2016 WR Kreta

Wanderreise nach Kreta

Wie schon in den vergangenen Jahren machte sich eine Gruppe der Sektion für mehrere Tage auf den Weg zu einer südlichen Insel. Ziel der 16 Bergfreunde war dieses Mal Kreta, wo die Teilnehmer während ihres 12-tägigen Aufenthalts Wanderungen hoch über dem Meer und durch tiefe Schluchten erleben konnten. Daneben gab es einige Ausflüge zu bedeutenden historischen Orten der Insel.

Samstag, 07.05.2016


Mitten in der Nacht bestiegen die Teilnehmer den Bus zur Fahrt zum Flughafen München. Pünktlich um 5.50 Uhr startete die Maschine und erreichte nach knapp 3 Std Flugzeit den Airport von Chania auf Kreta. Während der größte Teil der Gruppe mit dem Transferbus zum Hotel fuhr, übernahmen Renate und Konne die Mietautos für die Zeit des Aufenthalts.
Der Rest des Tages wurde genutzt, um gemeinsam nach Chania zu fahren und durch die Gassen rund um den alten venezianischen Hafen zu bummeln. Nicht zu Unrecht gilt Chania als eine der schönsten Städte Griechenlands.

Sonntag, 08.05.2016


Die erste Wanderung des Kreta-Aufenthaltes startete in Stavros, wo 1964 Teile des Films „Alexis Sorbas“ gedreht wurden. Durch eine karge Landschaft, deren Vegetation nur Nahrung für etliche Ziegen bietet, wanderte die Gruppe um den Gipfel des Vardires zu einem Joch mit Blick aufs Meer. Dann ging es durch eine mit Oleander und Drachenwurz bewachsene Schlucht abwärts zum verlassenen Kloster Moni Katholiko, das wegen wiederholter Piratenüberfällen im 16. Jahrhundert aufgegeben wurde, aber noch heute eine wohltuende Ruhe ausstrahlt.
Während ein Teil der Gruppe anschließend zum Kloster Gouvernetou aufstieg, wanderte der Rest auf gleichem Weg wieder zurück nach Stavros.

Montag, 09.05.2016


Heute führte die Fahrt zum ersten Mal über die „Weißen Berge“ ans Lybische Meer. Ausgangspunkt der Wanderung nach Lissos war der idyllisch gelegene Ort Sougia. Diese Tour hielt alles bereit, was eine Genusstour auf Kreta ausmacht: eine mit Oleander bewachsene Schlucht, ein Hochplateau mit Küstenpanorama und den in den 1950er-Jahren freigelegten archäologischen Bezirk des antiken Lissos. Neben den Griechen und Römern haben auch die Byzantiner an dem nur zu Fuß oder mit dem Boot erreichbaren Platz ihre Spuren hinterlassen. Zurück ging es zunächst wieder über die Hochebene, dann aber durch die gesamte Lissos-Schlucht in einem weiten Bogen über das Hügelland wieder nach Sougia.

Dienstag, 10.05.2016


Im Hinterland von Kissamos liegt ziemlich versteckt die ehemalige Sommersiedlung Milia, die heute als Musterprojekt des nachhaltigen Tourismus betrieben wird. Allein die Fahrt dorthin ist ein Abenteuer, dafür bot die Rundwanderung durch ausgedehnte Olivenhaine und Kastanienwälder einen Einblick in die landwirtschaftliche Nutzung des Landesinneren. Nach der Mittagspause an der Kirche von Akirgianis führte der Pfad hinauf zum Sattel unter dem mächtigen Felskopf des Kastelos, dann ging es wieder zurück nach Milia, wo der frisch gepresste Orangensaft besonders gut schmeckte.

Mittwoch, 11.05.2016


Nach den Wanderungen der Vortage war heute ein Ausflugstag angesagt. Ziel war der Palast von Knossos, die wichtigste Ausgrabungsstätte der Insel. Die aufwendigen Ausgrabungen zu Anfang des 20. Jahrhundert wurden von dem aus England stammenden Sir Arthur Evans geleitet. Mit erheblichen finanziellen Mittel begann er den riesigen Palast wieder aufzubauen.Für die heutige Archäologie ist dies jedoch eine wissenschaftliche Katastrophe, da er beim Wiederaufbau viel über das alte Aussehen des Palastes nach eigenen Vorstellungen interpretierte. Mit vielen anderen Besuchern bummelte auch unsere Gruppe durch die riesige Anlage und ließ sich von den gewaltigen Dimensionen beeindrucken.

Donnerstag, 12.05.2016


Wieder führte die Fahrt an die Südküste der Insel, dieses Mal an den Hafen von Chora Sfakion. Hier wurde die Fähre bestiegen um den kleinen Ort Loutro zu erreichen, der wunderschön in der sichelförmigen Bucht liegt und mit seinen blau-weißen Häusern allen Klischees des Mittelmeeres entspricht.
Direkt vom Strand führte der felsige Pfad steil hinauf zu einem Aussichtsbalkon und senkte sich dann hinunter zu den wenigen Häusern von Finix. Nach der Querung der Halbinsel erreichte man vorbei an einer Kapelle und am Friedhof wieder Loutro, wo man sich in einer der Tavernen niederließ. Frisch gestärkt machte man sich dann auf den Rückweg nach Chora Sfakion. Hoch über dem Meer führte der Pfad am steilen Ufer entlang, senkte sich anschließend zur malerischen „Sweet Water Beach“ und erreichte auf einem kühn angelegten Felsensteig schließlich die Zufahrtsstraße von Sfakion.

Freitag, 13.05.2016


Der heutige Tag brachte einen der Höhepunkte des Aufenthalts: die Begehung der Imbros-Schlucht. Sie führt von Imbros zunächst durch ein weites Tal in das kiesige Schluchtbett. Allmählich rücken die Felswände immer enger zusammen und lassen an der engsten Stelle nur noch einen Durchschlupf von 1,60 m Breite. Nach einem Rastplatz erreicht man ein 12 m hohes Felstor und verlässt dann nach einigen weiteren Engstellen die Schlucht. Kurz danach wurden die Häuser des kleinen Ortes Komitades erreicht, wo die Gruppe in der Taverne von Giorgios einkehrte. Seine Frau Annette, eine Münchnerin, übernahm dann den Taxidienst zu den Kleinbussen um mit ihnen den Rest der Gruppe in der Taverne abzuholen.

Samstag, 14.05.2016


Heute durften die Wanderschuhe eine Pause einlegen, denn die Fahrt führte zur Besichtigung des Kosters Moni Arkadi.
Weltbekannt wurde das Kloster durch die Ereignisse im November 1866. Eine riesige Armee der Türken belagerte damals das Kloster, in dem sich einige Hundert aufständische Kreter verteidigten. Als die Türken schließlich in das Kloster eindrangen, sprengten sich die Überlebenden, meist Frauen und Kinder mit den gesamten Pulvervorräten in die Luft, um der Gefangenschaft zu entgehen. Noch heute ist Moni Arkadi das Nationalheiligtum Kretas.
Nach der Besichtigung der sehenswerten Anlage ging die Fahrt nach Rethimno zu einem Bummel durch die Gassen der Altstadt.

Sonntag, 15.05.2016


Trotz leichtem Regen machte sich ein Großteil der Gruppe auf zur nächsten Wanderung. Ziel war dieses Mal die Topoliano-Schlucht unweit von Katsomatados. Zunächst folgten die Wanderer dem schmalen Bach, der aber bald zwischen den Felsen verschwand, dann ging es in felsigem Gelände unter Oleander und durch Buschwerk zu den Häusern von Kapsania hinab. Als beim folgenden Aufstieg kräftiger Regen herunter prasselte, bot sich der überdachte Vorplatz einer Kapelle als idealer Rastplatz an. Hinter Mouri begann die wilde Mouri-Schlucht. In leichter Kletterei und durch viel nasses Gestrüpp musste im Flussbett zur Kapelle Agios Athanasios aufgestiegen werden, von wo dann gute Wege in der Sonne zurück nach Katsamatados führten.

Montag, 16.05.2016


Heute ging die Fahrt nochmals nach Sougia am Lybischen Meer. Ziel der Wanderung war die „Höhle des Polyphem“, wo der Sage nach Odysseus mit seinen Gefährten vom Zyklopen gefangen gehalten wurde und diesem das Auge ausgestochen hatte um zu entkommen.
Auf aussichtsreichem, sonnigen Pfad stiegen die Wanderer zu der beeindruckenden Höhle hinauf um von dort bei einer ausgiebigen Rast den weiten Blick über das Meer zu genießen.

Dienstag, 17.05.2016


Die letzte Wanderung der Reise führte nochmals in das Hinterland von Kissamos. Ausgehend vom schön gelegenen Kirchlein Agios Konstantinos wurde die breite Schlucht von Sirikari begangen. Vorbei an halb zerfallenen aber bewohnten Gehöften leitete der Pfad zum Grund der Schlucht, wo der bequeme Wanderweg einen Rastplatz unter knorrigen Platanen und hohen Oleanderbüschen erreichte. Während oben ein Adlerpaar kreiste, wurde hier Pause gemachte, dann ging es auf gleichem Weg wieder zurück.

Mittwoch, 18.05.2016


Jede Reise hat einmal ein Ende, und so wurde es Zeit die Koffer zu packen und die Heimreise anzutreten. Obwohl der Rückflug erst am Nachmittag startete, mussten die Mietautos schon vormittags abgegeben werden. Ein Teil der Gruppe war deshalb gezwungen, einige Stunden am Flughafen von Chania zu verbringen, bis der Rest mit dem Hotelbus eintraf.
Nach einem ruhigen Flug landete der Airbus in München, wo schon der Busfahrer für die Rückfahrt nach Ulm und Laupheim wartete.

Bericht + Bilder: Konne

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