesuch noch eine 2 1/2-stündige Wanderung anschließen. Sie führte uns an die Josefsthaler Wasserfälle, von dort hinauf zum Spitzingsattel und auf der Trasse der „Spitzingseer Bockerlbahn“ wieder zurück.

Ein Föhnsturm mit Orkanstärke bescherte dem Spitzinggebiet im Jahr 1919 die bislang größte Naturkatastrophe im Wald. Um die Holzmassen abzutransportieren, entstand die sogenannte Bockerlbahn. Zwei Tage lang tobte im Januar 1919 der Orkan über den Alpenkamm. Auf fünf Kilometern Länge und drei Kilometern Breite lagen in kürzester Zeit 170 000 Festmeter Holz. Zwei darauffolgende Stürme im März und Juli 1919 rissen weitere 130 000 Festmeter Stammholz zu Boden.

Mittwoch, 26.10.16
Der Regen des Vortages war in leichten Sprühregen übergegangen, aber der Wetterbericht versprach Besserung. Um die Zeit bis dahin zu überbrücken, fuhren wir zunächst nach Kreuth und besichtigten dort die Naturkäserei Tegernsee, welche die Heumilch der Tegernseer Bauern verarbeitet und vermarktet.
Inzwischen hatte der Regen aufgehört, so dass bei Nebel oberhalb von Bad Wiessee zur Wanderung in Richtung Aueralm und Fockenstein gestartet werden konnte. Im Zwieselbachtal stiegen wir zügig aufwärts und kamen nach 1 1/2 Std. an der Aueralm an. Leider betrug die Sichtweite noch max. 50 m, so dass wir statt der gerühmten Aussicht die warme Hüttenstube genossen. Zurück ging es dann (natürlich im Sumpf) durch das Wachselmoos und über die Skiabfahrt.

Donnerstag, 27.10.16
Leider wurde aus dem versprochenen Sonnenschein wieder nichts. Trotzdem unternahmen wir vor der Heimfahrt nochmals eine Wanderung. Sie führte uns von Oberwarngau zunächst zur Marienwallfahrtskapelle Nüchternbrunn. Von dort wanderten wir weiter zum Gasthaus Taubenberg und dann zum Aussichtsturm auf dem Taubenberg. Leider konnte man die herrliche Aussicht auf die Tegernseer Berge nur erahnen, dafür zeigte sich der Wald nochmals in den schönsten Herbstfarben.
Im Gasthaus zur Post in Oberwarngau genossen wir nach dem Abstieg nochmals die Bayrische Küche, dann traten wir die Heimfahrt an.

Bericht + Bilder: Konne

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