2016 BW Welschnofen

Frühlingswanderungen über dem Eggental
(„Das wandernde Lazarett“)


Für eine Reihe von Mitgliedern der Sektion ist die Wanderwoche in Südtirol während der Osterzeit zum willkommenen Start in die Wandersaison geworden. So machten sich eine Woche nach Ostern 11 Personen (3 m/8 w) auf den Weg nach Welschnofen, um in diesem Jahr die Gegend um das Eggental zu erwandern. Bei besten Wetterbedinungen konnte das geplante Programm durchgeführt werden, lediglich beeinträchtigt durch eine Welle von Erkältungen, so dass im Laufe der Woche beinahe alle Teilnehmer von Husten und Schnupfen geplagt wurden.
Sofort nach der Ankunft in der Pension „Erna“, am Ortsrand von Welschnofen mit Blick auf den Rosengarten gelegen, wurde zur ersten Wanderung aufgebrochen. Am Westrücken des Zenayberges führte der Weg steil hinauf zum Sohlerhof, von dem es nur noch wenige Meter zum Elisabeth-Denkmal waren. Hier soll der Lieblingsplatz von Kaiserin Elisabeth („Sissi“) während ihres Aufenthalts am Karersee gewesen sein. Tatsächlich konnte man einen beeindruckenden Blick auf den Latemar und den Mendelkamm genießen, bevor es durch das Locherer Tal wieder abwärts ging.
Am nächsten Morgen wanderte die Gruppe zunächst auf dem Panoramaweg vorbei an den ältesten Höfen von Welschnofen ins Nigertal, dann begann der Aufstieg durch den Wald hinauf zum Nigerpass. Auf verschneiten und teilweise vereisten Wegen wurde der Pass erreicht, wo zu Füßen von Laurinswand und Rosengartenspitze die verdiente Mittagsrast gemacht wurde. Ohne großen Höhenverlust wurde anschließend die Wanderung auf Forstwegen hoch über dem Tierser Tal fortgesetzt, bis man mit dem Schillerhof wieder einen herausragenden Aussichts- und Pausenplatz in der Frühlingssonne vorfand. Erst nachdem hier alle genügend Sonne getankt hatten, trat man den steilen Abstieg hinunter ins Nigertal und zurück zur Pension an.
Wieder bei strahlendem Sonnenschein machte man sich tags darauf auf den Weg. Heute stand die Begehung des Planetenweges bei Obergummern auf dem Plan. Ausgehend vom Untereggerhof folgte man dem markierten Rundweg zu den Planeten des Sonnensystems, das im Maßstab 1:1 Mrd. dargestellt wird. Jede Planetenstation gibt dabei Auskunft über die Eigenschaften des jeweiligen Planeten. Der Weg durchstreifte eine ruhige Gegend durch Wiesen, Wälder und Biotope und bot immer wieder schöne Panoramablicke auf die Dolomiten. Endpunkt war die Sternwarte beim Gasthof Unteregger, wo man sich bei schon sommerlichen Temperaturen Kaffee und Apfelstrudel schmecken ließ.
Die Höhen und Wälder um Deutschnofen waren das Ziel des nächsten Tages. Dabei orientierte sich die Wanderstrecke weitgehend am E5 und führte vom Ortszentrum zunächst zum Wölflhof. In ständigem Auf und Ab erreichte man meist durch Wald vorbei am Stanerhof das Tote Moos und anschließend die Rotwand. Hier konnte man schwindelerregende Tiefblicke ins Etschtal genießen, dann ging es vorbei an Klausalm und Spörlhof wieder zurück zum Wölflhof, wo es nochmals eine Stärkung gab, bevor man das letzte Stück zurück nach Deutschnofen in Angriff nahm.
Eingebettet in tiefe Wälder und überragt von steilen Felsmauern des Latemar gilt der Karersee als ein Prunkstück der Dolomiten. Entsprechend hoch ist in den Sommermonaten der Besucherandrang. Jetzt im April war davon nichts zu spüren, und so hatte die Wandergruppe die Aussichtsplattform am See für sich alleine. Erreicht hatten die Wanderer den See auf dem „Herrenweg“, der von Welschnofen auf verschneiten Wegen vorbei an der Latemar-Säge steil nach oben führt. Zurück ging es auf dem Tamblweg zum Stadlhof und dann um den Plunbühel herum durch den Fötschgraben wieder steil hinunter zum Ausgangspunkt.
Zur letzten Wanderung der Woche startete die Gruppe direkt an der Pension für den Weg um den Samerberg. In angenehmer Steigung, nur unterbrochen von Klettereinlagen über frisch gefällte Bäume, wurde der Höhenunterschied bis Zipperle ohne Probleme bewältigt. Kurz danach fand sich eine sonnige Waldwiese für eine ausgedehnte Mittagsrast (teilweise mit Mittagsschläfchen). Nach einem letzten steilen Anstieg folgte man dem Forstweg abwärts zum Wolfsgrubenjoch, wo man die Reste einer Wolfsgrube aus dem 18. Jahrhundert bestaunen konnte. Auf steilem Weg ging es dann hinunter nach Zyprian und auf dem Panoramaweg zur Pension „Erna“.

In der Nacht setzte der Wetterumschwung ein, und bei Regen fiel der Abschied vom Eggental und seinen Bergen nicht so schwer. Trotz Husten und Schnupfen hatten die Teilnehmer die Tage in Südtirol genossen und erkundigten sich schon jetzt nach dem Ziel im Frühling des nächsten Jahres.

Bericht+Bilder: Konne

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